01.12.2016 Offenes Ende
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Energiewende international: Kooperationen mit Australien zur Energieforschung

In Deutschland hat die Energiewende ihren Anfang genommen. Aber gerade in anderen sonnen- und windreichen Regionen der Welt sind die Voraussetzungen für einen solchen gesellschaftlichen Wandel besonders gut. Australien bietet beides: Sonne und Wind gibt es hier im Überfluss. Um den internationalen Wandel hin zu klimaneutralen Energieträgern zu beschleunigen, kooperieren Deutschland und Australien immer intensiver. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert deshalb Projekte und Initiativen, die die anstehenden energiepolitischen Herausforderungen beider Länder adressieren.

Australien und Deutschland stehen vor großen energiepolitischen Herausforderungen: Während Deutschland eine weitgehende Klimaneutralität aller Sektoren auf der Grundlage erneuerbarer Energiequellen vorantreibt, setzt Australien eine großangelegte nationale Strategie der Wasserstoffproduktion mit einem hohen Exportanteil um. Das Potential beider Länder ergänzt sich gut: Deutschland mit seinem starken verarbeitenden Gewerbe und seiner tief in viele Lebensbereiche hineinreichenden Energiewende einerseits, und Australien mit seinem Energie- und Ressourcenreichtum andererseits. Als natürliche Partner können Deutschland und Australien so die globale Energiewende voranbringen. Aus diesem Grund unterstützt das BMBF institutionelle Kooperationen und die bilaterale Zusammenarbeit von Akteuren aus der Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft beider Länder.

Innovationspartnerschaft mit Fokusprojekt „START"

Eine Grundlage der bilateralen Kooperation ist der „Energy Transition Hub" - eine deutsch-australische Innovationspartnerschaft des BMBF und des australischen Außenhandelsministeriums. Er bringt führende Forschungsinstitutionen aus Deutschland und Australien zusammen, um die anstehenden energiepolitischen Herausforderungen beider Länder zu adressieren. Im Fokusprojekt „START" analysieren seit Oktober 2017 sechs deutsche Forschungseinrichtungen in enger Kooperation mit australischen Partnern die Transformation hin zu emissionsfreien Energiesystemen in Deutschland und Australien, insbesondere die gemeinsamen Herausforderungen und jeweiligen technologischen und politischen Lösungsoptionen. Ziel ist sowohl die Vertiefung der Zusammenarbeit australischer und deutscher Forschungseinrichtungen in der Energiewendeforschung als auch eine umfassende Analyse der Herausforderungen und Chancen. Das Projekt hat eine Laufzeit bis September 2019 und wird mit 2,1 Millionen Euro durch das BMBF gefördert.

Transformation der Energiesysteme in den G20-Staaten

Mit australischen Partnern wird aber auch auf anderer Ebene immer stärker zusammengearbeitet. So untersucht beispielsweise das BMBF-Vorhaben „Grundlagen der Energieforschung in internationaler Perspektive" die Transformationspfade der Energiesysteme in ausgewählten G20-Ländern. Durch die Gegenüberstellung unterschiedlicher Forschungsansätze und Best-Practice-Beispiele werden Chancen und Handlungsoptionen für Deutschland im internationalen Kontext aufgezeigt. Kern des Projekts bilden „Fact Finding Missions": Delegationsreisen von Wissenschaftlern, Präsidenten führender Wissenschaftsinstitutionen sowie Vertreterinnen und Vertretern deutscher Unternehmen, NGOs und Medien. Die erste Delegationsreise fand im April 2017 in die USA statt, die zweite führte Anfang 2018 nach Asien und die dritte wird Ende 2019 nach Australien gehen. Das Projekt wird von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geleitet und hat eine Laufzeit bis Februar 2020. Es wird mit rund einer Millionen Euro durch das BMBF gefördert.

Deutsch-Australische Arbeitsgruppe zu Energie und Rohstoffen

In der 2017 gegründeten deutsch-australischen Arbeitsgruppe zu Energie und Rohstoffen setzt das BMBF die erforderlichen Akzente für die Wissenschaft und Gesellschaft. Die Arbeitsgruppe, in der das BMBF eng mit dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie dem australischen Umwelt- und Energieministerium zusammenarbeitet, soll den Austausch über langfristige Energiestrategien in beiden Ländern fördern und beschleunigen.

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