Kompetenzzentren für Klimawandel und angepasstes Landmanagement in Afrika - Regional Science Service Centres (RSSC)

Der Klimawandel wird Afrika besonders hart treffen, obwohl es der Kontinent mit den geringsten Schadstoffemissionen ist. Afrika braucht daher eine stärkere Unterstützung bei der Entwicklung und Implementierung von Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Die Landnutzung ist dabei ein besonders wichtiger Faktor, denn die Ökosystemleistungen sichern die existenziellen Lebensgrundlagen. Daher stellt sich die Frage immer dringlicher, mit welchen Klimaänderungen und Konsequenzen für Landnutzung und Wasserressourcen die Länder Afrikas rechnen müssen.

Ziel der Initiative "Regional Science Service Centres in West and Southern Africa" ist es, den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen beim Aufbau entsprechender wissenschaftlicher Strukturen zu helfen, damit die Staaten vor Ort selbst valide Entscheidungen etwa im Hinblick auf ihre Landnutzung und Wasserversorgung treffen können.

Gemeinsam mit Partnern aus elf Ländern des westlichen und fünf Ländern des südlichen Afrikas hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Juli 2010 nach einjähriger Vorbereitungsphase begonnen, je ein regionales Kompetenzzentrum für Klimawandel und nachhaltiges Landmanagement (Regional Science Service Centres - RSSC) in Afrika aufzubauen. Für die beiden Zentren WASCAL und SASSCAL hat das BMBF von 2010 bis 2018 bereits mehr als 100 Mio. Euro investiert.

Das BMBF ist fest entschlossen, die Bemühungen der afrikanischen Partner im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels im Rahmen der deutschen Verantwortung, die sich aus der Vereinbarung von Paris und ihrem Beitrag zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung (SDGs) ergibt, weiterhin zu unterstützen. Hierzu stellt das BMBF jeweils 10 Mio. Euro für die zweite Forschungsphase von 2019 bis 2023 bereit. In den Graduiertenschulprogrammen werden für WASCAL weitere 11 Mio. Euro für den vierten Studienjahrgang und für SASSCAL weitere 3 Mio. Euro investiert.

Regionale Bildungs- und Forschungskapazitäten aufbauen

WASCAL steht insbesondere für ein renommiertes regionales Graduiertenschulprogramm mit dem übergeordneten Schwerpunkt zu Klimaschutz und Klimaanpassung. Seit 2012 haben in drei Studienjahrgängen insgesamt mehr als 250 Masterstudierende und Promovierende erfolgreich graduiert. WASCAL rekrutiert aktuell den vierten Studierendenjahrgang in zwölf Master- und Doktorandenprogrammen in elf Mitgliedsländern aus der ECOWAS-Region. Die Programme sind langfristig ausgerichtet, um notwendige Kompetenzen vor Ort nachhaltig zu stärken und Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs in deren Heimatländern zu schaffen.

Im westlichen Afrika arbeiten die Staaten Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Deutschland, Gambia, Ghana, Kapverden, Mali, Niger, Nigeria, Senegal und Togo in WASCAL zusammen.

Freier Zugang zu Wetter- und Klimadaten

Das SASSCAL WeatherNet und das ObservationNet sind ein wichtiges Ergebnis dieser Fördermaßnahme. Es besteht aus 154 automatisierten Wetterstationen und der zugehörigen IT-Infrastruktur für den Datenaustausch und die freie Zugänglichkeit der qualitativ hochwertigen Wetter- und Klimadaten aus der Region. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Klimaforschung und erlaubt u. a. die Entwicklung besserer Managementstrategien für nachhaltiges Land- und Wassermanagement, Risikoanalysen und Vorhersagen für Dürren und Fluten sowie Abschätzungen der Einflüsse des Klimawandels. Alle erhobenen Daten der afrikanisch-deutschen Forschungskonsortia stehen im Datenzentrum des Klima-Servicecenters kostenfrei für weitere Nutzung durch interessierte Institutionen, internationaler Forscher oder auch zur Politikberatung vor Ort zur Verfügung.

Im südlichen Afrika wird SASSCAL gemeinsam mit Angola, Botswana, Deutschland, Namibia, Sambia und Südafrika umgesetzt.

Alumni Programm für SASSCAL und WASCAL

Seit Juni 2019 läuft bereits das gemeinsame Alumni-Programm "CLAPafrica - Climate Research Alumni and Postdocs in Africa". Dieses Programm zur Förderung zukünftiger Führungskräfte in Klimaforschung und Klimaschutz wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) wissenschaftlich und operativ umgesetzt. Es umfasst sowohl ein Exzellenz Postdoc Stipendienprogramm, als auch ein vielfältiges Angebot für Alumni. Bei der Umsetzung kooperiert der DAAD eng mit WASCAL und SASSCAL. Das BMBF fördert "CLAPafrica" mit insgesamt 4,5 Mio. Euro.

Nachrichten zur Maßnahme

Zuletzt geändert am