18.03.2016 31.12.2023
Bewerbungsphase
Auswahlphase
Förderphase
Heute

Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region

Die BMBF-Fördermaßnahme „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ hat zum Ziel, mit transdisziplinärer und bedarfsorientierter Forschung zur Bewältigung der regionalen Herausforderungen des Klimawandels beizutragen.

Der fortschreitende Klimawandel stellt eine enorme Herausforderung für Städte und Regionen dar. Die regional unterschiedlich ausgeprägten Auswirkungen des Klimawandels umfassen zum Beispiel Schäden an Infrastrukturen durch Extremwetterereignisse, Einschränkungen in der Lebensqualität aufgrund von Hitzewellen, die Beeinträchtigung von Ökosystemen sowie veränderte Bedingungen für verschiedene Wirtschaftsbereiche.

In der Maßnahme „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region" erforschen Verbundprojekte, wie Städte und Regionen widerstandsfähig gegenüber Klimaveränderungen – das heißt klimaresilient – gemacht werden können. Klimaresilienz geht in seiner Bedeutung noch über die Anpassung an den Klimawandel hinaus. Denn Klimaresilienz schließt die Lernfähigkeit ein, sich an ändernde Bedingungen anzupassen. Klimaresilienz ist ein wichtiger Aspekt der nachhaltigen Entwicklung und damit besonders wichtig für eine nachhaltige Kommunalpolitik.

Ziel dieser Fördermaßnahme ist, Wissen zu konkreten Handlungsoptionen und -prozessen sowie zu der Wirkung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel aufzubauen. Ausgehend von bestimmten Bedarfen in den Städten und Kommunen werden innovative Instrumente und Handlungsoptionen entwickelt und in sogenannten „Reallaboren" erprobt. Klimaanpassung wird dabei im Zusammenhang mit Klimaschutz und/oder weiteren Handlungsfeldern der nachhaltigen Entwicklung in Stadt und Region betrachtet. Die Projekte adressieren entsprechende Synergien sowie Zielkonflikte und erarbeiten ganzheitliche Lösungsansätze, die vor Ort umgesetzt werden können.

Die Projekte arbeiten dabei in folgenden Bereichen:

  1. Sozio-politische Rahmenbedingungen für klimaresiliente Städte und Regionen
    Der konstruktive Umgang mit dem Klimawandel setzt geeignete soziale und politische Rahmenbedingungen voraus. Die Projekte erarbeiten deshalb Beiträge zur Entwicklung, Erprobung, Analyse und Bewertung von Verfahren und Instrumenten der kommunalen Steuerung und Planung. Dabei werden auch geeignete Kommunikations- und Partizipationsformate zur Beteiligung und Aktivierung der verschiedenen Akteur:innen vor Ort angewendet.

  2. Technische Innovationen zum Schutz vor Auswirkungen des Klimawandels
    Die klimaresiliente Weiterentwicklung von Infra- und Siedlungsstrukturen birgt die Chance, gleichzeitig zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit beizutragen. Die Entwicklung und Erprobung von Maßnahmen zur Optimierung von Klimaanpassung und Klimaschutz sowie von neuen technologischen Ansätzen stehen im Fokus dieses Themenfelds, gerade in Bezug auf kritische Infrastrukturen, wie beispielsweise der Energie- oder Wassersektor.

  3. Erhaltung ökologischer Dienstleistungen und klimaangepasste Nutzung von Ökosystemen
    Die Erhaltung von Ökosystemleistungen und die klimaangepasste Nutzung von Ökosystemen ist ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umland. Im Vordergrund der Projekte in diesem Bereich steht die Frage, welchen Beitrag die angepasste Nutzung von Flächen für Klimaschutz und Klimaanpassung leisten kann. In diesem Kontext geht es beispielsweise um die Optimierung der Nutzung von Siedlungs-, Wasser- und Grünflächen oder um die Auflösung von Flächenkonkurrenzen.

  4. Erhaltung und Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität
    Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Gesundheit und die Lebensqualität des Menschen. Ziel dieses Forschungsbereiches ist es, diese Risiken durch Klimaanpassung und Klimaschutz zu minimieren. Im Fokus stehen dabei besonders anfällige Bevölkerungsgruppen wie etwa Senior:innen oder Kinder sowie Beschäftigte in klimasensiblen Wirtschaftsbereichen, wie beispielsweise aus der Landwirtschaft. Es sollen Maßnahmen und Strategien entwickelt werden, die den Umgang mit dem Klimawandel mit der Erhaltung beziehungsweise Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität verbinden.
In der einjährigen Definitionsphase (2017-2018) des Förderschwerpunktes bauten die Beteiligten aus Forschung und Praxis den Projektverbund auf und erarbeiteten gemeinsam die konkrete Fragestellung, das Projektdesign und den Arbeitsplan. In der darauffolgenden Forschungs- und Entwicklungsphase, also der Hauptphase (2018-2021), wurden im jeweiligen Projektverbund umsetzungsorientierte Arbeiten mit den Praxispartner:innen insbesondere mit den teilnehmenden Kommunen durchgeführt. In der nun gestarteten, optionalen Umsetzungs- und Verstetigungsphase (2021-2023) werden unter Beteiligung relevanter Behörden, Praxisakteur:innen sowie der regionalen Bevölkerung konkrete Schritte zur wissenschaftlich begleiteten Implementierung und Verstetigung der erarbeiteten Handlungsoptionen unternommen. Mithilfe der entwickelten Resilienzansätze werden Akteur:innen auf kommunaler Ebene befähigt, sich gegen Extremwetterereignisse zu rüsten und durch eine angepasste und nachhaltige Stadtentwicklung auch die Umwelt- und Lebensqualität in den Kommunen zu erhöhen. In dieser dritten Phase der Umsetzung starten aktuell vier der Projekte aus der Forschungs- und Entwicklungsphase, weitere Projekte folgen im Laufe des Jahres 2021. Für die drei Phasen hat das BMBF Fördermittel von über 42 Millionen Euro eingeplant.

Was sind Reallabore?

"Reallabore bilden einen Raum, in dem Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft gemeinsam wichtige gesellschaftliche Fragestellungen bearbeiteten können. Dieser Raum muss nicht zwingend in der analogen Welt stattfinden, sondern kann auch online zur Verfügung gestellt werden. Das Ziel eines Reallabors ist es, Bürgerinnen und Bürger von Anfang an in den Forschungsprozess miteinzubeziehen und Lösungsansätze konkret vor Ort auszuprobieren. Somit können wissenschaftlich erarbeitete Problemlösungen getestet und aus Sicht von Anwendenden, Zielgruppen oder Entscheidungsträger:innen bewertet werden."

Forschungsprojekte

01.10.2018 – 30.09.2021 ZukunftsstadtKlimaKlimaschutz – Klimaneutralität bis 2045Klimawissen – Grundlagen für wirksame KlimapolitikKlimaanpassung – Anpassungsfähigkeit und Risikovorsorge verbessern
01.07.2017 – 30.09.2020 ZukunftsstadtKlimaKlimaschutz – Klimaneutralität bis 2045Klimawissen – Grundlagen für wirksame KlimapolitikKlimaanpassung – Anpassungsfähigkeit und Risikovorsorge verbessern
01.10.2017 – 31.01.2023 ZukunftsstadtKlimaKlimaschutz – Klimaneutralität bis 2045Klimawissen – Grundlagen für wirksame KlimapolitikKlimaanpassung – Anpassungsfähigkeit und Risikovorsorge verbessern
Anzahl der Einträge: 15

Nachrichten zur Maßnahme

Zuletzt geändert am