ROCHADE – Klimapolitik und Vermeidungsstrategien in global vernetzten und in sich entwickelnden Volkswirtschaften: Die Rolle von Strukturwandel und Verteilungseffekten

Ambitionierte Klimapolitik wird möglicherweise traditionelle Industrien negativ beeinflussen sowie das Entstehen von Industrien, die ein langfristiges ökonomisches Wachstum in Entwicklungsländern ermöglichen, behindern. Auch wird angenommen, dass Klimapolitik, z. B. durch die Besteuerung von CO2, die Preise von Konsumgütern und Dienstleistungen erhöht und insbesondere ärmere Haushalte stärker belastet. Die Rolle von Strukturwandel im Kontext von Klimawandel einschließlich der damit verbundenen Verteilungseffekte soll im Projekt ROCHADE erforscht werden.

Zielsetzung

Das Forschungsprojekt ROCHADE untersucht klimapolitikbedingte Entwicklungs- und Verteilungskonflikte und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Rolle des Strukturwandels. Es ist das Ziel des Projektes, besser zu verstehen, wie der Strukturwandel wirtschaftliches Wachstum und den Abbau von Armut beeinflusst, wie der Ausstoß von CO2 mit der Entwicklungsstufe von Volkswirtschaften zusammenhängt, und wie wiederum der Klimawandel auf den Strukturwandel zurückwirkt. Hier gilt es z. B. zu untersuchen, inwieweit Klimaschäden im Agrarsektor, sowohl den ökonomischen als auch den energietechnologischen Transformationsprozess von Entwicklungsländern verzögern. Ein weiteres Ziel des Projektes besteht darin, Verteilungseffekte von Klimapolitikszenarien zu quantifizieren und Politikmaßnahmen zu untersuchen, die zur Vermeidung nachteiliger Wirkungen beitragen. Die Analyse von Verteilungseffekten erfolgt sowohl auf der Ebene von Volkswirtschaften als auch von Haushalten. Forschungsergebnisse des Projekts, die z. B. in Form von Policy-Briefs verfügbar gemacht werden sollen, werden Entscheidungsträger über Verteilungswirkungen von Klimapolitikszenarien und ergänzenden Maßnahmen (Transferprogramme, öffentliche Investitionen) informieren. Das erlangte Wissen über die Wechselwirkung von Treibhausgasemissionen, Klimawandel und Strukturwandel wird helfen zu verstehen, wie der Übergang zu einer CO2-freien Volkswirtschaft beschleunigt werden kann.

Das Projekt wird gemeinsam vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dem Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), der Leibniz-Universität Hannover und dem Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) durchgeführt und von Praxispartnern (GIZ, BMU, NABU, WWF, IIASA) unterstützt.

Kontakt

Marian Leimbach
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Postfach 601203
14412 Potsdam

Tel.: + 49 (0)331 288-2556
E-Mail: leimbach@pik-potsdam.de

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