BeSmart – Intelligente Strommessung und dynamische Tarife: Konsumentscheidungen, rechtliche Rahmensetzung und Wohlfahrtseffekte

Dynamische Stromtarife und intelligente Stromnetze sind Schlüsselelemente der Transformation hin zu einer dekarbonisierten Energieerzeugung. Die Einbindung der volatil produzierten Erneuerbaren Energien im größeren Maßstab erfordert Stromkonsumenten, die ihren Verbrauch an das verfügbare Stromangebot anpassen. Dynamische Stromtarife sind durch den technologischen Fortschritt inzwischen wirtschaftlich und technologisch umsetzbar, aber die Akzeptanz der Verbraucher stellt weiterhin eine Hürde für die großflächige Einführung dynamischer Stromtarife dar.

Zielsetzung

BeSmart wird vom Fachgebiet Dezentrale Energiewirtschaft der Universität Kassel geleitet. Von der Universität Kassel sind weiterhin die Fachgebiete Grundlagen des Rechts, Privatrecht und Ökonomik des Zivilrechts sowie Empirische Wirtschaftsforschung beteiligt. Projektpartner ist die Forschungsgruppe Climate and Energy Policy vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Durch dynamische Stromtarife werden Preisanreize gesetzt, die Kunden motivieren ihren Verbrauch an die Verfügbarkeit von Strom anzupassen, wodurch die Integration erneuerbarer Energieträger gefördert wird. Ziel des Projektes ist es, ökonomische und rechtliche Lösungen für die Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz dynamischer Tarifsysteme zu entwickeln. Zudem zielt es darauf ab, praktische Handlungsempfehlungen für die relevanten Stakeholder (Gesetzgeber sowie Stromanbieter und -produzenten) zu entwickeln.

Auf Basis von rechts- und verhaltensökonomischen Ansätzen, besteht das erste zentrale Element von BeSmart in der Entwicklung eines Modells, das unter Berücksichtigung psychologischer Einflüsse die Auswahlentscheidung bezüglich eines Stromvertrages abbildet. Mithilfe dieses Modelles können Entwicklungen des Strommarktes szenariobasiert analysiert werden. Insbesondere durch die Durchführung einer repräsentativen Befragung, steht ein wichtiges Element zur Kalibrierung des Modells bereit. Neben monetären Instrumenten werden auch die Bedeutung und Auswirkungen nicht-finanzieller Instrumente, z. B. rechtlicher Aspekte aus den Themenfeldern Datenschutz und Vertragsdesign, auf die Vertragsauswahl von Kunden untersucht.

Durch die interdisziplinäre Forschungsarbeit der Projektpartner werden Projektergebnisse erzielt, die weitreichende Folgerungen bezüglich des Verhaltens von Konsumenten im Umgang mit dynamischen Tarifen erlauben. Dies ermöglicht die Entwicklung von umsetzbaren Lösungsansätzen im Umgang mit möglichen Akzeptanzproblemen. Das Vorhaben profitiert dabei vom regen Austausch mit dem Forschungsbegleitkreis sowie dem Dialog mit anderen Forschungsprojekten im Rahmen der BMBF-Förderung „Ökonomie des Klimawandels".

Kontakt

Prof. Dr. Heike Wetzel
Universität Kassel
Untere Königsstraße 71
34117 Kassel
Tel.: + 49 (0)561 804-7750
E-Mail: heike.wetzel@uni-kassel.de

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