Neue Online-Plattform für vorsorgende Wasseranalytik - Projekt „FOR-IDENT- Nachhaltigkeit" schließt Arbeiten an Tool für Non-Target Screening Datenanalyse ab

Vom Forschungswerkzeug zur öffentlich zugänglichen Internetanwendung: Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „FOR-IDENT - Nachhaltigkeit" wird bis zum Jahr 2019 eine offene Softwareplattform entwickeln, die unterschiedliche Strategien zur Auswertung unbekannter Chemikalien im Wasser kombiniert und verlinkt. Die Grundlagen für die Online-Plattform zur vorsorgenden Wasseranalytik haben die beiden Vorgängerprojekte RISK-IDENT und FOR-IDENT gelegt.
In den zwei Vorgängerprojekten wurde die Datenbank STOFF-IDENT mit mehr als 10.000 potenziell gewässerrelevanten Stoffen als Basis für die wissenschaftliche Arbeitsplattform FOR- IDENT entwickelt. Bis dahin war es nur eingeschränkt möglich, unbekannte Moleküle im Wasser schnell zuzuordnen bzw. zu identifizieren. Doch das Prinzip der vorsorgenden Analytik (d.h. dem sogenannten Suspected Screening bzw. Non-Target Screening) ist gerade auch bei der Qualitätsprüfung von Oberflächengewässern wichtig, da diese oft die Quelle für Trinkwasser sind.

Die Arbeitsplattform FOR-IDENT wird nun bis Ende 2019 von einem Forschungswerkzeug in eine langfristig und robust nutzbare sowie erfolgreich verwertbare Internetanwendung übergeführt. Durch die bereits erfolgte Ansiedlung der STOFF-IDENT Datenbank beim Bayerischen Landesamt für Umwelt wird sichergestellt, dass die zugrundeliegende Datenbasis aktuell und qualitativ hochwertig bleibt. Im Rahmen dieses abschließenden Projektes mit den Partnern am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Universität München und der Fakultät Biotechnologie und Bioinformatik der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) werden auch interne und externe Klärungen zu Rechten an der Plattform durchgeführt.

Des Weiteren wollen die Projektpartner einen Verwertungsplan erstellen. Dieser soll u.a. eine geeignete Rechtsform festlegen, um die öffentlich zugängliche Arbeitsplattform FOR-IDENT nach Ende der Projektlaufzeit nachhaltig und wirtschaftlich weiter betreiben zu können. Ebenso wird die zukünftige Open Access Strategie definiert.

Während der Projektlaufzeit ist auch eine detaillierte Studie möglicher weiterer Anwendungsfelder vorgesehen. Erste eigene Ergebnisse in einem internationalen Ringversuch mit dem LC-MS- Verfahren (Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung) im Hausstaub haben gezeigt, dass das Konzept nicht nur für die Fahndung nach unbekannten Molekülen in umweltrelevanten Wasserproben, sondern auch für andere Matrices bzw. Disziplinen nutzbar ist. Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Untersuchungen sollen die Grundlage dafür legen, die FOR- IDENT Plattform auszugründen und wirtschaftlich zu festigen.

Um die national wie international etablierten Strategien und Arbeitsweisen zur vorsorgenden Wasseranalytik länderübergreifend zu diskutieren und weltweit zu harmonisieren, veranstaltet das

Projekt FOR-IDENT auch weiterhin Konferenzen und Workshops. Als nächstes wird sich FOR- IDENT (zusammen mit der e-learning Plattform Analytik+ und ihren frei zur Verfügung stehenden Lehrmaterialien sowie HPLC- Simulatoren) in München auf der Analytica 2018 präsentieren. Zur weiteren Diskussion laden wir Sie herzlich ein, uns im Zeitraum vom 10.-13. April 2018 am Bayerischen Gemeinschaftsstand 315 in Halle: A3 zu besuchen.

„FOR-IDENT - Nachhaltigkeit" ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf (RiSKWa)" im Förderschwerpunkt
„Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)".

Kontakt:
Technische Universität München PD Dr. Thomas Letzel
Analytische Forschungsgruppe (AFG)
am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft Tel.: +49 89 289 13780
E-Mail: t.letzel@tum.de