01.04.2012
01.07.2013


ZukunftsWerkStadt

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten. Im Jahr 2050 werden es voraussichtlich mehr als zwei Drittel sein. Dieser Trend ist in Deutschland bereits deutlich spürbar: 74% der Deutschen wohnen in urbanen Ballungsräumen. In Deutschland wie auch weltweit werden daher Strategien und Maßnahmen der Städte eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, globale und umweltpolitische Herausforderungen zu bewältigen. Mit der Fördermaßnahme „ZukunftsWerkStadt“ sind Bürgerinnen und Bürger deshalb aufgerufen, ihre Ideen rund um nachhaltige Stadtentwicklung einzubringen.
Mediatheksbild - mit dem Titel Ende der[[number]] Förderphase (Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde / BMBF )
Foto: Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde / BMBF

Im Rahmen der High-Tech-Strategie (HTS) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) verfolgt das BMBF mit der Fördermaßnahme ZukunftsWerkStadt einen integrativen Ansatz, der innovationspolitische Themen im Feld der nachhaltigen Stadtentwicklung über die Ressorts der Bundesregierung hinweg vereint. Ziel der ZukunftsWerkStadt ist es, die Bürger an kommunalen Projekten der nachhaltigen Stadtentwicklung zu beteiligen und gemeinsam umsetzungsreife Konzepte zu erarbeiten. Partner der Initiative sind der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag.Zur Fördermaßnahme wurden im Wissenschaftsjahr 2012 – Zukunftsprojekt Erde mehr als 50 Städte und Landkreise, die sich zum Thema Nachhaltigkeit bereits intensiv engagieren, zur Teilnahme eingeladen. Durch eine Expertenjury wurden 15 Städte und Landkreise für die Fördermaßnahme ZukunftsWerkStadt ausgewählt.

In den 15 Projekten der ZukunftsWerkStadt haben Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Politikern, Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern Konzepte und Maßnahmen entworfen, um ihre Städte nachhaltig zu entwickeln. Die in den Kommunen geförderten Projekte befassen sich mit zentralen Zukunftsaufgaben wie beispielsweise Mobilität, Klimaneutralität, Energieversorgung oder dem demografischen Wandel. Den Bürgern standen Fachhochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen als Berater und Unterstützer zur Seite.

So moderierten im Kreis-Rhein Hunsrück beispielsweise Wissenschaftler der Universität Kaiserslautern und des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement die Veranstaltungen vor Ort. Sie entwickelten gemeinsam mit den Bürgern umsetzungsreife Ideen, wie den Ausbau von Bürgerwärmenetzen, eine Onlinebörse für Fahrgemeinschaften oder eine Sanierungsnetzwerk. In der Stadt Bonn analysierten Forscher der Universität und der Fachhochschule die Verkehrsströme in ausgewählten Betrieben und entwickelten mit den Mitarbeitern individuelle Strategien, um öfter auf das Auto zu verzichten. Die Ergebnisse der Projekte der ZukunftsWerkStadt wurden auf der Abschlussveranstaltung in einer Posterausstellung vorgestellt.

Begleitend zu der Projektphase wurden durch Wissenschaft im Dialog die 15 Bürgerbeteiligungsprojekte evaluiert. Fast 80 Prozent der befragten Bürger sahen in der Beteiligung der Wissenschaft eine Bereicherung. Dies ist eine wichtige Erkenntnis für die zunehmende Zahl der Infrastruktur- und Großprojekte etwa in der Energiewende, an der sich die Bürger aktiv beteiligen wollen. So schätzten die in der Studie befragten Mitarbeiter der Kommunen die Wissenschaftler als objektive Berater. Ihre neutralen Informationen hätten die Verwaltung wirkungsvoll entlastet. Der vollständige Evaluationsbericht steht ab sofort hier zur Verfügung.

Aufgrund des Erfolgs der ZukunftsWerkStadt wird die zu Initiative vom BMBF fortgesetzt. In einer zweiten Phase können sich die 15 Kommunen bewerben, die entwickelten Projekte und Strategien nun gemeinsam mit den Bürgern und der Wissenschaft vor Ort umsetzen und verstetigen.