Klimakompetenzzentren WASCAL und SASSCAL

Entstehung, Entwicklung und Bedeutung des Klimakompetenzzentrums WASCAL

WASCAL entstand 2012 aus einer gemeinsamen Initiative westafrikanischer Staaten und des deutschen Bundesforschungsministeriums. Seitdem fokussiert sich das Zentrum insbesondere auf die wissenschaftliche Expertise vor Ort – wie etwa durch den Aufbau von Master- und Doktorandenprogrammen.

Der Klimawandel wird in Westafrika immer deutlicher spürbar – durch Dürren, Starkregen, Ernteausfälle und den Verlust fruchtbarer Böden. Daher wächst der Bedarf an verlässlichen Daten und regionaler wissenschaftlicher Expertise. Um diese Lücke zu schließen, gründete im Jahr 2012 das damalige Bundesforschungsministerium gemeinsam mit zehn westafrikanischen Staaten das „West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use“ (WASCAL). Zeitgleich wurde ein zweites Zentrum mit gleichem Auftrag im südlichen Afrika aufgebaut (SASSCAL).
Das deutsche Bundesforschungsministerium war dabei nicht nur Förderer, sondern zentraler Mitinitiator. Die Idee, ein dauerhaftes, regional verankertes Klimakompetenzzentrum aufzubauen, entstand im Rahmen langjähriger Forschungskooperationen und dem politischen Ziel, afrikanische Partner beim Aufbau eigener wissenschaftlicher Strukturen zu unterstützen und strategische Partnerschaften aufzubauen.

2012: Der offizielle Startschuss

Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Februar 2012 begann der institutionelle Aufbau von WASCAL. Zu den initiierenden Partnerländern gehörten Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Togo und Deutschland – vertreten durch das Bundesforschungsministerium. Die Ursprungsidee: Das Zentrum sollte mehr sein als ein klassisches Forschungsprojekt. Es sollte eine dauerhafte Einrichtung werden, getragen von afrikanischen Staaten, wissenschaftlich unterstützt durch deutsche Forschungseinrichtungen und finanziell maßgeblich gefördert durch das Bundesforschungsministerium.

Der Hauptsitz von WASCAL befindet sich in Accra, Ghana. Von dort aus wird die politische und administrative Koordination gesteuert und das Graduiertenschulprogramm koordiniert. Parallel zum Hauptsitz entstand in Ouagadougou, Burkina Faso, ein eigenes Forschungs- und Datenzentrum (Competence Centre) – das wissenschaftliche Herzstück von WASCAL.

2012–2014: Aufbau des Graduiertenschulprogramms und erster Forschungsprogramme

Ein zentrales Element der frühen Phase war der Aufbau des WASCAL Graduiertenschulprogramms, das seitdem kontinuierlich wächst. Es soll die wissenschaftliche Basis und Fachexpertise vor Ort stärken, indem es Master- und Doktorandenprogramme zu Klimawandel, Landnutzung, Wasserressourcen und verwandten Themen etabliert. Deutsche Universitäten unterstützten die wissenschaftlichen Programme, die Betreuung und den Austausch – ein Kernanliegen des Bundesforschungsministeriums, das Kapazitätsaufbau als langfristige Investition versteht.

Parallel starteten erste Forschungsprojekte, die sich mit Klimadaten, Landnutzungsänderungen und regionalen Klimamodellen beschäftigten. Diese Projekte legten die Grundlage für spätere, umfangreichere Forschungsprogramme.

2014: WASCAL wird internationale Organisation

Ein wichtiger Meilenstein war die Anerkennung von WASCAL als internationale Organisation. Damit wurde die institutionelle Basis gefestigt. Das Bundesforschungsministerium unterstützte diesen Schritt ausdrücklich, da er die regionale Eigenverantwortung stärkte und die Nachhaltigkeit der Investitionen sicherstellte.

2015–2020: Ausbau der Forschung 

In diesem Zeitraum weitete WASCAL seine Forschungsaktivitäten aus. Im Mittelpunkt standen neue interdisziplinäre Projekte zu Themen wie Wasserressourcen, Biodiversität, Ernährungssicherheit und Landdegradation (siehe WRAP 2.0). Durch den Ausbau regionaler Forschung wurde die Grundlage für praxisorientierte Klimaanpassung in Westafrika weiter gestärkt.

2022: WASCAL feiert 10-jähriges Bestehen

Anlässlich des Jubiläums bekräftigten die Klimakompetenzzentren WASCAL und SASSCAL gemeinsam mit dem deutschen Bundesforschungsministerium die wissenschaftliche Zusammenarbeit und die enge Klima- und Energiepartnerschaft. 

2022 bis heute: WASCAL als Impulsgeber für neue Initiativen – darunter CS4RRA

In den vergangenen Jahren konnte WASCAL weitere westafrikanische Partnerländer gewinnen: Guinea, Kapverden und zuletzt Ende 2025 Sierra Leone traten dem Klimakompetenzzentrum bei. Zusätzlich hat WASCAL seine Rolle als regionaler Akteur weiter ausgebaut. Besonders sichtbar wurde dies durch das Engagement in der Initiative Climate Services for Risk Reduction in Africa (CS4RRA), die zur Stärkung der Klimaresilienz in Westafrika ins Leben gerufen wurde. WASCAL brachte seine Expertise in Klimadaten, Modellierung und regionalen Netzwerken ein und setzte sich dafür ein, dass afrikanische Perspektiven und Bedarfe im Zentrum der Initiative stehen.

Ein weiteres Highlight war die erste internationale WASCAL-Wissenschaftskonferenz, die 2025 stattfand. Diese Beispiele zeigen, wie stark sich WASCAL seit 2012 entwickelt hat: vom Aufbauprojekt zu einem anerkannten Partner in internationalen Klimainitiativen. 

 

Afrikanisch deutsche Forschungskooperation als Motor für Klimawissen

Heute ist WASCAL ein Beispiel dafür, wie langfristige Partnerschaften wirken können. Das Bundesforschungsministerium hat mit dem Aufbau, der finanziellen Förderung, seiner wissenschaftlichen Begleitung und seinem politischen Engagement entscheidend dazu beigetragen, dass Westafrika über eigene, leistungsfähige Strukturen im Bereich Capacity Building, Forschung und Dienstleistungen verfügt.
WASCAL steht damit für eine langfristige Kooperation mit Zukunftsperspektive: für wissenschaftliche Exzellenz, regionale Verantwortung und internationale Zusammenarbeit – und für die gemeinsame Vision, den Klimawandel mit Wissen, Innovation und starken Partnerschaften zu begegnen.

Klimakompetenzzentren in Afrika

Das „West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use“ (WASCAL) in Westafrika und das „Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management“ (SASSCAL) im südlichen Afrika sind regionale Klimakompetenzzentren, die das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit afrikanischen Partnerländern aufgebaut und etabliert hat. Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 unterstützt das BMFTR beide Einrichtungen, um wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen und die afrikanischen Partnerländer im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu stärken.

Die Zentren verbinden Kapazitätsaufbau, Forschung und moderne Dateninfrastruktur. Zu den Schwerpunkten zählen Klima, Landwirtschaft, Biodiversität, Ernährung, Wasser und Landnutzung, erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff. 

Die Aus- und Weiterbildung ist ein zentraler Bestandteil: Durch Graduiertenschul- und Trainingsprogramme sowie Forschungskooperationen wird vor Ort das Fachwissen aufgebaut, das für langfristige, eigenständige Lösungen im Klimaschutz und in der nachhaltigen Entwicklung in den Regionen erforderlich ist.

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