01.04.2002
31.12.2008


Kontrollierter natürlicher Rückhalt und Abbau von Schadstoffen bei der Sanierung kontaminierter Grundwässer und Böden (KORA)

Mikrobiologischer Abbau wird als die Schlüsselaktivität für die Nachhaltigkeit natürlicher Schadstoffminderungsprozesse (Natural Attenuation) angesehen, die zur (Selbst-) Reinigung von kontaminierten Böden und Grundwässern in Zukunft verstärkt genutzt werden sollen. Ziel der Fördermaßnahme war es, zu prüfen, unter welchen Randbedingungen natürliche Schadstoffminderungsprozesse im Untergrund einen Beitrag zur Gefahrenermittlung, -beurteilung und ggf. -abwehr, auch im Zusammenhang mit einer Wiedernutzbarmachung kontaminierter Grundwasserleiter und Flächen, leisten können.

Anlage zur Reinigung kontaminierter Grundwässer (Norma Neuheiser, UFZ)
Anlage zur Reinigung kontaminierter Grundwässer
Foto: Norma Neuheiser, UFZ

Für einen sachgerechten, angemessenen und vor allem nachhaltig wirksamen Umgang mit Boden und Grundwasserverunreinigungen ist es erforderlich, die im Untergrund ablaufenden natürlichen Abbau- und Rückhalteprozesse besser als bisher zu verstehen, zu bewerten und z.B. im Rahmen der Gefahrenbeurteilung und Sanierung gezielt zu nutzen bzw. zu unterstützen.

Ziel der Projekte im Rahmen der BMBF-Förderschmaßnahme KORA war es daher, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen in die Umwelt gelangte Schadstoffe durch natürliche Schadstoffminderungsprozesse zurückgehalten und abgebaut werden und wie diese Prozesse zuverlässig gemessen, bewertet, kontrolliert und genutzt werden können. Darüber hinaus sollten Referenzlösungen geschaffen werden, die zeigen sollten, wie die natürlichen Schadstoffminderungsprozesse bei (i) der Bewertung von Gefahren, die von schadstoffbelasteten Grundwässern und Böden ausgehen, (ii) der Bemessung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen sowie (iii) der Bemessung und Durchführung von Nachsorgemaßnahmen berücksichtigt werden können.

Die vielfältigen Fragestellungen im Zusammenhang mit den im Untergrund ablaufenden natürlichen Schadstoffminderungsprozessen wurden im Zeitraum von 2002 – 2008 an 24 branchentypisch verunreinigten Standorten im Rahmen von über 70 Projekten untersucht. Die Ergebnisse trugen zur Erarbeitung von Grundlagen zur Berücksichtigung natürlicher Schadstoffminderungsprozesse, sowie der Ermittlung ökologisch, ökonomisch und verwaltungsrechtlich sinnvoller Einsatzmöglichkeiten bei.

Hierzu war es erforderlich, nicht nur die entsprechenden Methoden zum Nachweis der NA-Prozesse („Natural Attenuation“) zu entwickeln, sondern auch die Werkzeuge zu ihrer Bewertung zu validieren. Universitäten, Ingenieurbüros und Behörden haben gemeinsam einzelfallorientierte MNA-Konzepte („Monitored Natural Attenuation“) für die 24 untersuchten Standorte erarbeitet, die in vielen Fällen auch zur Anwendung kamen. Damit sind Referenzstandorte geschaffen worden, an deren Beispiel gezeigt werden kann, wie die NA-Prozesse in einem abgestuften Verfahren erfasst, bewertet und berücksichtigt werden können. Ferner wurden innovative In-situ-Sanierungsverfahren entwickelt, die auf einer Stimulierung der natürlichen Schadstoffminderungsprozesse basieren. Verschiedene Maßnahmen untersuchten auch die Akzeptanzsteigerung der Öffentlichkeit und bei Behörden zu dieser Thematik.

Die Ergebnisse des Förderschwerpunktes sind in den KORA-Handlungsempfehlungen mit integrierter Methodensammlung, sechs Branchenleitfäden und der Synopse zur Modellierung und Prognose der Wirkungen von natürlichen Schadstoffminderungsprozessen dokumentiert. Damit stehen für die Vertreter des Vollzugs, Planer in Ingenieurbüros und die Pflichtigen Arbeitshilfen zur Verfügung, um im Zuge der Altlastenbearbeitung die Möglichkeiten der Nutzung von NA-Prozessen und die Umsetzung von MNA-Konzepten prüfen zu können. Die Arbeitshilfen können über die Internetseite des Förderschwerpunktes http://www.natural-attenuation.de/bestellung bestellt oder als pdf-Dateien herunter geladen werden.

Zuletzt geändert: 11.08.2017