Kopernikus-Projekte beim FVEE

Um zählbare Fortschritte beim Klimaschutz und der Energiewende machen zu können, sind wir auf neue Ideen und Technologien angewiesen. Doch welche Optionen stehen uns zur Verfügung und welche Perspektive ergibt sich daraus für ein nachhaltiges Energiesystem in Deutschland? Auf der Jahrestagung des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) zum Thema "Innovationen für die Energiewende" gab es Antworten.

Mediatheksbild - mit dem Titel  (FVEE)
Christoph Rövekamp (BMBF), Dagmar Dehmer und Jens Winkler (BMWi) auf der FVEE-Jahrestagung in Berlin.
Foto: FVEE

Die vier Kopernikus-Projekte wurden bei der Tagung vor einem großen Fachpublikum präsentiert. Der FVEE ist eine bundesweite Kooperation von Forschungsinstituten, die Technologien für erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeicherung und das optimierte technische und sozio-ökonomische Zusammenwirken aller Systemkomponenten erforschen und entwickeln.

„Es geht um nicht weniger, als das Energiesystem von den Füßen auf den Kopf zu stellen". Mit diesem Anspruch eröffnete Prof. Manfred Fischedick die FVEE-Jahrestagung vom 8. bis 9. November im Umweltforum Berlin. Während in Bonn die Klimaexperten auf der COP23 um Lösungen rangen, hatte sich in Berlin also zeitgleich ein Großteil der deutschen Energieforscher versammelt, um Innovationen für die Energiewende voranzubringen. Fischedick forderte „adäquate technologische Lösungen".

Ohne Energieforschung keine Energiewende

Mit der Energiepolitik begann die Veranstaltung. Dazu Stellung nahmen Dr. Christoph Rövekamp (BMBF) und Jens Winkler (BMWi). Den Einfluss der laufenden Sondierungsgespräche auf die Kopernikus-Projekte und das geplante 7. Energieforschungsprogramm schätzen Rövekamp und Winkler gelassen ein: „Der Forschungsrahmen ist gegeben" sagte Rövekamp. Winkler unterstrich: „Die Energiewende wird ohne Energieforschung nicht funktionieren. Im Übrigen werden wir die hohe Forschungsförderung fortschreiben. Die Themen sind grundsätzlich abgesteckt."

Den Stand der Kopernikus-Projekte fasste Rövekamp zusammen: „Es ist ein Novum der Projekte, 260 Akteure auf vier Feldern zusammenzuspannen. Dabei muss eine eigene Sprache entwickelt werden. Das haben wir gelernt. Wir haben die Aufwärmphase durchlaufen. Der Beirat muss nun prüfen, was wir schon in Bewegung gesetzt haben." Winkler berichtete außerdem über den laufenden Konsultationsprozess zum 7. Energieforschungsprogramm (EFP) und die neuen Förderformate, die der Bund ins Auge fassen möchte. So sollen die Real-Labore als Format weiterentwickelt und das neue EFP für Start-Ups attraktiver gemacht werden. „Das geschieht in Abstimmung mit dem BMBF – gemeinsame Aktivitäten sind denkbar" so Winkler.

Kopernikus-Projekte mit ersten Ergebnissen

Prof. Joachim Knebel vom KIT stellte im weiteren Verlauf die vier Kopernikus-Projekte ENSURE, SynErgie, P2X und ENavi vor. Dabei ging Knebel insbesondere auf die Zielstellung und die Projektstruktur der vier Verbünde in den Themenfeldern Netze, Power-to-X, Industrieprozesse und Systemintegration ein. Außerdem schilderte er erste Ergebnisse und machte anhand von Praxisbeispielen den möglichen Beitrag der Projekte deutlich. So berichtete Knebel unter anderem von HGÜ-Hybridnetzen in der Nordsee, der Möglichkeit im Rahmen von Power-to-X zukünftig grünes Kerosin herzustellen, der Umsetzung von Demand-Side-Management am Beispiel der Glasproduktion, sowie der innovativen Energiemarktmodellierung im Rahmen von ENavi mit Hilfe von „REMod-D".

NREL ermutigt zu weiteren Anstrengungen in Forschung und Entwicklung

Den Abschluss des ersten Tages bildete die Präsentation von Dr. Martin Keller, dem Leiter des National Renewable Energy Laboratory (NREL) in den USA. Keller lieferte Einblicke in die Tätigkeitsfelder des NREL und die Entwicklung der Energietechnologien weltweit. Einen ganz persönlichen Blick richtet der in Deutschland geborene Keller auf die Energiewende hierzulande. So forderte Keller die Politik und Wissenschaftler in Deutschland auf, die Rolle als Innovator auch zukünftig anzunehmen und die Entwicklung von nachhaltigen Alternativen unter Hochdruck weiter voranzutreiben. Dabei machte Keller deutlich, dass er den derzeitigen globalen Trend hin zu Erneuerbaren für unaufhaltsam halte. Auch seien die Signale, die er trotz der aktuellen US-Administration insbesondere aus den US-Staaten und Städten erhalte, sehr ermutigend.

Der zweite Tag der Veranstaltung war von einem Überblick über die wichtigsten Technologiefelder geprägt. Dazu gehörten Einblicke in die Innovationsbedarfe und laufenden Forschungsarbeiten im Bereich der Energieeffizienz, des Energietransports und der -speicherung sowie der erneuerbaren Energien.