Regional etwas bewegen

Hochwasserschutz durch schnellwachsende Hölzer, die Energie liefern. Planungstools für vorausschauendes Bauen. Oder Kläranlagen, die energieautark arbeiten. Die „Roadshow“ präsentiert auf ihren Stationen in Hannover und Emsdetten Beispiele nachhaltigen Wirtschaftens für Kommunen.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek zur "Roadshow" Gemeinsames Engagement von Forschenden und Kommunen für Nachhaltigkeit. (Projektträger Jülich/Katharina Fial)
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der "Roadshow" in Emsdetten.
Foto: Projektträger Jülich/Katharina Fial

Der jungen schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg galten die ersten Worte der „Roadshow Nachhaltige Entwicklung“ am 7. März im Nordrhein-Westfälischen Emsdetten. Als Bundesbildungsministerin könne sie zwar nicht gutheißen, dass nach dem Vorbild Gretas Zehntausende Kinder und Jugendliche auch in Deutschland für Klimaschutz streikten statt in die Schule zu gehen, sagte Anja Karliczek zur Eröffnung der Veranstaltung. Als Bundesforschungsministerin hingegen nehme sie das Verantwortungsgefühl der Jugend für ihre Welt ernst. Und plädierte dafür, dass noch mehr Kommunen, Bürgerinnen und Bürger und Forschende gemeinsam an nachhaltigen Projekten arbeiten. Denn nur im gemeinsamen Engagement ließen sich die Klimaschutzziele Deutschlands erreichen. Karliczek: „Wir werden unsere Ziele nur erreichen, wenn wir regional etwas bewegen“, sagte sie.

Die „Roadshow“ präsentiert zahlreiche Beispiele, mit denen sich die Ressourcen Land, Wasser und Energie nachhaltig und gewinnbringend nutzen lassen. Sie entstammen Forschungsprojekten aus dem BMBF-Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3). Es sind Lösungen für Land- und Flächennutzung, Wasserwirtschaft und Energieversorgung. Sie wurden von Forschenden gemeinsam mit Partnern aus Kommunen und Wirtschaft entwickelt und erprobt. Damit können sie eine Grundlage nachhaltigen Managements bilden, mit dem neue Wirtschaftsmodelle, zusätzliche Arbeitsplätze und eine nachhaltige Zukunft möglich werden.

Zur Veranstaltung in Emsdetten und einen Tag zuvor in Hannover ließen sich jeweils rund 60 Bürgermeister und Mitarbeitende kommunaler Verwaltung aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen von den Forschungsergebnissen für eigene Nachhaltigkeitsprojekte anregen. Sie alle haben nun die Möglichkeit – ebenso wie alle Teilnehmenden der deutschlandweiten "Roadshow" - sich als eine von 25 Zukunftskommunen zu bewerben. Als solche erhalten sie ein einjähriges Coaching, um ihre Gemeinde mit nachhaltigen Projekten zukunftsorientiert aufzustellen. Anja Karliczek: „Nutzen Sie diese Chance! Denn Nachhaltigkeits-Projekte sind oft keine „one size fits all“-Lösung. Am besten wirken Sie, wenn sie direkt für eine Kommune zugeschnitten sind.“

Die "Roadshow" macht am 20. und 21. März in Leipzig und am 11. und 12. April in Nürnberg Station.