ExTrass – Urbane Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen – Typologien und Transfer von Anpassungsstrategien in kleinen Großstädten sowie Mittelstädten

Das Projekt ExTrass erforscht, wie die Resilienz von Groß- und Mittelstädten gegenüber Extremwetterereignissen wie Hitze und Starkregen gestärkt werden kann. Zudem steht das Transferpotenzial im Fokus: Wie können Städte voneinander lernen?

Größere Städte sind durch den Wärmeinsel-Effekt und ihre starke Bodenversiegelung besonders von Wetterextremen wie Hitze und Starkregen betroffen. Diese verursachen immense Sachschäden und bergen – auch aufgrund inadäquater Verhaltensweisen in Gefahrenlagen und mangelnder Vorsorge – hohe gesundheitliche Risiken für die städtische Bevölkerung bis hin zu Todesfällen. Daher verfolgt das Projekt ExTrass das Ziel, die Resilienz von Groß- und Mittelstädten gegenüber Hitze und Starkregen messbar zu stärken sowie Transferpotenziale zwischen Städten besser nutzbar zu machen. Dabei wird Resilienz als adaptiver (Lern-)Prozess verstanden, in dem Kommunen Maßnahmen aufgreifen und umsetzen, von denen ein schadensreduzierender Effekt bei Wetterextremen erwartet wird (z. B. die Reduktion von Sachschäden oder von Rettungseinsätzen). ExTrass fokussiert im Allgemeinen auf kleine Großstädte (100.000 bis 500.000 Einwohner:innen) und kreisfreie Mittelstädte mit mehr als 50.000 Einwohner:innen sowie im Besonderen auf die drei Fallstudienstädte Potsdam, Remscheid und Würzburg.

Im Projekt wird der Stand der Klimaanpassung in ca. 100 Groß- und Mittelstädten bundesweit erfasst, um Vorreiterstädte, Nachahmer und Nachzügler in der Klimaanpassung zu identifizieren. Auch wird ermittelt, wie diese Typisierung mit der Exposition der Städte gegenüber Wetterextremen, ihren Schadenserfahrungen, der Bebauungsstruktur und sozio-demographischen sowie wirtschaftlichen Kennzahlen zusammenhängt. Nachfolgend wird die Pfadentwicklung von Vorreiterstädten, Nachahmern und Nachzüglern für insgesamt 15 Städte aufgearbeitet, um typische Entwicklungspfade, begünstigende und hemmende Faktoren sowie besonders erfolgreiche Lösungen, aber auch Sackgassen in der Klimaanpassung zu erfassen. Parallel dazu wird die Klimaresilienz in den drei Fallstudienstädten konkret verbessert. Neben Maßnahmen, die die Risikowahrnehmung und Notfallplanung in den Städten sowie die Vorsorge und Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung stärken, werden bessere Planungsgrundlagen zum Stadtklima und eine verbesserte Integration der Klimaanpassung in die Stadtplanung entwickelt sowie konkrete Begrünungsmaßnahmen umgesetzt. Bei allen Untersuchungen wird systematisch das Transferpotenzial analysiert, um Bedingungen für einen guten Transfer zwischen Groß- und Mittelstädten zu identifizieren und Politikempfehlungen für die Intensivierung eines solchen Transfers abzuleiten.

Das Vorhaben schließt an eine einjährige Definitionsphase an, die zunächst dazu diente, das Forschungsprogramm zwischen Wissenschaft und Praxis abzustimmen. Mit dem transdisziplinär entwickelten Programm erarbeitet das Projekt ExTrass wichtige Erkenntnisse zum Stand der Klimaanpassung in deutschen Mittel- und Großstädten und erhöht das Verständnis über Prozesse der Klimaanpassung durch eine Analyse und Typisierung von Anpassungspfaden und Lernprozessen in Zeit und Raum. Damit bleibt die konkrete Stärkung der Klimaresilienz, die in den drei Fallstudienstädten erreicht wird, nicht auf diese beschränkt: Einblicke in die Lernprozesse in Städten und die Transfermechanismen zwischen Städten erleichtern die Umsetzung städtischer Klimaanpassung deutschlandweit.

Projektleitung
Prof. Dr. Annegret Thieken
Universität Potsdam - Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Professur für Geographie und Naturrisikenforschung
Karl-Liebknecht-Str. 24-25
14476 Potsdam

Tel.: +49(0) 331 977-2984
E-Mail: thieken@uni-potsdam.de

Projektseite ExTrass

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