REsCO – Nachhaltige Transformation des Energiesystems durch gemeinschaftsbasierte Aktivitäten

In Deutschland wurde vieles unternommen, um das Energiesystem in ein nachhaltiges zu verwandeln. Jedoch deutet einiges darauf hin, dass Deutschland die selbstgesteckten Klimaschutzziele für 2020 nicht erreichen wird. Insbesondere im Sektor „private Haushalte“ verläuft die Entwicklung langsamer als erhofft. So sind zwar viele Haushalte bereit, selbsterzeugten Strom zu nutzen, allerdings ergreifen nur wenige tatsächlich die Initiative. Um ungenutzte Potenziale zu erschließen, sind weitere Untersuchungen zu Verhaltensmustern und zum Einfluss des sozialen Umfeldes erforderlich.

Zielsetzung

Wie Beispiele aus verschiedenen Bereichen zeigen, hängt die Bereitschaft privater Haushalte in „grüne" Technologien zu investieren oder „grünen" Strom zu verwenden nicht nur von Kostenaspekten, Autarkiestreben, Umweltmotivation und Technikaffinität ab, sondern auch von der Nutzungshäufigkeit im sozialen Umfeld des entsprechenden Haushaltes. Die Erforschung eines solchen Zusammenhangs trägt zum besseren Verständnis der Dynamik von Diffusionsprozessen bei und zeigt, inwieweit bzw. wie durch die Berücksichtigung des sozialen Kontextes, private Haushalte zu einer aktiveren Teilnahme an einer Transformation des Energiesystems bewegt werden können.

Im Projekt REsCO werden zunächst potentielle Einflussfaktoren identifiziert, die zur Teilnahme an der Transformation in Form von gemeinschaftsbasierten Aktivitäten motivieren, bevor eine empirische Untersuchung dieser mittels quantitativer Befragungen und Discrete Choice Experimenten erfolgt. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden mittels Cross-Impact-Bilanz Analyse Verhaltenskonstellationen identifiziert, die sich aus dem Zusammenspiel heterogener Haushalte und Faktoren aus dem sozioökonomischen Umfeld ergeben. Hierbei werden Haushalte als Elemente eines dynamischen Systems betrachtet, die miteinander bzw. mit anderen Faktoren interagieren. Die ermittelten konsistenten Verhaltenskonstellationen werden eingesetzt, um dann mögliche Transformationspfade zu erstellen, die anschließend gesamtwirtschaftlich bzw. energiewirtschaftlich bewertet werden. Abschließend werden Rückschlüsse auf Maßnahmen zur Förderung von Transformationsprozessen gezogen und gemeinsam mit dem Praxisbeirat des Projekts, in dem wichtige Stakeholder vertreten sind, Handlungs- und Politikempfehlungen entwickelt.

Im Rahmen des Projekts arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zusammen. Der Praxisbeirat, in dem wichtige Stakeholder vertreten sind, umfasst die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, die Energieavantgarde Anhalt, die Helionat Energiegenossenschaft, die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt sowie die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

Kontakt

Dr. Stefan Vögele
Institut für Energie- und Klimaforschung
Systemforschung und Technologische Entwicklung (IEK-STE)
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich

Tel.: + 49 (0)2461-61 3393
Fax: + 49 (0)2461-61 250
E-Mail: s.voegele@fz-juelich.de

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