MisCO₂: Miscanthus für Gebäude – erneuerbare Baumaterialien als Kohlenstoffsenke

Das Projekt MisCO₂ zielt darauf ab, CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen und langfristig in Baumaterialien zu speichern. Der Fokus liegt dabei auf der technischen Entwicklung, wirtschaftlichen Bewertung und ökologischen Analyse der Materialien.

Miscanthus, auch „Chinaschilf“ genannt, ist ein schnell wachsendes Gras, das große Mengen an Biomasse liefert – selbst auf weniger ertragreichen Böden. Aufgrund seines geringen Pflegebedarfes und stabil hohen Erträgen, gilt es als eine der effizientesten Pflanzen für eine nachhaltige Biomasseproduktion.

Das Projekt MisCO₂ nutzt diese Potenziale, um aktiv Kohlenstoffdioxid (CO₂) aus der Atmosphäre zu entfernen. Dazu wird der mehrjährige nachwachsende Rohstoff Miscanthus angebaut und der Kohlenstoff in der Biomasse anschließend in langlebigen sowie kreislauffähigen Bau- und Dämmstoffen gespeichert. Drei Prototypen werden entwickelt, technisch getestet und auf Recyclingfähigkeit optimiert: ein Miscanthus-Kalk-Baustoff, eine Schüttdämmung und bindemittelfreie Faserplatten.

Neben der technischem Umsetzung prüft das Projektteam, wie die Hindernisse der hohen Anfangsinvestitionen, der Logistik und der Verfügbarkeit überwunden werden können. Zudem werden mögliche Marktbarrieren für die Nutzung von Miscanthus in der Bauwirtschaft analysiert. 

Die Entwicklung dieser biobasierten Baustoffe kann dabei helfen, die CO₂-Emissionen der Bauindustrie zu senken, welche laut Umweltbundesamt etwa 13,5 Prozent des gesamten CO₂-Ausstoßes in Deutschland ausmachen.

Projektwebseite: https://cdrterra.de/consortia/misco2/

 

Projektleitung:

Name: Prof. Dr. Ralf Pude
Institution: INRES Uni Bonn, Professur für Nachwachsende Rohstoffe
Anschrift: Klein-Altendorf 2, 53359 Rheinbach
Tel.: +49 2225 99963-13
E-Mail: r.pude@uni-bonn.de

Projektpartner:

Prof. Dr. Dr. Daniel Hermann, ILR Uni Bonn, Professur für Digitale Transformation und Kreislaufwirtschaft

    

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