Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCHN) entwickeln – vernetzen – berichten

Hochschulen spielen als gesellschaftliche Akteure eine besondere Rolle, wenn es um nachhal­tige Entwicklung geht. Sie bilden zukünftige Generationen von Führungskräften, Expertinnen und Experten sowie Lehrkräfte im besten Fall als change agents aus, forschen wie eine nachhaltigere Welt gelingen kann und sind als Organisationen selbst in der Verantwor­tung, mit gutem Beispiel voranzugehen.
„Nachhaltigkeit heißt, über die eigene Betroffenheit hinaus in Zusammenhängen zu denken und zu handeln."1 Die Erkenntnis dieser Aussage erscheint banal, ist jedoch im Kontext nachhaltiger Hochschulentwicklung alles andere als trivial. Geht es doch einerseits darum, die eigene Betroffenheit persönlich und institutionell zu ergründen und andererseits neben der wichtigen disziplinären Ausrichtung den Blick auf Nachhaltigkeitsbezüge und Handlungsspielräume zu weiten. Um diese Ziele zu erreichen, haben sich im November 2016 elf deutsche Hochschulen im Verbundprojekt HOCHN gemeinsam auf den Weg gemacht, um anwendungsorientiert in den folgenden Handlungsfeldern zu forschen:
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Governance (Hochschulsteuerung)
  • Forschung
  • Lehre
  • Betrieb

Jedes Handlungsfeld wird im Tandem von zwei Hochschulen bearbeitet. In regelmäßigen gemeinsamen Veranstaltungen werden die Ergebnisse zusammengetragen und integriert. Im offenen Lernprozess stehen die Vernetzung, kollegiale Beratung, Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie das Testen verschiedener Kollaborationsmethoden im Vordergrund. Unterstützt wird der Hochschulverbund durch einen international besetzten Fachbeirat, bestehend aus weiteren relevanten Akteuren der Hochschullandschaft, u.a. studentische Nach­haltig­keitsinitiativen.

Die gewonnenen Erkenntnisse, good-practice-Beispiele und Case Studies fließen in thematische Leitfäden zur nach­haltigen Hochschulentwicklung ein. Sie sollen dem Verbund und möglichst vielen weiteren Hochschulen bei der nachhaltigen Hochschulausrichtung als Orientierungshilfe dienen. Angelehnt an ein gemeinsames Nachhaltigkeits- und Transformations­verständnis strebt der Verbund die Erweiterung des Netzwerks um weitere 100 Hochschulen innerhalb der Projektlaufzeit von zwei Jahren an.

Nachhaltige Entwicklung ist in globalen Kontexten zu denken. Bemühungen zu mehr Nachhaltigkeit in der Hochschullandschaft wie sie mit HOCHN verbunden sind, knüpfen daher ebenfalls an internationale Verbünde an.

Die Projektlaufzeit ist auf zwei Jahre angelegt (1.11.2016 – 31.10.2018). Verbundleitung und Koordination des Gesamtprojekts liegen beim Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität (KNU) der Universität Hamburg. Hochschulen, die sich gleichfalls nachhaltig ausrichten wollen, sind herzlich eingeladen, sich dem Netzwerk HOCHN anzuschließen.

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1 Quelle: „Meilensteine der Nachhaltigkeitspolitik: Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie", Bundesregierung 2014, S. 7