Making Use of Synergies, by Combining Ecology and Economy

(only available in German)
Sicherheit vs. Natur. Was ist uns wichtiger? Der Schutz vor Hochwasser oder die Naturbelassenheit unserer Fließgewässer? In einem neuen Projekt arbeiten nun auch verschiedene Disziplinen der Wasserwirtschaft zusammen: Gemeinsam suchen Naturwissenschaftler und Ingenieure nach Synergien zwischen der nachhaltigen, also naturverträglichen Entwicklung der Gewässer sowie dem Management von Hochwasser und seinen Risiken. Ziel ist es, Instrumente zu entwickeln, mit denen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) gemeinsam umgesetzt werden können. Bei den Umbaumaßnahmen wird gleichzeitig sowohl der Hochwasserschutz verbessert als auch das Gewässer naturnah gestaltet. Positiver Nebeneffekt: Verknüpft man die Maßnahmen, steigt deren Akzeptanz bei der Bevölkerung.
Im April startete das Verbundprojekt „Innovative Systemlösungen für ein transdisziplinäres und regionales ökologisches Hochwasserrisikomanagement und naturnahe Gewässerentwicklung“ (In_StröHmunG). Mithilfe seines transdisziplinären Ansatzes zwischen Ingenieur- und Naturwissenschaft möchte das Projektteam ökologisches Hochwasserrisikomanagement mit der naturnahen Gestaltung von Fließgewässern verknüpfen, dazu nutzt es innovative Systemlösungen. Praxisorientiert arbeitet es bestehende und neue Erkenntnisse zu morphodynamischen und hydrobiologischen Prozessen in Gewässerökosystemen auf. Im Rahmen des Projektes wird ein regionales Flächenmanagement aufgebaut, außerdem werden Fachinformationssysteme zum Datenmanagement entwickelt. Beides soll sicherstellen, dass bei der nachhaltigen Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer die Anforderungen des Hochwasserschutzes beachtet werden.

Hauptziel des Verbundvorhabens ist es, Instrumente für die flussgebietsbezogene Bewirtschaftung der Gewässer zu entwickeln. Die dabei erstellten innovativen Systemlösungen basieren auf anwenderorientiert erarbeiteten Fachgrundlagen und verfolgen einen integrativ sektorenübergreifenden Ansatz für die nachhaltige Bewirtschaftung von Fließgewässern. Die Systemlösungen sollen zu einem systematischen Synergieeffekt bei der Umsetzung öko¬logisch orientierter Maßnahmen zur Gewässerentwicklung im Sinne zweier Richtlinien der Europäischen Union (EU) beitragen: der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bzw. der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL). Gleichzeitig sollen die Lösungen die Akzeptanz der Maßnahmen in der Öffentlichkeit steigern sowie sicherstellen, dass die Ziele beider EU-Richtlinien erreicht werden.

Verwertet werden die Ergebnisse insbesondere durch die Umsetzung konkreter Maßnahmen in den Modellregionen und über den Transfer zu den assoziierten Partnern. Diese wirken im Informations- und Implementierungsbeirat mit und bekommen eine Management- und Kommunikationsplattform bereitgestellt – beides unterstützt sie bei ihren Aufgaben im Zuge der Umsetzung der Richtlinien.

Die Koordination des Projektes „In_StröHmunG“ liegt beim Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der Technischen Universität Dresden.

Partner sind:

  • Technische Universität Dresden, Institut für Hydrobiologie
  • Technische Universität Braunschweig, Leichtweiß-Institut
  • Hochschule Magdeburg-Stendal, Institut für Wasserwirtschaft und Ökotechnologie
  • Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abteilung 4 „Wasser, Boden, Wertstoffe“, Dresden
  • Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, Forschungsfeld Umweltökonomie und Umweltpolitik, Berlin
  • Stowasserplan, Dr.-Ing. Andreas Stowasser, Radebeul
  • Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V., Hennef.

Gefördert wird das Projekt „In_StröHmunG“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland (ReWaM)“ im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“.

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