Tap D2 – Haushaltsenergie, Klimawandelanpassung und Emissionsreduzierung in Entwicklungsländern: ein Potential für doppelte Dividenden?

Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels übersehen häufig die Rolle der Biomassenutzung in Entwicklungsländern - insbesondere für Kochenergie -, obwohl diese massiv für Treibhausgasemissionen mitverantwortlich ist. Diese Studie misst inwieweit eine Kochherdintervention im Senegal zugleich Emissionen und Armut der Bevölkerung reduzieren kann. Des Weiteren untersucht sie, ob eine Politikmaßnahme zur Verbreitung verbesserter Herde die Nutzung der Technologien in ländlichen Gegenden befördern kann.

Zielsetzung

Drei Milliarden Menschen weltweit nutzen täglich Holz und Holzkohle in ineffizienten Öfen. Die daraus resultierende Luftverschmutzung verursacht jährlich über vier Millionen Todesfälle und das Brennholzsammeln beschränkt Zugang zu Bildung und Beschäftigungen. Nicht zuletzt verschärft die Verwendung von Brennholz den Druck auf Wälder und die ineffiziente Verbrennung trägt zum Klimawandel bei.

Um die Luftverschmutzung der Haushalte zu reduzieren, fördert die internationale Gemeinschaft verbesserte Kochherde (improved cookstoves - ICS). Das Technologiespektrum der ICS reicht von effizienteren Herden, die weiterhin mit Biomasse betrieben werden, bis hin zu Gasherden. Jüngste Forschung bezweifelt jedoch, dass verbesserte Biomasse-Herde die Emissionen ausreichend senken, um gesundheitliche und ökologische Vorteile zu erzielen. Wirklich saubere Alternativen wie Gasherde sind jedoch in armen Gebieten kaum bezahlbar und erfordern funktionierende Lieferketten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kosten und Nutzen der verschiedenen Kochtechnologien nur sehr ungenügend erforscht sind.

Dieses Forschungsprojekt verfolgt zwei Forschungsfragen: Welche wirksamen Mittel gibt es, um Marktbarrieren zu überwinden und die Verbreitung von ICS im ländlichen Senegal zu erhöhen? Was sind die tatsächlichen Auswirkungen zweier ICS-Typen auf Gesundheit und Emissionen?
Das Projekt wird implementiert von dem RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung (Jörg Peters, Maximiliane Sievert, Luciane Lenz) und dem senegalesischen Energieministerium. Es erweitert Forschung, welche von 3ie und GIZ finanziert wird und in Kooperation mit der Duke University (Marc Jeuland, Faraz Usmani) und Université de Gaston Berger (Samba Mbaye, Ousmane Ndiaye) durchgeführt wird. Das Advisory Board besteht aus Michael Toman (Weltbank), Heather Adair-Rohani (WHO), Carsten Hellpap (GIZ, EnDev) und Gunnar Köhlin (EfD).

Kontakt

Prof. Dr. Jörg Peters / Dr. Maximiliane Sievert
RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
Forschungsgruppe „Klimawandel in Entwicklungsländern"
Hohenzollernstraße 1-3
45128 Essen
Tel: +49 (0)201 8149-247 / -323
E-Mail: peters@rwi-essen.de; sievert@rwi-essen.de

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