01.10.2015
30.09.2019


MiKlip II

Ein nationales Forschungsprojekt zu Mittelfristigen Klimaprognosen.

Foto des Hochleistungsrechners HLRE-3 "Mistral" am Deutschen Klimarechenzentrum. (Deutsches Klimarechenzentrum (DKRZ), Michael Böttinger)
Hier werden MiKlip-Computersimulationen durchgeführt: Supercomputer "Mistral" am Deutschen Klimarechenzentrum
Foto: Deutsches Klimarechenzentrum (DKRZ), Michael Böttinger

In der ersten Phase hat MiKlip wichtige Beiträge zur Erforschung der dekadischen Vorhersagbarkeit geleistet und ein international wettbewerbsfähiges dekadisches Klimavorhersagesystem entwickelt. Aufbauend auf diesen Ergebnissen ist das übergeordnete Ziel für MiKlip II, ein dekadisches Klimavorhersagesystem bereitzustellen und zu verbessern, das schließlich an den Deutschen Wetterdienst DWD für die operationelle Nutzung übergeben werden kann. MiKlip II wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre für die Verbundforschung und einem vierten Jahr für die operationelle Umsetzung des Vorhersagesystems mit rund 13 Mio. € finanziert. MiKlip II umfasst 16 nationale Partner aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden.

Die Fördermaßnahme ist, ähnlich wie in der ersten Phase, um ein Synthesemodul und vier Forschungsmodule organisiert. Das Synthesemodul (Modul D) beinhaltet das zentrale Vorhersage- und Evaluierungssystem. Ein zusätzlicher Schwerpunkt bei MiKlip II ist, das System einsatzbereit für den operationellen Dienst zu machen, sowohl vom technischen als auch vom anwendungsbezogenen Standpunkt aus. Letzter Aspekt wird durch zwei Nutzerprojekte abgedeckt: ein Projekt konzentriert sich auf den öffentlichen (geleitet vom DWD) und eins auf den privaten Sektor (geleitet vom Climate Service Center GermanyGERICS).

Die Forschungsmodule arbeiten weiterhin an Fragen zu den vier Forschungsschwerpunkten, die zu Beginn des MiKlip Projektes definiert wurden: Initialisierung (Modul A), Prozesse und Modellierung (Modul B), Regionalisierung (Modul C) und Evaluierung (Modul E). Diese Themen definieren immer noch die wichtigsten offenen Fragen auf dem Gebiet der dekadischen Klimavorhersage. Im Vergleich zur ersten Phase des MiKlip Projektes liegt der Schwerpunkt in MiKlip II auf der operationellen Nutzung und Anwendungsaspekten, sowie in Modul C auf der Schwerpunktregion Zentraleuropa und in Modul E auf der Erweiterung der Evaluierung mit probabilistischen Analysen für potenzielle Nutzer.

Während der ersten Phase hat MiKlip drei dekadische Vorhersagesysteme entwickelt und analysiert. Diese zeichnen sich durch unterschiedliche Initialisierungsstrategien aus und eine damit erzielte deutliche Verbesserung der Vorhersagegüte der Oberflächentemperatur. Vorhersagbarkeit konnte unter anderem für mehrjährige Mittel der europäischen Sommertemperaturen, für Zugbahnen von Sturmtiefs in gemäßigten und hohen Breiten, die Quasi-Biennial-Oszillation und die Kohlendioxidaufnahme des Ozeans gezeigt werden. Durch die Regionalisierung wird die Vorhersagegüte der europäischen Oberflächentemperatur erhalten oder leicht erhöht und zeigt auch Vorhersagbarkeit für Windenergie. Vorsorglich für einen eventuellen Vulkanausbruch wurde ein Paket entwickelt, das eine schnelle Aktualisierung der Vorhersagen ermöglicht.

Gemeinsam hat das Team 2017 zum ersten Mal das entwickelte Vorhersagesystem auch für eine Zukunftsprognose eingesetzt. Die Ergebnisse sind auf der Webseite des Projekts abrufbar: FONA MiKlip Decadal Forecast 2018-2027.

Im Auftrag des BMBF (Referat 723) betreut der Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit des DLR Projektträgers die Fördermaßnahme MiKlip II fachlich und administrativ.

Zuletzt geändert: 14.09.2018