01.05.2019 30.06.2022
Bekanntmachung
Auswahlphase
Förderphase
Heute

Green Carbon – Nachhaltige Carbonfaser-Bauteile aus Algen

Flugzeuge oder Automobile, die aus Leichtbaumaterialien mit Carbonfasern gebaut sind, schaffen mit derselben Tankfüllung oder Batterieladung eine größere Distanz als bisher möglich. Werden die Carbonfasern zudem aus Algenöl hergestellt, spart die Herstellung der innovativen Baustoffe Kohlendioxid. Könnte eine CO2-basierte Nutzung von Carbonfaserkompositmaterial im Verkehr- und Bausektor etabliert werden, entfernt das Kohlendioxidemissionen im Gigatonnenmaßstab permanent aus der Atmosphäre.

Ziel von „Green Carbon" ist es, auf Algenbasis Herstellungsverfahren für Polymere und carbonfaserbasierte Leichtbaumaterialien zu entwickeln, die beispielsweise in der Flugzeug- und Automobilindustrie eingesetzt werden können. In den ersten praktischen Untersuchungen stellen Forschende zunächst einige Kilogramm des Rohstoffes her.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 7,6 Millionen Euro.

Im weltweit einzigartigen Algentechnikum an der Technischen Universität München speichern zunächst schnell wachsende Mikroalgen große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid unter anderem in Form von Zuckern, die für den Aufbau ihrer Zellwände benötigt werden. Nach einem Monat werden die Algen mit dem hierbei gespeicherten Kohlendioxid geerntet und in ihre Bestandteile zerlegt. Einige Algenbestandteile bilden die Nahrungsgrundlage für spezielle ölbildende Hefen. Das so erzeugte Öl ist der Ausgangspunkt, um die Komponenten nachhaltiger Leichtbaumaterialien zu gewinnen.

Projektpartner

Technische Universität München

AHP GmbH & Co. KG

Fuchs Schmierstoffe GmbH

TechnoCarbon Technologies GbR

Airbus Defence and Space GmbH, Central Research & Technology

Daimler AG

SGL Carbon GmbH

Zunächst muss jedoch das Öl in seine größeren Bestandteile - Glycerin und freie Fettsäuren - zerlegt werden. Nun kann man beide Anteile mit weitgehend etablierten biotechnologischen und chemischen Verfahren in die für den Aufbau der Leichtbaumaterialien notwendigen Komponenten überführen. Hierbei dient das Glycerin zur Herstellung nachhaltiger Carbonfasern. Die Fettsäuren werden zu biobasierten Kunststoffen weiterentwickelt, die unterschiedliche Härtegrade aufweisen können und zum Teil mit Hitze formbar sind. Aus einer Verknüpfung der Carbonfasern mit den Kunststoffen entstehen nachhaltige Leichtbaumaterialien. In Kombination mit innovativen Verarbeitungsprozessen sind diese Leichtbaumaterialien nicht nur gleichzeitig leicht und stabil, sondern lassen Werkstücke entstehen, die mit konventionellen Produktionsverfahren schwer bis gar nicht hergestellt werden können.

Zuletzt geändert am