Statusseminar „Meeresforschung mit FS SONNE"

Rund 80 Wissenschaftler treffen sich an der Universität Oldenburg
Das Forschungsschiff SONNE auf dem Meer (Prof. Dr. Oliver Zielinski/ICBM)
Das Forschungsschiff SONNE
Foto: Prof. Dr. Oliver Zielinski/ICBM

Seit November 2014 steht die SONNE, das modernste deutsche Forschungsschiff, der Wissenschaft zur Verfügung. Dank innovativer Meerestechnik und verbesserter Messmethoden an Bord erhalten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Prozesse im Ozean. Expeditionen mit dem neuen Forschungsschiff des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) liefern weitreichende Erkenntnisse über den Zustand der Ozeane – beispielsweise über Temperatur, Salzgehalt, Strömungen, den Meeresspiegel und den Meeresboden sowie die marinen Ökosysteme und Ressourcen.

Erste Ergebnisse der bisherigen Forschungsfahrten stehen im Mittelpunkt des Statusseminars „Meeresforschung mit FS SONNE", das vom 14. bis 15. Februar 2017 am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg stattfindet. Erwartet werden rund 80 Wissenschaftler, die ihre Forschung vorstellen. Das Statusseminar findet auf Einladung des Projektträgers Jülich statt, der vom BMBF mit der Organisation beauftragt ist.

Schwerpunktthemen des diesjährigen Statusseminars sind Stoffkreisläufe und Energieflüsse in der ozeanischen Kruste und in der Wassersäule, Ökosystemfunktion und Biodiversität sowie der Umgang mit Naturgefahren. Auch die Prozesse der Plattentektonik und die nachhaltige Ressourcennutzung, beispielsweise die ökologischen Folgen eines potentiellen Manganknollen-Abbaus in der Tiefsee, waren in den vergangenen zwei Jahren Gegenstand der Forschung auf FS SONNE. Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, Präsident der Universität Oldenburg, unterstrich mit Blick auf das Statusseminar: „Es erfüllt uns mit besonderer Freude, mit dem ICBM als Heimatinstitut der SONNE Gastgeber für das erste Statusseminar zu sein. Bereits jetzt steht außer Zweifel, dass das Schiff höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird." Dr. Joachim Harms, Geschäftsbereichsleiter für Meeresforschung, Geowissenschaften, Schiffs- und Meerestechnik beim Projektträger Jülich, freut sich über die Beachtung, die die Meeresforschung auch international erfährt: „Die Vereinten Nationen haben die Nutzung der marinen Ressourcen mit ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung ganz oben auf die politische Agenda gesetzt. Die Bundesrepublik Deutschland leistet mit ihrem Forschungsprogramm Mare:N und der Meeresforschung auf dem Forschungsschiff SONNE einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele." Im Forschungsprogramm der Bundesregierung „Mare:N – Meeres-, Küsten- und Polarforschung für Nachhaltigkeit" und dem BMBF-Fachprogramm „Geo:N – Geoforschung für Nachhaltigkeit" werden gemeinsame Ziele für die zukünftige Forschungsförderung skizziert. Im Dialog mit Experten aus Forschung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik werden auf Basis gesicherter Erkenntnisse Lösungswege für die Zukunft der Meere und Ozeane entwickelt.

Derzeit ist die SONNE unter Leitung ihres Heimatinstituts, dem ICBM, im Südwestpazifik um Neuseeland unterwegs. Dabei untersuchen die Wissenschaftler zum einen die Biodiversität der Bakteriengemeinschaften in der Wassersäule und im Oberflächensediment. Zum anderen wird die Biodiversität von am Meeresboden lebenden Tieren, insbesondere Schwämmen, aber auch Korallen, Seesternen und Seegurken erforscht. Zu den wichtigsten Arbeitsgeräten der Wissenschaftler gehört der Tauchroboter ROV KIEL 6000 des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, mit dem der Meeresgrund bis in 6000 Meter Tiefe erkundet und beprobt werden kann.

Die neue SONNE bietet Platz für 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und etwa 32 Besatzungsmitglieder. Mit 116 Metern Länge und 21 Metern Breite übertrifft sie die Dimensionen des Vorgängerschiffs deutlich. Zur Ausrüstung zählen modernste Echolote und Forschungswinden mit Drähten und Kabeln von bis zu zwölf Kilometern Länge, mit denen es erstmals möglich ist, Messungen in den tiefsten Gräben der Weltmeere durchzuführen.