29.03.2021 31.05.2027
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Nachwuchsgruppen Globaler Wandel: Klima, Umwelt und Gesundheit

Das BMBF fördert erstmalig wissenschaftliche Nachwuchsgruppen, die die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltveränderungen auf die Gesundheit erforschen. Dafür werden die Nachwuchsgruppen interdisziplinär aufgestellt und verknüpfen die Forschung zu den Auswirkungen des Klimawandels mit der Gesundheitsforschung.

Die interdisziplinäre Forschung legt mit ihrer Verknüpfung von Erkenntnissen aus unterschiedlichen Disziplinen das Fundament, um auf globale Krisen, wie den Klimawandel, weitaus besser vorbereitet zu sein. In der neuen BMBF-Förderinitiative „Nachwuchsgruppen Globaler Wandel: Klima, Umwelt und Gesundheit" wird das Wissen aus den Bereichen Klimawandel und Umwelt mit der Gesundheitsforschung verknüpft. Dadurch sollen die komplexen Auswirkungen des Klimawandels auf den Menschen zunehmend besser verstanden werden. Die innovativen Forschungsideen junger Wissenschaftler:innen sollen dazu beitragen, konkrete Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln, die wirklich schützen. Um dem globalen Charakter der Herausforderungen gerecht zu werden, sind auch Kooperationen mit am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDC) möglich, die besonders unter den Folgen des Klimawandels – insbesondere auch den Gesundheitsauswirkungen – leiden. Wissensbasierte Vorsorge kann Leben retten.

Gesundheitliche Risiken durch den Klimawandel

Der Klimawandel hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Zunehmende Extremwetterlagen, wie Hitzeperioden oder Starkregen, aber auch schleichende Veränderungen, wie veränderte Niederschlagshäufigkeiten und zunehmende Trockenzeiten werden zu einer Herausforderung für die Gesundheit. Vor allem andauernde Hitze-Perioden, verbunden mit intensiver UV-Strahlung, und starke Wetterschwankungen belasten die Leistungsfähigkeit von Menschen und erhöhen die Häufigkeit und Dauer von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Hautkrebs sowie Allergien. Darüber hinaus schafft zum Beispiel die Erderwärmung günstigere Bedingungen für zunehmende und neue Infektionen und Krankheitserreger. Dazu kommen häufigere Katastrophenfälle, wie Sturm und Hochwasser, die die Menschen direkt verletzen und traumatisieren können. Die Berichte des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) belegen diese negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Bevölkerungsgesundheit in jedem Berichtszyklus noch einmal deutlicher.

Am Beispiel der Hitzewellen werden die Zusammenhänge von Klima und Gesundheit besonders deutlich: In Deutschland sind in den Jahren 2003, 2006 und 2015 fast 20.000 mehr Menschen an den Folgen der Hitze gestorben, als ohne Hitzewellen zu erwarten gewesen wäre. Und die Klimaforscher:innen rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Hitzewellen in den nächsten Jahrzehnten.

Der Klimawandel verstärkt die Risiken der Schadstoffbelastung

Auch die Verschmutzung und Übernutzung der Umwelt führen durch die Schadstoffbelastung in der Luft, in Ackerböden und im Grundwasser nachweislich zu vermeidbaren Todes- und Krankheitsfällen weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt den Klimawandel daher als die größte Bedrohung der globalen Gesundheit im 21. Jahrhundert und verweist auf die zunehmenden direkten und indirekten Gesundheitsschädigungen, die unter anderem durch die Luftverschmutzung, wie zum Beispiel durch Feinstaub, und Verunreinigungen der Wasserressourcen noch verstärkt werden. Eine nachhaltige Entwicklung sollte laut den Vereinten Nationen (United Nations – UN) unbedingt auch die Bevölkerungsgesundheit berücksichtigen. Aus diesem Grund zielen mindestens neun der siebzehn UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) direkt bzw. indirekt auf die Verbesserung der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung. Nur durch mehr Wissen können Gegenmaßnahmen gezielt eingeleitet werden.

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