20.03.2015
31.01.2020


Nachhaltige Transformation urbaner Räume
Sozial-ökologische Forschung

Ziel der Fördermaßnahme ist es, durch gesellschaftsbezogene inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekte Vorschläge für Transformationsprozesse in urbanen Räumen zu entwickeln und gemeinsam mit der Praxis zu erproben, die dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung verpflichtet sind.

Ansicht eines Hafenareals in Bordeaux/Frankreich mit unterschiedlicher Bebauung, Straßen, Menschen und Bäumen (Frank Betker)
Nachhaltige Transformation eines urbanen Hafenareals in Bordeaux/Frankreich
photo: Frank Betker

Weltweit wandeln sich derzeit ländliche und urbane Räume in einem Maße wie kaum jemals zuvor. Nicht nur demographische und ökonomische Prozesse, auch der Klimawandel und andere Umweltveränderungen erzeugen Handlungsdruck. Den Städten steht ein Modernisierungsprozess bevor, der nicht nur ökologische, ökonomische, räumliche und technische Fragen bearbeitet, sondern der auch den sozialen Problemlagen in den Stadtgesellschaften gerecht wird. Es gilt, soziale Spaltungen zu mindern, sozio-ökonomische und städtebauliche Strukturen zu stabilisieren sowie zugleich neue umweltverträgliche, resiliente technische Systeme in städtischer Infrastruktur, gewerblichen Unternehmen und privaten Haushalten zu etablieren.

Die nachhaltige Transformation urbaner Räume zielt auch auf eine Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt, indem weniger Ressourcen verbraucht, die Luftqualität verbessert und die Lärmbelastung verringert, indem Flächen und Infrastrukturen effizienter genutzt, Verteilungswirkungen und Teilhabemöglichkeiten gerechter gestaltet, verschiedene Kulturen und soziale Gruppen integriert sowie neue Formen der Kommunikation und der Kooperation von Kommune und Wirtschaft erprobt werden. Nicht zuletzt soll die Bevölkerung intensiver an den Prozessen und Entscheidungen zur Stadtentwicklung beteiligt werden. Bestenfalls wird Nachhaltigkeit zu einem Anliegen der gesamten Stadtgesellschaft, das sich auch in den verschiedensten individuellen oder kollektiven Aktivitäten ausdrückt, vom bürgerschaftlichen Engagement bis zum urban gardening.

Daher sind integrative Strategien gefragt, die ökologische und gesellschaftliche Anforderungen verbinden. In der SÖF-typischen Analyse der Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt bezieht diese neue Förderbekanntmachung die räumliche Dimension explizit mit ein. Denn soziale, ökonomische und politische Entwicklungen wirken sich räumlich aus und haben so eine unmittelbare Wirkung auf die Lebensqualität in der Stadt.

Folgende Themen werden in dieser Fördermaßnahme behandelt:
A. Transformationsmanagement, Governance und Partizipation: Gestaltung des Wandels gemeinsam mit Bürgern und Zivilgesellschaft.
B. Wandel städtischer Wirtschaftsstrukturen: Optionen und Potenziale einer nachhaltigen Entwicklung.
C. Sozial-ökologische Transformation städtischer Infrastrukturen und Resilienz: Potenziale und Risiken integrierter Versorgungssysteme.
D. Städtisches Leben und Urbanität: Den demographischen Wandel gestalten, soziale, ökologische und kulturelle Chancen in Quartieren und Stadtteilen nutzen, alternative Nutzungskonzepte entwickeln.

Die Fördermaßnahme ist in das Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA) des BMBF eingebunden und der Leitinitiative „Zukunftsstadt“ zugeordnet. Sie bezieht sich auf die „Forschungs- und Innovationsagenda“ (FINA) der Bundesregierung im Wissenschaftsjahr 2015 „Zukunftsstadt“. Diese Agenda wurde im Rahmen der vom BMBF, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur initiierten Nationalen Plattform Zukunftsstadt (NPZ) unter Beteiligung von Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft für die nachhaltige Stadt der Zukunft erarbeitet. http://www.nationale-plattform-zukunftsstadt.de. Die bisherige und laufende Förderung der „Sozial-ökologischen Forschung“ (SÖF) wird um diesen neuen Schwerpunkt ergänzt.

Die Projekte nehmen ihre Arbeit zwischen Juni 2016 und Anfang 2017 auf.

 

Last update: 21.09.2017