Klimakompetenzzentren WASCAL und SASSCAL

SASSCAL-Graduiertenschulprogramm – Wissenschaftlicher Nachwuchs für Klimaschutz und Klimaanpassung im südlichen Afrika

Bessere Anpassung an die Folgen des Klimawandels durch fachliche Expertise – darauf setzt das Klimakompetenzzentrum SASSCAL und stärkt die akademische Kapazitätsentwicklung vor Ort.

Das südliche Afrika zählt zu den trockensten Regionen des Kontinents. Infolge des Klimawandels nehmen Dürren und extreme Hitze weiter zu, sodass Wasser immer knapper wird. Dadurch sind die Landwirtschaft, die Ernährungssicherung, die Biodiversität und die Wasserversorgung bedroht. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind regionales Wissen und qualifizierte Fachkräfte in den Bereichen nachhaltige Landnutzung, Ernährungssicherung, Biodiversität sowie Wassermanagement dringend erforderlich. 

Das Bundesforschungsministerium gründete daher im Jahr 2012 gemeinsam mit mehreren südafrikanischen Staaten das Klimakompetenzzentrum SASSCAL. Ein wesentlicher Schwerpunkt beim Aufbau von SASSCAL bestand darin, neben der Forschung auch Graduiertenschulprogramme einzurichten, um die akademische Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden vor Ort gezielt zu stärken. Dabei wird SASSCAL vom BMFTR unterstützt und gefördert. Mit diesem Engagement trägt das Ministerium dazu bei, lokale wissenschaftliche Kapazitäten zu stärken und die Partnerländer im südlichen Afrika in die Lage zu versetzen, langfristig eigene Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels zu entwickeln.

Aktuell umfasst das Graduiertenschulprogramm von SASSCAL zwei Doktorandenprogramme: 

  • Das erste SASSCAL-Doktorandenprogramm startete 2022 in Namibia mit dem ersten Jahrgang zum Schwerpunkt „Integriertes Wasserressourcenmanagement“. Im Jahr 2026 konnte bereits der zweite Jahrgang sein Studium aufnehmen. Das Programm wird von der Namibia University of Science and Technology (NUST) in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel (ICWRGC) in Koblenz als deutscher Partnerinstitution durchgeführt.
  • Ein zweites Doktorandenprogramm mit dem Schwerpunkt „Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und nachhaltiges Landmanagement“ startete 2026 in Angola. Es wird gemeinsam von SASSCAL, der Universität José Eduardo dos Santos (UJES) in Huambo, Angola, der Universität Agostinho-Neto (UAN) in Luanda, Angola, und der Universität Kassel umgesetzt.

Für mehr wissenschaftliche Expertise: Zusammenarbeit afrikanischer und deutscher Universitäten

Alle Doktorandenprogramme sind an einer ausgewählten Universität in einem der SASSCAL-Mitgliedsländer angegliedert. Zudem beteiligen sich deutsche Partneruniversitäten an den Doktorandenprogrammen: Sie entwickeln Lehrpläne mit, vergeben Gastprofessuren und unterstützen bei der Betreuung der Studierenden. Ein besonderes Highlight ist, dass die deutschen Partneruniversitäten es den Studierenden ermöglichen, im zweiten Studienjahre für bis zu sechs Monate an einer Partnerhochschule oder an einer anderen wissenschaftlichen Einrichtung in Deutschland zu forschen.

Klimakompetenzzentren in Afrika

Das „West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use“ (WASCAL) in Westafrika und das „Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management“ (SASSCAL) im südlichen Afrika sind regionale Klimakompetenzzentren, die das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit afrikanischen Partnerländern aufgebaut und etabliert hat. Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 unterstützt das BMFTR beide Einrichtungen, um wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen und die afrikanischen Partnerländer im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu stärken.

Die Zentren verbinden Kapazitätsaufbau, Forschung und moderne Dateninfrastruktur. Zu den Schwerpunkten zählen Klima, Landwirtschaft, Biodiversität, Ernährung, Wasser und Landnutzung, erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff. 

Die Aus- und Weiterbildung ist ein zentraler Bestandteil: Durch Graduiertenschul- und Trainingsprogramme sowie Forschungskooperationen wird vor Ort das Fachwissen aufgebaut, das für langfristige, eigenständige Lösungen im Klimaschutz und in der nachhaltigen Entwicklung in den Regionen erforderlich ist.

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