Schnecken, Muscheln, Krebse

Dr. Sonja Jähnig vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei will die biologische Vielfalt im Süßwasser bewahren.

Die Umweltwissenschaftlerin erforscht, wie der globale Wandel Lebensgemeinschaften auf dem Grund von Gewässern verändert.

Portraitfoto von Dr. Sonja Jähnig (David Ausserhofer)
Dr. Sonja Jähnig ist seit 2017 Mitglied der Exzellenz-Datenbank AcademiaNet. Die Leibniz-Gemeinschaft nominierte sie für ihre innovative Forschungsarbeit über die Auswirkungen globaler Veränderungen in Flussökosystemen.
Foto: David Ausserhofer

Ressourcen erhalten

Die Ökologin möchte durch ihr eigenes Verhalten möglichst wenige der endlichen Ressourcen nutzen. Die Familie mit zwei Kindern besitzt kein Auto, macht Urlaub mit dem Rad und achtet beim Einkauf auf regionale und saisonale Produkte.

Gewässermanagement unterstützen

Auch in Jähnigs Forschung geht es darum, Ressourcen zu erhalten. Die von ihr geleitete Nachwuchsgruppe GLANCE konzentriert sich u. a. auf die Auswirkungen globaler Veränderungen in Flussökosystemen. Dazu gehört die Biodiversität in diesen Ökosystemen und die Bewertung ihrer „Gesundheit“. Obwohl Binnengewässer weniger als ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, beherbergen sie über 10 Prozent aller Arten – noch, denn Flüsse und Seen sind von einem starken Rückgang der biologischen Vielfalt betroffen.

„Kleine Tiere, die auf dem Gewässergrund leben, z. B. Schnecken, Muscheln, Insektenlarven und kleine Krebse spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung der ökologischen Qualität von Gewässern, die regelmäßig europaweit durchgeführt werden muss. Daher sind unsere Analysen wie sich ihre Lebensgemeinschaften unter dem Klimawandel verändern, auch für die Gewässerbehörden von großer Bedeutung. Deshalb sind unsere Forschungsergebnisse auch für solche Behörden sehr wichtig.“

Karriere und Familie

Das Besondere an den „Nachwuchsgruppen Globaler Wandel - 4 + 1“ des BMBF-Referats 724 ist für Jähnig, „dass man eine längerfristige Perspektive bekommt, die über den üblichen Zweijahres-Post-doc-Vertrag hinausgeht und, dass man lernt, eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen und auch, diese zu führen.“ Jede und jeder, der eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, solle sich auf ein solches Programm bewerben.

Sonja Jähnigs Mann arbeitet auch Vollzeit, so erfordert die Vereinbarkeit von zwei Karrieren und der Familie eine gute Planung der Arbeitstage, die Unterstützung durch die Großeltern - aber auch familienfreundliche, flexible Arbeitgeber.

Dr. Sonja Jähnig im Interview