Meeresmesstechnik

Meeresforschung und -überwachung können nur dann erfolgreich sein, wenn Technik zur Verfügung steht, die mit höchstmöglicher Präzision auch unter extremen Bedingungen zuverlässig arbeitet. Im Rahmen der Meeresforschung unterstützt das BMBF daher die Entwicklung geeigneter Geräte und Methoden.

Meeresboden-Bohrgerät (Universität Bremen)
Meeresboden-Bohrgerät
Foto: Universität Bremen

Zur Meeresforschungstechnik wird eine breite Palette von Geräten und Dienstleistungen gerechnet, die der Messung von meeresrelevanten Daten zur Situationserfassung und Überwachung dienen. Dazu zählen sowohl Einzelkomponenten als auch komplexe Systeme wie langzeitstabile biologische und chemische Sensoren, Oberflächenmesssysteme, wartungsfreie Unterwasserstationen, ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge und Driftkörper. Besonders anspruchsvoll ist der Einsatz drahtloser und energiesparender Unterwasser-Datenübertragungstechnik einschließlich Satellitenkommunikation.

Das Monitoring der Randmeere und offenen Ozeane hat technologisch eine neue Qualitätsstufe erreicht. Automatisch arbeitende Sensor- und Datenübertragungssysteme liefern schnell Informationen über akute Umweltveränderungen. In kontinuierlichen Messreihen werden Daten zur Erkennung mittel- und langfristiger Trends bereitgestellt. Dabei ist es durch verbesserte Hard- und Softwaresysteme möglich, die Messsysteme zu kontrollieren, zu konfigurieren und zu steuern.

Die Entwicklung und Weiterentwicklung der Meeresforschungs- und Meeresüberwachungstechnik ist ein Schwerpunkt der Förderpolitik des BMBF auf dem Gebiet der Meeres- und Polarforschung. In Deutschland konnte in den letzten Jahrzehnten in enger Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und Behörden sowie kleinen und mittleren Unternehmen eine weltweit anerkannte Branche für Meeresforschungs- und Meeresüberwachungstechnik aufgebaut werden.

Die Projektförderung des BMBF konzentriert sich auf die Entwicklung spezieller Sensorik sowie Konzeption, Entwicklung und Bau von autonom arbeitenden Systemen, die Wasserparameter und -inhaltsstoffe erfassen können. Dabei sind die Betriebs- und Einsatzplattformen derartiger Systeme sehr unterschiedlich. Sie erstrecken sich von speziellen Forschungsschiffen über fest installierte bzw. verankerte Geräteträger (Messplattformen, Messbojen), Nicht-Forschungschiffe (so genannte ship-of-opportunity) bis hin zu passiv treibenden "Driftern".

Erhebliche Fortschritte brachte die Satellitentechnik. Durch sie ist es möglich geworden, die von den tausenden Kilometer entfernten Messsystemen gewonnenen Zustandsparametern des Wasserkörpers bzw. seiner Inhaltsstoffe quasi online in Deutschland empfangen zu können.

Förderung

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Die Förderung erfolgt durch nicht rückzahlbare Zuschüsse, wobei Unternehmen sich in der Regel bei Antragstellung mit mindestens 50 Prozent beteiligen müssen.

Zuletzt geändert: 27.08.2018