Klimawandel macht nicht an Grenzen halt

BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel hat am 09. Mai am Solarinstitut Jülich einem deutsch-griechischen Energieforschungsprojekt die Förderurkunde überreicht. Es erforscht Solarkollektoren, die ungleichmäßige Strahlungsintensitäten effektiv nutzen können.
Urkundenüberreichung in Jülich (Projektträger Jülich)
BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel überreicht die Förderurkunde an das deutsch-griechische Energieforschungsprojekt SCoSCo
Foto: Projektträger Jülich

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie international aufgestellt wird. Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung und macht nicht an Grenzen halt. Hier arbeiten hervorragende Forscher deutscher und griechischer Einrichtungen  auf Augenhöhe partnerschaftlich zum beiderseitigen Vorteil zusammen“, sagte der parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Jülich.

Im Projekt „SCoSCo“ sollen Solarkollektoren für gebäudeintegrierte Kollektorsysteme entwickelt werden, die sehr ungleichmäßige Strahlungsintensitäten effektiv nutzen können. Ziel des Vorhabens sind hoch-effiziente Systeme zur Gewinnung solarer Wärme, die bspw. in Wohngebäuden, Hotels, Krankenhäusern oder Industriebetrieben zur Warmwasserbereitung, zum Heizen und Kühlen, zum Entsalzen von Trinkwasser oder der Bereitstellung von (industrieller) Prozesswärme eingesetzt werden können.

Dazu sollen Kollektoren mit nachführbaren Absorbern entwickelt sowie theoretisch und in der Praxis untersucht werden. Das zentrale Ziel des Vorhabens besteht darin, durch angewandte Forschung in Kooperation mit Industrie und Wissenschaft neue Solarkollektorsysteme mit besserem Kosten-Nutzen-Verhältnis zu entwickeln.

Das Solar-Institut Jülich der Fachhochschule Aachen strebt den Nachweis der Leistungsfähigkeit des zu entwickelnden Systems durch Berechnungen und Labormessungen an. Die thermische Leistungsfähigkeit der entworfenen Systeme und der Einzelkomponenten werden modelliert, um ihre Eignung zur Erreichung der Leistungsziele im mittleren Temperaturbereich zu beurteilen.

Der Prorektor für Hochschulentwicklung der Fachhochschule Aachen, Prof. Michael Wulf, betonte: „Die Idee des europäischen Gedankens wird mit der deutsch-griechischen Förderinitiative fortgeführt.“

Die Energieforschung ist eines der in der Deutsch-Griechischen Zusammenarbeit geförderten Forschungsfelder, womit die Bekanntmachung einen Beitrag zur Umsetzung des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung darstellt. Antragsteller konnten sich auf folgende Themen mit Projektideen bewerben:

  • energiesparende Technologien zur Erzeugung und Speicherung Erneuerbarer Energien,
  • intelligente Netze,
  • Technologien zur Reduzierung der umwelt- und klimaschädlichen Auswirkungen der Energieerzeugung aus konventionellen Energieträgern sowie
  • Forschung zur wissenschaftlichen und technologischen Unterstützung der öffentlichen Energiepolitik

Insgesamt wurden acht Verbünde im Themenbereich Energie zur Förderung ausgewählt. Die Projektpartner von SCoSCo sind neben der Fachhochschule Aachen (Solar-Institut Jülich) die Heliokon GmbH aus Bergisch-Gladbach, die Hilger GmbH aus Wipperfürth, die Universität Patras aus Patra (Griechenland) und die Calpak S.A. aus Athen. Das Projekt wird bis 2021 gefördert.