01.04.2019 31.03.2022
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NAMOSYN: Nachhaltige Mobilität dank synthetischer Kraftstoffe

Das Projekt NAMOSYN soll dabei helfen, Personen und Waren zukünftig klimaneutral zu bewegen. Der Clou: Die im Vorhaben produzierten und getesteten synthetischen Kraftstoffe verbrennen deutlich sauberer und lassen sich in Autos und Lastwagen wie gewohnt tanken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert deshalb das Konsortium mit namhaften Partnern aus der Wissenschaft und Wirtschaft über die nächsten drei Jahre mit rund 21 Millionen Euro.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) nimmt an, dass im Jahr 2030 bis zu 92 Prozent der neu zugelassenen PKW und mindestens 50 Prozent der Nutzfahrzeuge weiterhin einen Verbrennungsmotor besitzen werden. Die Verfügbarkeit sauberer Kraftstoffe ist demnach mittel- und langfristig von großer Bedeutung. Aktuell ist der Verkehrssektor für etwa ein Fünftel der CO2-Emissionen Deutschlands verantwortlich. Etwa zwei Drittel der verkehrsbedingten CO2-Emissionen entfallen auf den Individualverkehr, ein Drittel auf den Güterverkehr (hauptsächlich LKW).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verfolgt das Ziel einer klimafreundlichen Mobilität. Hierzu fördert es technologieoffen die verschiedenen Bausteine eines nachhaltigen Verkehrssystems. Neben Elektromotoren und Brennstoffzellen zählen dazu auch sogenannte „synthetische Kraftstoffe". Sie sind nahezu klimaneutral, wenn sie aus erneuerbaren Energien, Wasser und CO2 hergestellt werden. Dabei verbrennen sie deutlich sauberer als handelsübliche Kraftstoffe und lassen sich schrittweise in die bestehende Tankstelleninfrastruktur integrieren - der Autofahrer merkt davon also nichts. In zehn Jahren könnten etwa zehn Prozent der PKW und 20 Prozent der Nutzfahrzeuge mit synthetischen Kraftstoffen fahren. Dies entspräche einer Einsparung von ca. 50 Mio. Tonnen CO2 für den PKW- und ca. 60 Mio. Tonnen CO2 für den Nutzfahrzeugbereich.

Auch für das Energiesystem ist die Produktion synthetischer Kraftstoffe eine willkommene Lösung: Über die Nutzung von Stromspitzen können synthetische Kraftstoffe äußert flexibel produziert und damit CO2 eingespart werden – erneuerbare Energie wird so chemisch gespeichert und in den Mobilitätssektor integriert. Das entlastet die Netze und kann das Einspeisemanagement von Windparks und Solaranlagen auf ein Minimum reduzieren.

Das Forschungsprojekt NAMOSYN legt die Basis für einen Einstieg in die Produktion von synthetischen Kraftstoffen in Deutschland im Multitonnen-Maßstab. Das Vorhaben ist Anfang April gestartet. Es wird in enger Abstimmung mit der E-Fuels-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), vor allem mit dem dortigen Begleitvorhaben BEniVer, durchgeführt.

In NAMOSYN sollen insbesondere Dieselmotoren an den Betrieb mit Oxymethylenether (OME) angepasst und Herstellungsverfahren für OME mit Hinblick auf ihre zukünftige industrielle Produktion optimiert werden. OME bezeichnet eine Gruppe von chemischen Molekülen aus Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff. Dazu arbeiten die 31 Partner in vier Forschungsclustern zusammen:

  • Cluster 1A: Motorische Testung von OME für Dieselmotoren (Leitung: Technische Universität Darmstadt)
  • Cluster 1B: Prozessentwicklung und -optimierung von OME für Dieselmotoren (Leitung: Karlsruher Institut für Technologie - KIT)
  • Cluster 2: Motorische Testung von C1-Oxygenaten für Ottomotoren (Leitung: Technische Universität München)
  • Cluster 3: Systembetrachtungen (Leitung: DECHEMA)

Die Koordination von NAMOSYN übernimmt die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

ZUM PROJEKT

Titel: NAMOSYN: Nachhaltige Mobilität durch synthetische Kraftstoffe
Laufzeit: 01.04.2019 - 31.03.2022
Fördervolumen des Verbundes: 20,6 Mio. Euro

Projektpartner: DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, AUDI AG, AVL Deutschland GmbH, BASF SE, BP Europa SE, Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Evonik Technology & Infrastructure GmbH, Federal-Mogul Burscheid GmbH, Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., IZES gGmbH, Sondervermögen Großforschung beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Linde AG, Mann + Hummel GmbH, Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH, Motorenfabrik Hatz GmbH & Co. KG, OWI OEL-WAERME-INSTITUT gGmbH, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ruhr-Universität Bochum, RWE Power AG, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, TEC4FUELS GmbH, Technische Universität Darmstadt, Technische Universität Kaiserslautern, Technische Universität München, Umicore AG & Co. KG.

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