25 Action Groups sowie drei große Wasserprojekte unter deutscher Koordination angelaufen

Die Europäische Innovationspartnerschaft Wasser (EIP Water) hat als Stakeholderplattform das Ziel, die Einführung innovativer Lösungen im Wassersektor zu erleichtern und Absatzmöglichkeiten für Innovationen in Europa und darüber hinaus zu schaffen. Zur Umsetzung ihrer im Strategischen Implementierungsplan definierten Maßnahmen wurden 25 Action Groups und 11 Wasserprojekte im Wettbewerb ausgewählt. Drei der großen Wasserprojekte laufen unter deutscher Koordination und sind Anfang des Jahres gestartet.

Ziel der Europäischen Innovationspartnerschaft Wasser (EIP Water) ist es bis 2020, Europa in den Bereichen wasserbezogene Innovation und Technologie als globalen Marktführer zu positionieren. Die EIP Water führt dabei als europäische Stakeholderplattform öffentliche und private Akteure zusammen und setzt ihre Maßnahmen mit Hilfe von Actions Groups um. Diese erhalten für ihre Aktivitäten keine Finanzierung, sondern liefern Empfehlungen an europäische und nationale Entscheidungsträger.

25 Action Groups und 11 Wasserprojekte der EIP Water aktiv

Bisher gab es zwei Ausschreibungen für Action Groups der EIP Water. An den insgesamt 25 Action Groups der beiden Calls (2013/2014) sind 22 deutsche Einrichtungen beteiligt. Im ersten Call wurden neun Action Groups ausgewählt, von denen sechs mit deutscher Beteiligung sind. Im zweiten Call haben acht der 16 ausgewählten Action Groups deutsche Partner. Darüber hinaus erfolgte eine Ausschreibung zum Aufbau von Demonstrationsprojekten in der Wasserwirtschaft durch die EU Kommission im 7. Forschungsrahmenprogramm, dem so genannten Water Inno Demo Call, bei dem sich Projekte um finanzielle Unterstützung bewerben konnten. 11 Wasserprojekte wurden ausgewählt, von denen acht mit deutscher Beteiligung und davon drei unter deutscher Koordination sind.

Die Mehrzahl der ausgewählten Action Groups konzentrieren sich auf die prioritären Themen: Water governance, Decision support systems and monitoring und Water energy nexus.
 
Deutsche Antragsteller erfolgreich

Die drei Wasserprojekte unter deutscher Koordination (INAPRO, DESSIN und MARSOL) haben ihre Arbeit Anfang 2014 aufgenommen.
Das mit 6 Mio. Euro geförderte Wasserprojekt INAPRO wird durch das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin geleitet. Es ist die Fortführung und Umsetzung ihres erfolgreichen, BMBF geförderten Forschungsprojektes „Tomatenfisch“ auf europäischer Ebene. Die Forscher planen, die innovative Nutzung von so genannten Aquaponic-Systemen im Wasserkreislauf zur Marktreife zu bringen. Aquaponic kombiniert Fischzucht und Nutzpflanzenkulturen, die in den Wasserkreislauf integriert sind und dazu beitragen, Wasser und Energie zu sparen und Nährstoffe aus Abwässern zurückzugewinnen.

Ebenfalls 6. Mio. Euro erhält das Projekt DESSIN zu Ökosystemdienstleistungen im Wassermanagement. Das Projekt, koordiniert vom IWW Rheinisch-Westfälischen Institut für Wasser aus Mülheim an der Ruhr, hat zum Ziel, technische Innovationen in den Bereichen Wasserqualität und Wasserknappheit in städtischen Regionen Europas voranzubringen. An fünf europäischen Standorten werden neue Technologien unter realen Bedingungen eingesetzt und ihr technischer, ökologischer und ökonomischer Vorteil gezeigt sowie ein einheitlicher Ansatz zur Bewertung von Ökosystemdienstleistungen erarbeitet und angewendet.

Das Projekt MARSOL wird durch die Universität Darmstadt koordiniert und erhält 5,2 Mio. Euro EU-Förderung. Ziel ist, mit innovativen Wassermanagement-Strategien zur Grundwasseranreicherung in Südeuropa und in der Mittelmeerregion für eine bessere Wasserversorgung und mehr Wassersicherheit zu sorgen. An acht verschiedenen Standorten werden geeignete Strategien und Technologien (wie z.B. die Speicherung von aufbereitetem Wasser) getestet und zur Marktreife gebracht.

Vernetzung der Ergebnisse der Action Groups und Wasserprojekte

Im Laufe der nächsten drei bis vier Jahre werden die Forschungsprojekte ihre Ergebnisse veröffentlichen und auf den Webseiten vorstellen. Die Ziele der Projekte sind in Einklang mit den EU-Strategien im Rahmen von Europa 2020. Diese beschreiben die Herausforderungen, die die dramatischen Entwicklungen der Wasserressourcen in Europa und weltweit mit sich bringen, und wie ihnen effektiv begegnet werden kann.

Daher werden über die eigentliche Forschungsarbeit hinaus einzelne Mitglieder der Projekte in der Europäischen Innovationspartnerschaft für Wasser mitarbeiten und ihr vorhandenes Wissen teilen. Die so entstehenden Synergieeffekte sind sowohl für die Forschungsprojekte als auch für die EIP Water von großem Nutzen. In einer im Mai 2013 ins Leben gerufenen Gruppe arbeiten Vertreter des öffentlichen und des privaten Sektors gemeinsam daran, Innovationen aus dem Wassersektor zu beschleunigen.

 

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