OHA - Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit - Ursachen und Alternativen

Insbesondere mit der Produktion und Entsorgung vieler Produkte des 21. Jahrhunderts gehen signifikante Umweltprobleme einher. Neben geschlossenen Stoffkreisläufen, der Verbesserung von Produktionsbedingungen und nachhaltigem Design wird vor allem auch eine Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten als wichtiger Hebel zur Steigerung der Ressourcenproduktivität und -effizienz diskutiert. Jedoch zeichnet sich ab, dass die Lebens- bzw. Nutzungsdauern insbesondere von Elektronikgeräten in Privathaushalten konstant bleiben oder sogar kürzer werden. Im öffentlichen Diskurs wird als Begründung für die kurzen Nutzungsdauern oft der Begriff „Obsoleszenz“ genannt. Vermutet wird dabei, dass ein Produkt, verglichen mit einem technisch möglichen Idealzustand, frühzeitig veraltet und nicht mehr gebrauchsfähig ist oder als nicht mehr funktional und brauchbar betrachtet wird. In der empirischen Forschung fehlt bisher ein umfassender Erklärungsansatz für das Zusammenwirken von Wirtschafts- und Konsumpraktiken sowie eine systematische, theoretisch fundierte Entwicklung von Strategien zur Überwindung von Obsoles¬zenz.

Projektziel
Hier knüpft die Nachwuchsgruppe an, indem sie eine Theorie der Obsoleszenz aus technik-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Perspektive entwickelt. Eine differenzierte Darstellung des Problemhintergrunds bildet die Ausgangsbasis für die Entwicklung von Szenarien, Transformationspfaden und konkreten Maßnahmen, die lange Nutzungsdauern von Elektronikprodukten technisch, wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich ermöglichen. So wird u.a. eine Prüfmethode zur Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmessung („EcoReliability-Check“) entwickelt und erprobt. Aus den Ergebnissen werden öko-innovative Geschäftsmodelle und gesellschaftspolitische Strategien zur Verbreitung langlebiger Produkte und innovativer Praktiken (beispielsweise Design für Recycling, Reparatur-Cafés, Upcycling oder Prosuming) abgeleitet. Dabei steht die enge Kooperation mit Praxispartnern aus Wirtschaft (vor allem aus der Elektronikbranche) und Zivilgesellschaft sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern im Vordergrund. So sollen beispielsweise öko-innovative Unternehmen mit Hilfe einer eigens entwickelten Konsument/innen-Typologie dabei unterstützt werden, in Produktdesign und -vermarktung die Kundenbedürfnisse in Bezug auf Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und ökologisches Design besser zu berücksichtigen.

Projektleitung
Technische Universität Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft
Dr. Melanie Jaeger-Erben
Tel.: 030 314 21084
E-Mail: jaeger@ztg.tu-berlin.de

Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM)
Dr. Janis Winzer
Tel.: 030 46403-7984
E-Mail: janis.winzer@izm.fraunhofer.de

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