Unerforschte Lebensgemeinschaften an Unterwasservulkanen

Heute ist das modernste deutsche Forschungsschiff, die SONNE, und mit ihm 39 Wissenschaftler, 30 Besatzungsmitglieder und eine Journalistin aus der neukaledonischen Hauptstadt Nouméa ausgelaufen und nimmt nun Kurs auf den Kermadec Vulkanbogen im Südpazifik.
Das Bild zeigt das Forschungsschiff SONNE an der Kaikante von Nouméa. Mit Koffern beladene Wissenschaftler gehen über eine Treppe an Bord. (Marie Heidenreich/Projektträger Jülich)
Wissenschaftler gehen an Bord
Foto: Marie Heidenreich/Projektträger Jülich

Die Weihnachtsexpedition führt die SONNE mitten in die Kollisionszone von zwei der großen Kontinentalplatten der Erde: Hier taucht die Pazifische unter die Australische Kontinentalplatte ab. An diesem Riss in der Erdkruste sind vor vielen Millionen Jahren Vulkane entstanden und bildeten den Kermadec-Vulkanbogen zwischen Neuseeland und Tonga. Im Kermadec-Vulkanbogen kommt es bis heute immer wieder zu Vulkanausbrüchen. Vier der über 30 größeren Vulkane ragen aus dem Wasser hervor und bilden die Kermadec-Inseln Raoul Island, Macauley Island, Curtis Island und Nugent Island. Die SONNE wird sich jedoch den unter Wasser gelegenen Vulkanen Macauley Cone, Haungaroa, Brothers und Rumble III widmen.

Diese Vulkane unter der Meeresoberfläche sind Ziel der Expedition: Mit dem unbemannten Unterwasserfahrzeug MARUM QUEST untersuchen die Forscher hydrothermale Quellen an den Unterwasservulkanen, aus denen unterirdisch erhitztes Wasser austritt. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welchen Einfluss die heißen Quellen auf das Meerwasser und die Lebewesen in der Umgebung haben.
„Wenn man sieht, wie diese 300 Grad heiße Lösung aus dem Meeresboden schießt, wie die ganze Lebenswelt unter diesen extremen Bedingungen überquillt, das ist schon spektakulär", schwärmt die wissenschaftliche Fahrtleiterin Andrea Koschinsky. „Wir wollen das komplexe Gesamtsystem und die Interaktionen zwischen Unterwasserlebenswelten, heißen Quellen und Mineralien verstehen lernen", erläutert die Professorin der Jacobs University weiter. Dazu wird der Tauchroboter Wasserproben und Proben von Erzen, Gesteinen und Organismen aus 200 bis 1600 Metern Wassertiefe an Bord bringen.

Das Forschungsschiff SONNE ist das modernste deutsche Forschungsschiff und wird der Wissenschaft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt. Die Vorsorgeforschung des Bundesforschungsministeriums verfolgt das Ziel, vordringliche Lücken zum Klimawandel durch exzellente Forschung zu schließen und praktisch wirksame Kompetenz in der Nutzung von Klimawissen aufzubauen.

Im Wissenschaftsjahr 2016*2017 – Meere und Ozeane berichten Meeresforscherinnen und Meeresforscher im Expeditionsblog (https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/das-wissenschaftsjahr/die-forschungsflotte/expeditionsblog.html) unter dem Motto „Entdecken. Nutzen. Schützen." von ihren Entdeckungen und vom Leben auf den deutschen Forschungsschiffen. Über diese Expedition der SONNE wird außerdem auf der Expeditionsseite (https://geschichten.ptj.de/SO253) berichtet. So können Sie aus der Ferne Weihnachten und Silvester an Bord miterleben und alles über die Meeresforschung an Bord der SONNE erfahren.