Neuer Expeditionsblog: SONNE-Expedition erkundet die Biodiversität in der Tiefsee

Eine deutsch-russische Expedition wird vom 16.8.-26.9.2016 mit dem Forschungsschiff SONNE die Biodiversität in der Tiefsee im Kurilen-Kamtschatka-Graben erforschen.
Das Forschungsschiff SONNE startet am 16. August zu einer Expedition in den Kurilen-Kamtschatka-Graben - eine Tiefseerinne im nordwestlichen Teil des Pazifischen Ozeans. (Prof. Dr. Oliver Zielinski, ICBM)
Das Forschungsschiff SONNE startet am 16. August zu einer Expedition in den Kurilen-Kamtschatka-Graben - eine Tiefseerinne im nordwestlichen Teil des Pazifischen Ozeans.
Foto: Prof. Dr. Oliver Zielinski, ICBM

Die Fahrt beschäftigt sich mit der Biodiversität der Lebensräume in der Tiefsee.

Fahrtleiterin Prof. Dr. Angelika Brandt vom Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg berichtet über die Vorläufer-Expedition: "In Proben aus Tiefen von 5000 bis 6000 Metern Tiefe konnten wir bereits über 1700 benthische Arten bestimmen und mindestens die Hälfte dieser Arten war neu für die Wissenschaft." Damals gewannen die Wissenschaftler die artenreichsten Proben am Hang des Kurilen-Kamtschatka-Grabens. "Daher nehmen wir an, dass die v-förmige Topographie des Kurilen-Kamtschatka-Grabens für eine gute Nahrungsverfügbarkeit auch im Hadal sorgt und zu einer erhöhten Biodiversität in großen Tiefen führt", erhofft sich Brandt von der aktuellen Fahrt.

Dabei gehen die Wissenschaftler folgenden Hypothesen nach:

  • Das Hadal des Kurilen-Kamtschatka-Grabens beherbergt eine hohe Artenzahl (die nicht niedriger ist als die der angrenzenden abyssalen Ebene).
  • Die Anzahl endemischer Arten, also Lebewesen, die nur hier vorkommen, steigt mit zunehmender Tiefe im Kurilen-Kamtchatka-Graben.
  • Die tiefsten Stellen des Kurilen-Kamtschatka-Grabens isolieren die Arten von denen des Ochotskischen Meeres und des angrenzenden Abyssals im Nordwestpazifik.
  • Die Hauptnahrungsquelle epibenthischer Ruderfußkrebse sind organische Zerfallsprodukte, sogenannter Detritus, während sich planktische Ruderfußkrebse hauptsächlich von Diatomeen und Mikrozooplankton ernähren.

Die Forscher berichten in einem Live-Blog von Bord der SONNE: Zum Senckenberg-Blog