TRANSCEND - Transformationsentscheidungen für die Anpassung und Nachhaltigkeit von Städten im Kontext von Umweltwandel und sozio-ökonomischen Veränderungen

Urbanes Risiko stellt eine rasant wachsende Herausforderung dar, da es sich aus der Schnittmenge zweier Megatrends des globalen Wandels speist: Urbanisierung und Klimawandel.

Besonders in Küstenstädten kommt es zum Anstieg zukünftiger Risiken, da hier Änderungen in Hochwassermustern mit urbanen Wachstumsprozessen zusammenfallen. Die Nachhaltigkeit bestehender Mensch-Umwelt-Beziehungen in diesen Städten wird hierdurch fundamental in Frage gestellt. Jedoch ist unklar, wie sich urbane Verwundbarkeits- und Risikotrends auf Stadt- und Stadtteilebene genau entwickeln, wie unterschiedliche Anpassungsoptionen eruiert bzw. evaluiert werden können und inwiefern eine fundamentale Transformation bestehender städtischer Systeme nötig ist, um die Anpassung an den Klimawandel und andere Dimensionen des globalen Wandels nachhaltig leisten zu können.

Projektziele

TRANSCEND zielt darauf ab, wissenschaftliche und praktische Antworten auf diese Fragen zu finden. In einer transdisziplinären Herangehensweise setzt das Projekt hierzu auf drei eng verwobene Arbeitsbereiche: (1) Zunächst ist die Entwicklung eines integrierten Models geplant, welches auf Stadtteilebene die Abschätzung zukünftiger Naturgefahren mit der szenariobasierten Analyse sozio-ökonomischer Stadtentwicklungs- und Verwundbarkeitspfade verbinden und Rückkopplungseffekte untersuchen kann. (2) Gemeinsam mit lokalen Praxispartnern werden darauf aufbauend Anpassungsoptionen erarbeitet und multidimensional evaluiert. (3) Schließlich wird untersucht, wie Entscheidungs- und Aushandlungsprozesse zur Anpassung in urbanen, dynamischen Multi-Akteurs-Konstellationen ablaufen und durch praktische Hilfestellungen unterstützt werden können. Mumbai (Indien) und Jakarta (Indonesien), zwei der global am schnellsten wachsenden und am stärksten von Naturgefahren bedrohten Städte, dienen hierbei als Pilotgebiete für die Methodenentwicklung, -erprobung und -anwendung.

Beitrag zur Nachhaltigkeit im Globalen Wandel
Das angestrebte Ergebnis des Projektes ist die Entwicklung einer innovativen, wissensbasierten und praxisorientierten Methode zur modell- und szenariogestützten Abschätzung von urbanen Risikotrends und Anpassungserfordernissen sowie zur Identifikation und Evaluierung resultierender Anpassungsmöglichkeiten und zur Erarbeitung von Transformationsentscheidungen. Die Methodenentwicklung ist auf Transferierbarkeit hin konzipiert, so dass ein breites Anwendungspotential in anderen Städten mit Anpassungsdruck besteht. Gleichzeitig stellt die deutliche Verbesserung wissenschaftlicher Erkenntnisse ein zentrales Ergebnis dar – sowohl in empirischen als auch theoretischen Belangen (z.B. zur Erklärung von Entscheidungsprozessen).

Projektleitung

Prof. Dr. Matthias Garschagen
Department für Geographie
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Luisenstr. 37
80333 München

E-Mail: m.garschagen@lmu.de

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