WASCAL-Graduiertenschulprogramm – Wissenschaftlicher Nachwuchs für Klimaschutz und Klimaanpassung in Westafrika
Über das Graduiertenschulprogramm von WASCAL werden qualifizierte Nachwuchsforschende in Westafrika ausgebildet. Ziel ist es, die Kapazitätsentwicklung zu fördern und so das benötigte Wissen zum Klimawandel und zur Klimaanpassung vor Ort zu stärken.
Westafrika steht aufgrund des Klimawandels vor großen Herausforderungen, etwa durch häufiger auftretende Überschwemmungen infolge extremer Wetterereignisse. Um geeignete Lösungen – beispielsweise zur Klimaanpassung und nachhaltigen Landnutzung – zu entwickeln und umzusetzen, sind hochqualifizierte Fachkräfte in den Regionen unerlässlich. Zu diesem Zweck rief das Bundesforschungsministerium 2012 gemeinsam mit westafrikanischen Partnerländern das Klimakompetenzzentrum WASCAL ins Leben. Ein zentraler Aspekt bei der Entwicklung von WASCAL war die Etablierung eines eigenen Graduiertenschulprogramms. Im Rahmen dieses Programms werden Doktoranden und Masterstudierende an westafrikanischen Universitäten in Zusammenarbeit mit deutschen Partnerinstitutionen ausgebildet. Mittlerweile umfasst das Angebot von WASCAL im Bereich Klimawandel und dessen Folgen insgesamt elf Doktoranden- und zwei Masterprogramme, die sich unterschiedlichen Themenfeldern in diesem Bereich widmen. Zuletzt wurde 2023 in Conakry, Guinea, das jüngste WASCAL-Doktorandenprogramm zu „Klimawandel, Bergbau und Waldforschung“ in Kooperation mit der Universität Gamal Abdel Nasser eingerichtet. Ein weiteres Programm in Sierra Leone, das 2025 den WASCAL-Mitgliedsländern beigetreten ist, ist aktuell in Planung.
Mit seinem Engagement verfolgt das BMFTR das Ziel, wissenschaftliche Expertise in den Partnerländern nachhaltig auf- und auszubauen und regionale Fachkräfte zu stärken, damit diese langfristig eigenständige Lösungen in Bezug auf Klimawandel, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung erarbeiten können.
Über 700 Studierende haben bisher die Programme erfolgreich absolviert und verfolgen mittlerweile Karrieren im akademischen oder privaten Sektor, in Verwaltungen oder als Expertinnen und Experten in regionalen Entwicklungsbanken oder in internationalen Organisationen. Aktuell studieren rund 150 Nachwuchsforschende in den Programmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung.
Gemeinsam Wissen schaffen: Kooperationen der westafrikanischen und deutschen Universitäten
Das akademische Aus- und Weiterbildungsprogramm von WASCAL wird von der Abteilung für Capacity Buildung am Hauptsitz von WASCAL in Accra, Ghana, koordiniert. Die einzelnen Doktoranden- und Masterprogramme sind jedoch autonom und jeweils an einer westafrikanischen Universität angesiedelt. WASCAL unterstützt den Lehrbetrieb an den Universitäten, empfiehlt ausgewählte Studierende für die Dauer des Programms für Stipendien und unterstützt ihre Einbindung in Forschungsaktivitäten. Die Programme stehen Kandidatinnen und Kandidaten aus allen 13 WASCAL-Mitgliedsländern offen. Dadurch wird die interdisziplinäre Forschung und Ausbildung in der westafrikanischen Region gefördert. Zudem wird die länderübergreifende Vernetzung und Zusammenarbeit beim Aufbau von Kapazitäten und Wissen zum Umgang mit dem Klimawandel und dessen Folgen gestärkt.
WASCAL setzt auf die enge Kooperation westafrikanischer Universitäten mit deutschen Partneruniversitäten, die ebenfalls vom BMFTR unterstützt werden. Gemeinsam entwickeln sie Lehrpläne für die Doktoranden- und Masterprogramme, vergeben Gastprofessuren und kümmern sich um die Betreuung der Studierenden. Darüber hinaus erhalten westafrikanische Studierende die Möglichkeit, an deutschen Universitäten zu forschen oder Forschungseinrichtungen der Partneruniversitäten zu besuchen.
Klimakompetenzzentren in Afrika
Das „West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use“ (WASCAL) in Westafrika und das „Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management“ (SASSCAL) im südlichen Afrika sind regionale Klimakompetenzzentren, die das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit afrikanischen Partnerländern aufgebaut und etabliert hat. Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 unterstützt das BMFTR beide Einrichtungen, um wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen und die afrikanischen Partnerländer im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu stärken.
Die Zentren verbinden Kapazitätsaufbau, Forschung und moderne Dateninfrastruktur. Zu den Schwerpunkten zählen Klima, Landwirtschaft, Biodiversität, Ernährung, Wasser und Landnutzung, erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff.
Die Aus- und Weiterbildung ist ein zentraler Bestandteil: Durch Graduiertenschul- und Trainingsprogramme sowie Forschungskooperationen wird vor Ort das Fachwissen aufgebaut, das für langfristige, eigenständige Lösungen im Klimaschutz und in der nachhaltigen Entwicklung in den Regionen erforderlich ist.
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