16.06.2016 30.06.2022
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Rebound-Effekte aus sozial-ökologischer Perspektive

Die Steigerung der Ressourceneffizienz ist ein Schlüsselfaktor für Nachhaltigkeit. Die erzielten Effizienzgewinne können jedoch durch den „Rebound-Effekt“ wieder abgeschwächt werden. Dieser Effekt begegnet uns beispielsweise bei den Energiesparlampen, die länger eingeschaltet bleiben, beim sparsamen Auto, das öfter gefahren wird oder beim Energieverbrauch in der Wohnung, der trotz energieeffizienter Technologien stagniert. Wie kann Nachhaltigkeit also gelingen? Wie müssen wir unser Verhalten anpassen und welche regulativen Maßnahmen brauchen wir um Ressourcen tatsächlich einzusparen?

Präsentationen der Vernetzungskonferenz am 11. und 12. September 2019 in Bonn hier zum Download.

Ziel der Fördermaßnahme ist es, Wissen zum Umgang mit Rebound-Effekten zu generieren und daraus abzuleiten, welche Maßnahmen erforderlich sind, um diese Effekte einzudämmen und damit den Ressourcenverbrauch substantiell und nachhaltig zu reduzieren.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung besteht darin, den Ressourcenverbrauch (inklusive Energie) zu beschränken. Daher wird die Steigerung der Ressourceneffizienz als Schlüsselfaktor für Nachhaltigkeit angesehen. Maßnahmen und Programme zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz bringen aber oft nicht den erwarteten Erfolg in Bezug auf die Verringerung des Ressourcenverbrauchs. Als Ursache hierfür wird oft der Rebound-Effekt angeführt.

Über die Existenz dieses Problems ist sich die Fachwelt heute weitgehend einig. Die Bedeutung des Rebound-Effektes wurde in jüngerer Zeit zunehmend betont. Insbesondere mit Bezug auf Energieeffizienz gibt es inzwischen auch eine Vielzahl von theoretischen wie empirischen Forschungsarbeiten. Dennoch besteht weiterhin großer Forschungsbedarf. Denn relativ gut erforscht ist bisher lediglich der direkte Zusammenhang zwischen Energieeffizienzsteigerungen bei neuen Produkten und der erhöhten Energienachfrage auf der (Mikro-) Ebene von Haushalten bzw. Konsumenten (direkter Rebound-Effekt). Zu den unternehmensbezogenen, produktionsseitigen Rebound-Effekten gibt es bisher wenige Erkenntnisse. Ergebnisse zur makroökonomischen Auswirkung von Rebound-Effekten sind – sofern sie überhaupt veröffentlicht wurden – nur grob abgeschätzt. Auch fehlen Erkenntnisse darüber, welche indirekten Effekte durch Effizienzsteigerungen ausgelöst werden (indirekter Rebound-Effekt). Diese indirekten Effekte können sich sowohl auf die Mikro-Ebene beziehen, wenn Konsumenten die resultierenden Einkommensgewinne für andere Güter ausgeben, die ebenfalls Ressourcen beanspruchen, als auch auf die Makro-Ebene, wenn durch Effizienzsteigerungen zusätzliches ressourcenverbrauchendes Wirtschaftswachstum angeregt wird.

Zuwendungszweck der Forschungsvorhaben ist es, anwendungsorientierte Erkenntnisse zum Verstehen von Rebound-Effekten zu erzielen. Über das Verständnis des Effektes hinaus werden Empfehlungen für Maßnahmen zur Eindämmung dieser Effekte entwickelt. Aus der Perspektive einer gesellschaftsbezogenen Nachhaltigkeitsforschung werden somit Wege zu einer „ressourcenleichten" Green Economy aufgezeigt. Die Forschungsergebnisse sollen insbesondere politischen Entscheidungsträgern Instrumente zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele an die Hand geben.
Die Fördermaßnahme ist in das Rahmenprogramm "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA) eingebunden und Teil der Forschungsagenda „Green Economy" der Bundesregierung.

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