26.07.2019 01.07.2029
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KlimPro-Industrie – Vermeidung von klimaschädlichen Prozessemissionen in der Industrie

In Branchen der Grundstoffinsdustrie, wie der Stahl- und Eisenerzeugung, oder der Zementindustrie, stellen prozessbedingte Treibhausgas-Emissionen ein großes Problem dar. Diese Emissionen sollen mit Hilfe innovativer Technologien und Prozesse in Zukunft deutlich reduziert werden.

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Klimaschutzplan das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 weitgehende Treibhausgasneutralität zu erreichen. Die deutsche Industrie muss einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Sie ist mit rund 20 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der zweitgrößte Treibhausgas-Emittent in Deutschland.

In Branchen der Grundstoffindustrie, wie der Stahl- und Eisenerzeugung, der Zementindustrie oder der chemischen Industrie, sind prozessbedingte Treibhausgas-Emissionen nach heutigem Stand der Technik kaum vermeidbar. Diese sogenannten „direkten" Emissionen von klimarelevanten Gasen sollen nun mit Hilfe innovativer Technologien und Prozesse in Zukunft möglichst vermieden werden, so dass die Produktion wichtiger Grundstoffe in Deutschland CO2-neutral werden kann. Von innovativen Verfahren in diesen Bereichen verspricht sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen Reduktionseffekt, der über die schrittweise Verbesserung von bestehenden Verfahren deutlich hinaus geht. Dafür soll die Entstehung des wichtigsten Treibhausgases, Kohlendioxid (CO2), möglichst vollständig vermieden werden – ausgehend von so genannten Carbon Direct Avoidance (CDA) Ansätzen. Wenn das nicht machbar ist, kommen auch Möglichkeiten in Betracht, noch entstehendes CO2 aufzufangen und stofflich zu verwerten (Carbon Capture and Use, CCU). Die Fördermaßnahme KlimPro-Industrie trägt auf diese Weise dazu bei, den wirtschaftlichen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auch unter den Bedingungen einer ambitionierten Klimaschutzpolitik zu erhalten.

Dazu bedarf es neuer Ansätze aus der anwendungsorientierten Forschung. In den geförderten Projekten liegt ein besonderer Fokus auf dem Umsetzungspotenzial, damit die erforschten Verfahren nachhaltig und langfristig klimawirksam werden können. Dies betrifft ihre Einsatzfähigkeit, die benötigte Infrastruktur sowie ihre Wirtschaftlichkeit im Wettbewerb. In den Projekten soll das konkrete Nutzungspotenzial der jeweiligen Technologie erarbeitet und so eine wichtige Voraussetzung für deren Weiterentwicklung zur Anwendungsreife in der Industrie erfüllt werden. Die Quantifizierung der Klimaschutzwirkung der Technologien ist ebenso Teil jedes einzelnen Projekts wie der Fördermaßnahme insgesamt.

Die Fördermaßnahme KlimPro-Industrie fördert Verbundprojekte und richtet sich insbesondere an Unternehmen der Grundstoffindustrie in Partnerschaft mit Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und weiteren Organisationen. Im Rahmen der Fördermaßnahme bietet ein projektübergreifendes Begleitprojekt Vernetzungsangebote für die Projekte untereinander und mit ihrem Umfeld an. Eine professionelle Transferunterstützung und Öffentlichkeitsarbeit durch das Begleitprojekt bieten einen wichtigen Mehrwert für die Forschungsprojekte und sollen insgesamt die Wirksamkeit der Fördermaßnahme verstärken.

Die Fördermaßnahme KlimPro-Industrie ist Bestandteil des Klimaschutzprogramms 2030.

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