Mongolei: Knappe Wasserressourcen nachhaltig nutzen / Projekt MoMo setzt praktische Lösungen um

Ulan Bator/Magdeburg. Um die knappen Wasserressourcen der Mongolei zu schonen und nachhaltig zu bewirtschaften, ist es notwendig, dauerhaft tragfähige Maßnahmen zu deren Schutz umzusetzen. Hier engagiert sich das Verbundprojekt „Integriertes Wasserressourcen-Management in Zentralasien: Modellregion Mongolei (MoMo)“, das seit 2006 am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordiniert wird.
Mit einer Auftaktveranstaltung am 8. September 2015 in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, startet nun Projektphase III. Ziel ist es, ein Umweltmonitoring, innovative Wassertechnologien sowie Konzepte einer integrierten Flussgebietsplanung in die Praxis zu überführen.

Ziel des Projektes „Integriertes Wasserressourcen-Management in Zentralasien: Modellregion Mongolei (MoMo)“ ist es, ein Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM) umzusetzen. Dafür arbeitet das Projekt-Team in den drei Kernbereichen „Umweltmonitoring“, „Wassertechnologien“ und „River Basin Management“.

Kernbereich „Umweltmonitoring“
Die Mongolei steht vor zahlreichen Herausforderungen: Zunehmend wird das Wasser knapp, außerdem werden Flüsse und Grundwasser durch verstärkte Industrialisierung und die landesweite Ausweitung des Bergbaus verschmutzt. Hinzu kommt, dass Daten zum Zustand der Umwelt allgemein schlecht verfügbar sind. In den vergangen Jahren konnte nun ein Team aus deutschen und mongolischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in einer Modellregion in der Mongolei wichtige Umweltdaten sammeln und analysieren. Jetzt gilt es, die gesammelten Daten über ein webbasiertes Geoinformationssystem den mongolischen Anwendern und Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen und das Datenmanagement langfristig zu verankern. Zusätzlich werden umfangreiche Fortbildungsmaßnahmen im Bereich Umweltmonitoring durchgeführt.

Kernbereich „Wassertechnologien“
In der Mongolei sind städtische Siedlungen nicht nur die Schwerpunkte des Wasserverbrauchs sondern auch der Abwassereinleitungen in Oberflächengewässer. Verschärfend wirkt sich der schlechte Erhaltungszustand der zumeist aus den 1960er Jahren stammenden Infrastrukturen aus. Beispielsweise sind die in den vergangenen Jahrzehnten rapide gewachsenen informellen Jurtensiedlungen am Rande der Städte in der Regel nicht an zentrale Ver- und Entsorgungssysteme angeschlossen. Daher entwickelte das Projekt in den vergangen Jahren pilothaft Lösungen, um Leitungsverluste in urbanen Wasserverteilungssystemen zu reduzieren sowie um Abwasser zentral, semizentral und dezentral aufzubereiten. Diese Lösungen sollen nun in größerem Maßstab umgesetzt werden; dabei wird auch untersucht, ob sie auf andere Regionen der Mongolei übertragbar sind.

Kernbereich „River Basin Management“
Die mongolische Regierung hat das Konzept des Integrierten Wasserressourcen-Managements zum Leitbild für die Bewirtschaftung der nationalen Wasserressourcen erklärt. Nun plant sie, für alle größeren Flusseinzugsgebiete Bewirtschaftungspläne zu entwickeln und umzusetzen. Das Projekt begleitet diesen Prozess: Zum einen stehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im stetigen Dialog mit dem Mongolischen Ministerium für Umwelt und Tourismus, dem Nationalen Wasserkomitee sowie der für die Modellregion Kharaa zuständigen Flussgebietsbehörde und beraten diese bei den Planungen. Zum anderen untersuchen sie die mongolische „Wasser-Governance“, die zurzeit eine hochdynamische Entwicklung durchläuft. Mithilfe der Ergebnisse werden dann Schlussfolgerungen über förderliche Rahmenbedingungen im Bereich des Wasser-managements in der Mongolei bzw. in vergleichbaren Regionen Zentralasiens gezogen.

Umsetzung als interdisziplinäres und transsektorales Verbundvorhaben
Das Projektkonsortium besteht auf der deutschen Seite aus Partnern aus Wissenschaft und Industrie: Beteiligt sind das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ (Koordination), das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Institutsteil „Angewandte Systemtechnik (AST)“ des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (Fraunhofer IOSB) und das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Aus der Industrie stammen die Partner p2mberlin GmbH, Bergmann Beton + Abwassertechnik GmbH und terrestris GmbH & Co KG. Vor Ort arbeitet das Konsortium mit einer Vielzahl mongolischer Institutionen zusammen. Hierzu zählen vor allem die national und regional zuständigen Ministerien und Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen, wie die Mongolische Akademie der Wissenschaften und die Technische Universität der Mongolei, sowie Praxispartner, wie die städtischen Wasserversorgungsbetriebe Darkhan oder die Flussgebietsbehörde des Kharaa.

Das Verbundprojekt MoMo wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 2,9 Mio. Euro gefördert. Es ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM)“ im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“.

Weiterführende Links:

Vorhaben IWRM-Mongolei: http://www.iwrm-momo.de/index.htm, http://www.bmbf.wasserressourcen-management.de/de/111.php