01.01.2002
31.12.2007


Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung (2002 - 2007)
Sozial-ökologische Forschung

Stadt- und Regionalentwicklung hat sich mit den Ansprüchen individueller Lebensqualität, wirtschaftlicher Interessen und ökologischer Belange auseinander zu setzen. Der Frage, welche Entwicklungen sowohl sozial als auch ökologisch nachhaltig sind, stellten sich die Forschungsprojekte der Sozial-ökologischen Forschung.
Luftaufnahme der Gemeinde Renchen in Baden-Württemberg (Thinkstock)
Luftaufnahme der Gemeinde Renchen in Baden-Württemberg
Foto: Thinkstock

Die zunehmende Erschließung des Raumes hat auch dessen Nutzung und Wahrnehmung durch die Bevölkerung geändert. War man früher mit der Postkutsche noch drei Tage von München nach Hamburg unterwegs, sind es jetzt mit dem Zug nur noch wenige Stunden. Ein schneller Besuch lohnt sich also. Auch bisher schwer erreichbare Gebiete gewinnen an Attraktivität durch eine gute Verkehrsanbindung. Die Folge: Geschützte, noch wenig genutzte Gebiete verlieren ihre Unberührtheit, weil immer mehr Menschen sie aufsuchen.
Wie Menschen die Nutzung und Gestaltung des Raumes wahrnehmen, hängt häufig von der persönlichen Betroffenheit ab. Freute man sich eben noch über die verkehrsgünstige Anbindung seiner Wohnung, ärgert man sich wenig später über den Lärm, den andere Verkehrsteilnehmer vor der eigenen Haustür erzeugen. Ist für junge Menschen das Treppensteigen oder lange Strecken kein Hindernis, wird für alte Menschen der Weg zur U-Bahn oder das Fehlen der Einkaufsmöglichkeiten um die Ecke zum Problem.

Sozial-ökologische Forschung bearbeitet solche Problemstellungen, da sie mit direkten oder indirekten Auswirkungen auf die Raumnutzung, also z. B. auf das Landschaftsbild, den Naturhaushalt, die Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen oder verschiedene Lebensstile verbunden sind. Erarbeitet wurden praxisrelevante Analysen und Handlungskonzepte, die eine sozial-ökologische Veränderung der Raumnutzung und -gestaltung im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung fördern.

Zuletzt geändert: 21.09.2017