SPACES 2 – Science Partnerships for the Adaptation to Complex Earth System Processes in the Southern Africa

(only available in German)
Klimawandel, Landdegradierung, Bevölkerungswachstum – die Auswirkungen des globalen Wandels prägen das südliche Afrika und stellen die Länder vor große Herausforderungen. Diese Region ist bereits jetzt stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, obwohl Afrika der Kontinent mit den geringsten Schadstoffemissionen ist. Im weltweiten Vergleich sind hier die klimawandelbedingten Folgen wie Dürren, Überschwemmungen und Nahrungsmittelknappheit in den letzten Jahren häufiger geworden.
Mikroklimatische Messungen auf einem Weingut in der westlichen Kapprovinz, Stellenbosch, Südafrika, Projekt Client II - FarmImpact, Ort: Winelands Western Cape Region (CEBra e. V. / Maik Veste)
Measurements
photo: CEBra e. V. / Maik Veste

Seit 2018 wird eine zweite Förderphase zu "SPACES - Science Partnerships for the Adaptation to Complex Earth System Processes in the Southern Africa" zum Themenschwerpunkt nachhaltige Landnutzung fortgeführt. Sie baut auf dem deutsch-südafrikanischen Wissenschaftsjahr 2012 und auf ersten, erfolgreich abgeschlossenen Verbundprojekten auf. Die ersten vier abgeschlossenen Landmanagementprojekte arbeiteten zu Integrativen Entscheidungshilfen für eine nachhaltige Landnutzung in Savannen des Südlichen Afrikas (IDESSA), zur Dynamik ökologischer und sozio-ökonomischer Prozesse in der Limpopo Region Südafrikas unter dem Eindruck des globalen Wandels (Limpopo Living Landscapes), zu Adaptive Resilienz südafrikanischer Ökosysteme (Ars Africae)und zu Optionen für nachhaltiges Geo-Biosphären-Rückkopplungs-Management in Savannen (OPTIMASS).

Aus der zweiten Bekanntmachung gingen fünf weitere große Verbundforschungsprojekte zu Landnutzungsthemen mit Partnern im südlichen Afrika hervor. Diese zweite Bekanntmachung fokussiert nun stärker „Anpassungsmöglichkeiten“ statt zuvor „Bewertung“. Der aktualisierte Themenrahmen wurde gemeinsam mit dem südafrikanischen Forschungsministerium (DST) und der Nationalen Kommission für Forschung, Wissenschaft und Technologie in Namibia (NCRST) auf folgende Landnutzungsschwerpunkte fokussiert:

  • Verhalten und Funktionsweise von vielfältig genutzten Landschaften im Hinblick auf die nachhaltige Landnutzung, Landnutzungsänderung, Kohlenstoff- und Wasserflüsse und deren Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, Lebensräume und Ökosystemleistungen,
  • Management-Optionen für vielfältig genutzte Landschaften und ihre Ökosystemkomponenten für Ökosystembildung sowie gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltveränderungen,
  • Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Wiederherstellung und nachhaltiger Nutzung degradierter Ökosysteme für ein Resilienz-, Anpassungs- und Schadensminderungsziel.

Aus einer Vielzahl von sehr guten Vorschlägen haben folgende Verbundforschungsprojekte die Arbeit zum Thema Landmanagement aufgenommen:

  1. SALDi - Südafrika Landdegradationsmonitor
    In Zusammenarbeit von elf Partnerinstitutionen werden hier innovative Werkzeuge zur Beurteilung der Landdegradation in mannigfaltig genutzten Landschaften in Südafrika weiterentwickelt und implementiert. In Südafrika werden moderne Erdbeobachtungsmethoden eingesetzt und insbesondere sechs Schwerpunktgebiete detailliert analysiert. Aus Sicht der Südafrikaner könnten die Arbeiten zum nationalen Ziel von „Land degradation neutrality“ beitragen.

    Weitere Informationen unter: www.saldi.uni-jena.de
  2. EMSAfrica - Ökosystemmanagementunterstützung für Klimaanpassung im südlichen Afrika
    Das Verbundprojekt von 15 Projektpartnern baut eine Forschungsinfrastruktur zur Entwicklung effektiver Managementstrategien für die nachhaltige Entwicklung südafrikanischer Ökosysteme aus.
    Die langfristige Konsolidierung des Beobachtungsnetzwerks für Treibhausgaskonzentrationen und Austauschflüsse von CO2 und Wasserdampf zwischen Ökosystemen und der Atmosphäre in Südafrika sind ein zentrales Element. Weiterhin wird die potenzielle Verschiebung von Biodiversität und Biomen projiziert. Das Projekt verfügt über sechs Untersuchungsregionen, in denen auch Haushaltsbefragungen, etwa zur Holznutzung, durchgeführt werden.

    Weitere Informationen unter: https://www.emsafrica.org

  3. SALLnet - Südafrikanisches Limpopo Landschaftsnetzwerk
    Im Nordosten Südafrikas wird in Zusammenarbeit von acht Partnerinstitutionen ein neues Informationssystem zur Resilienz von Ökosystemen und für eine nachhaltige Landnutzung entwickelt, um klimawandelbedingte Risiken für das Landnutzungsmanagement in Limpopo zu bewerten. Ebenso werden experimentelle Arbeiten sowie Interview- und Simulationsanalysen für die Landnutzungstypen Ackerbau und Plantagenwirtschaft durchgeführt. Die Ergebnisse werden in einer Synthese mit Stakeholdern unter Berücksichtigung verschiedener Landnutzungsszenarien für die Gegenwart und Zukunft integrativ zusammengefasst.
    In diesem Verbund arbeiten acht Partnerinstitutionen zusammen.

    Weitere Informationen unter: https://www.uni-goettingen.de/de/592566.html

  4. ASAP - Agroforstwirtschaft im südlichen Afrika
    Mit Hilfe von Agroforstsystemen sollen die Forschenden von zwölf Partnerinstitutionen Antworten auf die Herausforderungen in vier Ländern im südlichen Afrika gefunden werden. Es werden die Ökosystemleistungen von Agroforstsystemen als ein innovatives multifunktionales Landnutzungssystem im südlichen Afrika untersucht und dabei auf die Mensch-Umwelt-Beziehung sowie den Nutzen als Lebensgrundlage für den ländlichen Raum analysiert. Besonders die Ausbildung von Studierenden und der Austausch von jungem Forschungsnachwuchs sollen gefördert werden. Die Erkenntnisse dienen zugleich der Forschung und praktischer Landnutzung durch die lokalen Vermittler.

    Weitere Informationen werden in Kürze durch die Universität Freiburg zur Verfügung gestellt.

  5. ORYCS - Wildtiermanagementstrategien in Namibia
    Aufbauend auf dem namibisch-deutschen OPTIMASS-Verbundprojektkonsortium untersuchen sechs Projektpartner die Chancen und Risiken wildtierbasierter Landnutzungsoptionen in Savannen. Dieser Projektschwerpunkt wurde auf Basis intensiver Stakeholderdialoge erarbeitet, und analysiert nun wildtierbasierte Landnutzungsoptionen auf Klima, Wasserkreislauf und Vegetationsentwicklung. Ziel ist es, anhand dieser Analysen Managementempfehlungen für nachhaltige wildtierbasierte Landnutzungsstrategien abzuleiten.

    Weitere Informationen unter: https://www.uni-potsdam.de/orycs/

In SPACES werden neben diesen Landmanagementprojekten vier „aquatische“ Projekte zu folgenden Themenschwerpunkten gefördert:

  • saisonale sowie interannuelle Variabilität und Trends der Küstenströmungssysteme unter Berücksichtigung ihres Einflusses auf die Wechselwirkungen Land-Ozean-Atmosphäre im südlichen Afrika sowie ihre Auswirkungen auf biogeochemische Kreisläufe und dem Management von marinen natürlichen Ressourcen oder Kohlenstoff-, Wasser-, Nähr- und Schadstofftransport unter Berücksichtigung ihrer Transformationsmechanismen;
  • Dynamiken in Fluss-, Ästuar- und Küstengebieten und im Hinblick auf ihre Bedeutung für Bevölkerung, Artenvielfalt und Ökosystemleistungen.

Nähere Informationen zu den aquatischen Projekten erhalten Sie hier.

Darüber hinaus sind weitere Forschungsprojekte zu Landmanagement in der Region in Vorbereitung.

Last update: 19.03.2019