23.05.2019 30.04.2024
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Insektendiversität in Naturschutzgebieten (DINA)

Das Verbundprojekt DINA (Diversity of Insects in Nature protected Areas) erforscht die Ursachen des Insektensterbens in Naturschutzgebieten. Gemeinsam mit Landnutzern und -nutzerinnen vor Ort entwickelt das Projekt Empfehlungen für die Politik und Umsetzungsmaßnahmen für einen besseren Schutz der Artenvielfalt. Das BMBF fördert das Projekt mit insgesamt 4,2 Mio. Euro.

In Deutschland war in den letzten Jahrzehnten einen dramatischen Verlust an Insekten zu beobachten, der zugleich die Artenvielfalt in Naturschutzgebieten gefährdet. Die Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld belegte 2017 erstmals, dass die Gesamtmenge an Fluginsekten in Schutzgebieten seit 1989 um bis zu 75 Prozent zurückgegangen ist. Grundlegende Fragen zu den Zusammenhängen und Treibern dieses besorgniserregenden Rückganges sind jedoch bisher weitestgehend ungeklärt.

Das im Mai 2019 gestartete Projekt DINA erforscht, in welchem Umfang verschiedene Faktoren zum Rückgang von Insekten beitragen, etwa die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen, die Landnutzung oder die ökotoxikologische Belastung. Dazu werden Fluginsekten in 21 repräsentativen Naturschutzgebieten mit standardisierter Methode erfasst. Die Insektenarten werden durch DNA-Metabarcoding bestimmt. Auf der Basis dieses Insekten-Monitorings entsteht die bisher umfangreichsten Datensammlung für das Vorkommen von fliegenden Insektenarten in Schutzgebieten in Deutschlands. Ergänzend werden Informationen zur Pestizidbelastung beispielsweise durch chemische Analysen von Boden, Vegetation, Insekten und Wasser sowie in angrenzenden, landwirtschaftlichen Flächen gewonnen.

Im Projekt wird ein interaktiver, multidisziplinärer Ansatz mittels „Social Labs" verfolgt, der die Zusammenarbeit der Akteure befördert. In Rahmen dieses Dialogformats gehen Landnutzer, Verwalter, Naturschützer und Landeigentürmer gemeinsam der Frage nach, wie bessere Entscheidungen im Sinne des Biodiversitätsschutzes erreicht werden könnten. Konflikte, Konsense wie Dissense werden gleichermaßen herausgearbeitet und langfristig tragfähige Handlungsoptionen entwickelt.

Als Ergebnis des Projektes werden in einem Synthese-Prozess evidenzbasierte Politikempfehlungen erarbeitet. Diese sollen dazu beitragen, einen effektiveren Schutz der Biodiversität zu ermöglichen, der unter Einbeziehung der verschiedenen lokalen Akteure umsetzbar ist.

An dem Verbundprojekt beteiligen sich die folgenden acht Partnerinstitutionen:

  • Naturschutzbund Deutschland (NABU, Koordinator)
  • Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt/Main (ISOE)
  • Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
  • Universität Koblenz-Landau
  • Entomologischer Verein Krefeld e.V.
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere
  • Leibniz-Institut für Ökologische Raumentwicklung e. V.

Das BMBF fördert das Projekt DINA mit Mitteln in Höhe von 4,2 Mio. Euro bei einer Laufzeit von vier Jahren. DINA ist eines der ersten Projekte, die im Rahmen der neuen Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt gefördert werden. Das Projekt adressiert die Aktionsfelder 2 „Ursachen, Dynamiken und Folgen von Biodiversitätsveränderungen" sowie 3 „Systemlösungen und Maßnahmen-Portfolien" der Forschungsinitiative. DINA leistet einen wichtigen Beitrag zur Insektenforschung.

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