Klima

Das Klima wandelt sich weltweit immer schneller. Verantwortlich ist der Mensch mit seinen Treibhausgasemissionen. Durch Forschung und Innovation schaffen wir das Wissen und die notwendigen Lösungen für Klimaneutralität, Anpassung und Risikovorsorge.

Dem Klimawandel wirksam begegnen

Im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris von 2015 haben wir uns ambitionierte Klimaziele gesetzt: Bis 2045 soll Deutschland „Treibhausgasneutralität" erreichen. Wir wollen die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit gegen negative Folgen des Klimawandels hierzulande und weltweit massiv stärken und die Finanzströme nachhaltig auf Klimaschutz und -resilienz ausrichten. Dafür müssen sich alle Bereiche des Wirtschaftens und des täglichen Lebens in sehr kurzer Zeit grundlegend wandeln. Das ist eine völlig neuartige Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie ist nur durch kluge und umfassende Investitionen in Forschung und Innovation zu bewältigen.

Durch Forschung können wir die Ursachen des Klimawandels besser verstehen, Risiken erkennen und Prognosen erstellen. Die Klimaforschung zeigt uns auch konkrete Wege und Lösungen auf, wie wir unvermeidbare Treibhausgasemissionen aus der Atmosphäre entfernen können und Vorsorge gegen die Folgen des Klimawandels, wie Hitzewellen und Dürren, Starkregen oder Sturm treffen können.

Klimaforschung im Rahmen von FONA

Mit der FONA-Strategie „Forschung für nachhaltige Entwicklung" fördert das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Klimaforschung in ihrer ganzen Breite. Sie reicht von der Entwicklung leistungsfähiger Klimamodelle und Szenarien bis zu konkreten Maßnahmen zur Risikovorsorge für Städte und Kommunen und erarbeitet auch innovative Technologien und Instrumente für eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft. Die Klimaforschung des BMBF ist exzellent, innovativ und relevant für Praxis und Politik. Damit schafft das BMBF wichtige Wissens- und Datengrundlagen, um den Klimawandel global sowie regional zu verstehen und ihm im Sinne der gemeinsamen Klimaziele entgegenzuwirken.

Diese Forschung ist wichtig, um verantwortungsvoll Entscheidungen im Sinne der Nachhaltigkeit treffen zu können. Es geht hier darum, einerseits Forschungsfragen bedarfsorientiert auszurichten und andererseits einen schnellen Transfer von Wissen in den einzelnen Praxis-Bereichen zu ermöglichen. Daher bezieht die Klimaforschung in FONA stets handelnde Akteurinnen und Akteure auf den relevanten Ebenen mit ein. Das gilt für Städte und Gemeinden oder einzelne Unternehmen ebenso wie für die nationale und europäische Politik sowie die internationale Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern und mit anderen starken Forschungsnationen.

Der Begriff Klimaforschung beschreibt ein umfassendes Forschungsportfolio in der Projektförderung: mit aktiver Innovationspolitik schaffen wir neue Lösungen für Klimaschutz; unsere inter- und transdisziplinäre Anpassungsforschung setzt international Maßstäbe; mit richtungsweisenden Programmen für vertieftes naturwissenschaftliches und sozio-ökonomisches Klimawissen und weltweit führenden Forschungsinfrastrukturen schaffen wir anerkannte internationale Wettbewerbsvorteile.

Themenschwerpunkte der BMBF-Klimaforschung:

Klimaneutralität bis 2045

Europa will seine Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis Mitte des Jahrhunderts auf null reduzieren und als erster Kontinent ein Gleichgewicht zwischen den menschengemachten (anthropogenen) Emissionen von Treibhausgasen und dem Abbau solcher Gase durch sogenannte CO2-Senken erreichen. Deutschland strebt dieses Ziel für 2045 an. Forschung und Innovation sind dafür essenziell. Die Programme des BMBF setzen dort an, wo sich Treibhausgase in den Sektoren des Klimaschutzplans 2050 in großem Umfang vermeiden oder mindern lassen. Forschung unterstützt auch die regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung des Klimaschutzplans 2050 und die Überarbeitung von Maßnahmenprogrammen.

Im Klimaschutzprogramm 2030 zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 wurde dazu ein umfangreiches Forschungs- und Innovations-Paket verankert. Viele der Maßnahmen werden im Rahmen von FONA umgesetzt:

Hier geht es zu den Schwerpunkten

Anpassungsfähigkeit und Risikovorsorge verbessern

Der Klimawandel hat schon heute weitreichende Folgen für Mensch, Umwelt und Wirtschaft, wie sich beispielsweise an den Starkregenereignissen in Westdeutschland im Juli 2021 erneut deutlich gezeigt hat. Neben solchen extremen Niederschlägen, äußert sich dies auch durch Hitzewellen, Dürren oder Stürmen sowie durch neue Gesundheitsgefahren über Viren und den Verlust von Lebensräumen. Die rechtzeitige, wissenschaftlich fundierte Anpassung an den Klimawandel vermindert oder vermeidet Schäden und fördert Risikovorsorge und Resilienz.

Das BMBF unterstützt im Rahmen der FONA-Strategie die notwendigen Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel durch disziplinenübergreifendes Denken, neue politische Steuerungs- und Regulierungs-Ansätze und nicht zuletzt die Verbesserung von Datenerhebungen, Informationen, Berechnungs-Modellen und digitalen Werkzeugen. Die Projekte liefern wichtige Beiträge zur Deutschen Anpassungsstrategie. Die Vorhaben werden im engen Austausch mit den beteiligten Akteur:innen und ihren Anliegen bearbeitet. So entstehen verlässliche Entscheidungsgrundlagen und Perspektiven für eine prosperierende, nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft und Lebensweise.

Dieser Ansatz der Anpassungsforschung in der FONA-Strategie wird sowohl im nationalen Rahmen als auch in internationaler Zusammenarbeit umgesetzt. Die Programme sowie Projekte sind europäisch und international vernetzt und befördern auch den Kapazitätsaufbau in Entwicklungs- und Schwellenländern:

Hier geht es zu den Schwerpunkten

Grundlagen für wirksame Klimapolitik

Richtungsweisende Programme und Forschungsinfrastrukturen von globalem Rang in der FONA-Strategie leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbau des Klimawissens. Die Klimasystemforschung widmet sich den offenen Fragen zum Verständnis der Prozesse und Wechselwirkungen, die das Klimageschehen bestimmen und welchen Einfluss der Klimawandel auf diese hat. Durch anspruchsvolle, hochaufgelöste Modellsimulationen und die Weiterentwicklung von Klimaszenarien sowie klimapolitischen Instrumenten wird eine Grundlage für Planungen und Entscheidungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel bis hin zur regionalen oder lokalen Ebene ermöglicht – zunehmend unter Einbindung von Methoden der Künstlichen Intelligenz.

Hier geht es zu den Schwerpunkten

Horizont Europa

Das BMBF steht im Rahmen der FONA-Strategie im engen Austausch mit der EU-Kommission, den Mitgliedsstaaten (über die Programmausschüsse), dem Europäischen Institut für Innovation und Technologie (EIT) sowie mit den strategisch wichtigen Partnerländern über die gemeinsame Programmplanungsinitiative JPI Climate (Joint Programming Initiative „Connecting Climate Knowledge for Europe"). Die Vertretung des BMBF in diesen Gremien ermöglicht auch die Abstimmung von Positionen mit wichtigen Partner:innen dieser JPI und befördert so gemeinsames forschungspolitisches Agieren. Dieses Vorgehen erlaubt weiterhin eine koordinierte Ausrichtung und gezielte internationale Positionierung der Forschung im Rahmen der FONA-Strategie und schafft Synergien in der Forschungspolitik auf EU-Ebene.

Nachhaltigkeitsforscher:innen der Zukunft

Nachwuchswissenschaftler:innen erhalten regelmäßig die Gelegenheit, ihre eigene Forschungsidee im Themenbereich des Globalen Wandels durch die eigenverantwortliche Leitung einer Forschungsgruppe zu verfolgen. Mit zusätzlichen Qualifizierungsangeboten werden die Forschungsgruppenleiter:innen zudem auf mögliche zukünftige Leitungsrollen in der nationalen und internationalen Forschungsszene vorbereitet.

Aktuell forschen diese Nachwuchsgruppen zu fast allen Megatrends der Klimaforschung. Die Schwerpunkte reichen von der Optimierung von Vorhersagemodellen für Extremwetterereignisse über die Stabilität der atmosphärischen Zirkulation bis hin zu ihrem Einfluss auf Wettersysteme. Erforscht werden zum Beispiel der Einfluss des Globalen Wandels auf Fließgewässerökosysteme, Änderungen von Konsummustern in aufstrebenden Entwicklungsländern ebenso wie Fragen der Urbanisierung in Afrika und Asien. Des Weiteren werden wissenschaftliche Nachwuchsgruppen gefördert, die die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltveränderungen auf die Gesundheit wissenschaftlich untersuchen.

Zuletzt geändert am