06.12.2018
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Mobilität in der Stadt: sauber, sicher, stressfrei

Geht das überhaupt? Die Forschungsagenda "Nachhaltige urbane Mobilität" des BMBF skizziert, wie Wissenschaft und Praxis den Weg zu einem menschlichen und umweltfreundlichen Mobilitätssystem gestalten können.

Fahrradfahrer fährt im Morgenlicht auf einem Fahrradstreifen in einem Wohngebiet an parkenden Autos vorbei. (Getty Images, Paul Aguirre / EyeEm)
Bicyclist in the morning light
photo: Getty Images, Paul Aguirre / EyeEm

Der Mobilitätssektor steckt voller Dynamik: Digitalisierung, Elektrifizierung und Automatisierung haben das Potential, Mobilität grundlegend zu verändern. Gleichzeitig verändern sich auch die Einstellungen und das Mobilitätsverhalten - z.B. nutzen manche Bevölkerungsgruppen Verkehrsmittel zunehmend flexibel und verknüpfen diese miteinander.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität?

Mit der Forschungsagenda will das BMBF dazu beitragen, dass der Wandel der Mobilität mit einer größeren Nachhaltigkeit einher geht. Denn bisher belastet der Verkehrssektor Menschen und Umwelt erheblich, u.a. durch klimaschädigende Treibhausgasemissionen, lokale Schadstoffbelastungen, Lärm und Flächenverbrauch. Zudem ist die Infrastruktur teils überlastet und nicht für alle Menschen gut zugänglich, so dass individuelle Mobilität eingeschränkt wird.

Nachhaltige Mobilität wird vor Ort konkret. Die Forschungsagenda fokussiert deshalb auf Städte und Stadt-Umland-Regionen. Nachhaltigkeit umfasst dabei ökologische, soziale und ökonomische Aspekte. Es geht darum,

  • verkehrsbedingte Emissionen und den Ressourcenverbrauch zu minimieren,
  • individuelle Bedürfnisse, Sicherheit, eine freie Entfaltung und die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten und
  • die gesellschaftliche Wohlfahrt, Wettbewerbsfähigkeit und Qualität des Wirtschaftsstandorts Stadt zu stärken.

Das BMBF wird Kommunen dabei unterstützen, zusammen mit den relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diese Anforderungen miteinander zu vereinbaren und lokal passende Antworten zu finden.

Wie schaffen wir den Wandel?

Klar ist, dass technologische Ansätze alleine nicht ausreichen, die Nachhaltigkeitsprobleme im Verkehrssektor zu lösen. Vielmehr müssen diese mit individuellen Wünschen und den Gestaltungsmöglichkeiten von Kommunen zusammen gebracht werden. Deshalb setzt die Forschungsagenda auf einen systemischen Ansatz. Veränderungen entstehen im Zusammenspiel von Technologien, Stadt- und Infrastrukturplanung, sozialem Verhalten sowie gesellschaftlichen und individuellen Bedürfnisse. Durch die Förderung der systemischen Mobilitätsforschung will das BMBF aufzeigen, welche Ansatzpunkte für eine nachhaltigere Mobilität geeignet sind.

Wie kann Forschung zur nachhaltigen Mobilität beitragen?

Der Wandel des Mobilitätssystems ist ein langfristiger Prozess - gleichzeitig sind rasch wirksame Impulse zur Entlastung der Städte notwendig und möglich. Ziel der Förderung im Rahmen der Forschungsagenda ist es deshalb zum einen, Nachhaltigkeitsinnovationen in die Praxis zu bringen. Zum anderen soll eine fundierte Basis für das langfristige Innovations- und Transformationsmanagement geschaffen werden.

 

Die Forschungsagenda etabliert Mobilität als neuen thematischen Schwerpunkt der Leitinitiative Zukunftsstadt. Sie ist die Grundlage und der strategische Rahmen für die Forschungsförderung sowie die innovationspolitische Begleitung des BMBF im Themenbereich systemische urbane Mobilität.

Download: Forschungsagenda Nachhaltige urbane Mobilität

Last update: 07.12.2018