Klimakompetenzzentren WASCAL und SASSCAL

Klimaforschung mit Afrika

Die Klimakompetenzzentren WASCAL und SASSCAL ermöglichen Forschung zu den Folgen und der Bekämpfung des Klimawandels in Afrika. Innerhalb von Förderprogrammen sowie in eigenen Forschungs- und Datenzentren werden fundierte Grundlagen für eine wirksame Klimaanpassung entwickelt.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Afrika bereits längst Realität. Längere Trockenperioden, unregelmäßige Niederschläge, Extremwetterereignisse und der Verlust fruchtbarer Böden stellen Länder und Gesellschaften vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an wissenschaftlich fundierten Entscheidungsgrundlagen, um die Landwirtschaft, die Wasserressourcen und somit die Ernährungsgrundlagen nachhaltig zu sichern. Genau hier setzen die beiden Klimakompetenzzentren WASCAL (im westlichen Afrika) und SASSCAL (im südlichen Afrika) an, die dabei vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt werden. Als langjähriger Partner fördert das BMFTR so den Aufbau und die Weiterentwicklung einer afrikanischen Wissensgesellschaft. Ziel ist es, dass diese selbst vor Ort valide Entscheidungen etwa im Bereich der nachhaltigen Landnutzung sowie Ernährungssicherung treffen und so den Folgen des Klimawandels entgegentreten kann. 

WASCAL: Forschung für mehr regionales Klimawissen in Westafrika 

Um die lokale Bevölkerung besser vor den Folgen des Klimawandels zu schützen, baute das Klimakompetenzzentrum WASCAL mit Unterstützung des BMFTR ein eigenes Forschungs- und Datenzentrum (Competence Centre) in Ouagadougou, Burkina Faso, auf. Dort sammeln Forschende verlässliche Klimadaten, die für Analysen von Klimarisiken sowie zur Bewertung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen genutzt werden. Aktuell arbeitet beispielsweise das Climate Service Center Germany (GERICS) eng mit dem WASCAL-Forschungszentrum im – ebenfalls vom BMFTR geförderten – Projekt CICLES zusammen, um neue Klima- und Umweltdienstleistungen für Westafrika zu entwickeln. 

Im Rahmen des Forschungsprogramms WRAP 2.0 (2021 bis 2024) förderte das BMFTR sechs deutsch-westafrikanische Verbünde. Die WASCAL-Forschungsprojekte erhoben zum Beispiel neue Daten zum Klimawandel, verbesserten regionale Klimamodelle und entwickelten Tools für die Anpassung an die klimatischen Veränderungen. Unter anderem wurde untersucht, wie sich längere Hitzeperioden und Starkregen auf Landwirtschaft, Wasserverfügbarkeit und Landnutzung auswirken. Ein zentrales Ziel war es, Entscheidungsträgern verlässliche Informationen bereitzustellen – etwa durch neue Monitoring-Ansätze, digitale Tools oder Szenarien für zukünftige Klimarisiken.

WRAP 2.0 stärkte zudem die regionale Forschungskompetenz. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Westafrika und Deutschland arbeiteten eng zusammen, tauschten Daten aus und entwickelten gemeinsame Methoden. Die Ergebnisse fließen nun in nationale Klimastrategien und lokale Anpassungsmaßnahmen ein.

SASSCAL-Forschung für eine klimaresiliente Entwicklung im südlichen Afrika

Auch im südlichen Afrika sind die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar. In den Forschungsprogrammen von SASSCAL wird seit 2012 der Ansatz verfolgt, lokale und regionale Klimaanpassung durch überregionale und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu erforschen. Im Rahmen des nun auslaufenden Forschungsprogramms SASSCAL 2.0 (2022–2026) hat das BMFTR insgesamt 13 Verbundprojekte gefördert und so über 50 beteiligte Institutionen zusammengebracht. Im Mittelpunkt standen fünf zentrale Themenfelder: Ernährungssicherheit, Wasserressourcen, Biodiversität, nachhaltige Waldwirtschaft und klimaangepasste Landnutzung.
Die Projekte entwickelten unter anderem neue Bewässerungsstrategien, verbesserten Frühwarnsysteme für Dürren und Starkregen, erarbeiteten Konzepte für nachhaltige Landwirtschaft und sammelten umfangreiche Klimadaten. Viele dieser Ergebnisse wurden direkt mit lokalen Gemeinden, Behörden und landwirtschaftlichen Betrieben erprobt – ein wichtiger Schritt, um Forschungserkenntnisse in die Praxis zu überführen.

Ab 2027 sollen begleitende Forschungsprojekte speziell für die forschenden Doktoranden in allen Ländern in Ergänzung zum etablierten Graduiertenschulprogramm und zu den Forschungs-Hubs gefördert werden.

Partnerschaftlich, praxisnah, zukunftsorientiert

WASCAL und SASSCAL verfolgen einen, integrierten Ansatz, der Forschung, Dateninfrastruktur und den breiten Aufbau von Wissen verbindet. Dieser Ansatz stärkt die regionale Expertise und schafft langfristige Strukturen. Die Zentren tragen dazu bei, dass afrikanische Länder eigene Klimadaten erheben, Risiken besser einschätzen und nachhaltige Strategien entwickeln können.

Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zur globalen Klimaforschung – und zu einer Zukunft, in der Menschen und Ökosysteme besser vor den Folgen des Klimawandels geschützt sind.

Klimakompetenzzentren in Afrika

Das „West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use“ (WASCAL) in Westafrika und das „Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management“ (SASSCAL) im südlichen Afrika sind regionale Klimakompetenzzentren, die das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit afrikanischen Partnerländern aufgebaut und etabliert hat. Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 unterstützt das BMFTR beide Einrichtungen, um wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen und die afrikanischen Partnerländer im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu stärken.

Die Zentren verbinden Kapazitätsaufbau, Forschung und moderne Dateninfrastruktur. Zu den Schwerpunkten zählen Klima, Landwirtschaft, Biodiversität, Ernährung, Wasser und Landnutzung, erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff. 

Die Aus- und Weiterbildung ist ein zentraler Bestandteil: Durch Graduiertenschul- und Trainingsprogramme sowie Forschungskooperationen wird vor Ort das Fachwissen aufgebaut, das für langfristige, eigenständige Lösungen im Klimaschutz und in der nachhaltigen Entwicklung in den Regionen erforderlich ist.

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