Wie in Ghana aus Müll Energie wird

In der ghanaischen Hauptstadt Accra liegt der Müll auf der Straße oder sammelt sich auf wilden Müllhalden. Das ist nicht nur eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit – durch unkontrollierte Verrottung und Verbrennung werden auch erhebliche Treibhausemissionen verursacht. An einer innovativen Lösung arbeitet „Waste2Energy“. Das Ziel: Aus Siedlungsabfällen wird klimafreundlich Energie erzeugt.

Deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen entwickeln zusammen mit ghanaischen Universitäten und Firmen eine neuartige, sogenannte „Hybrid-Photovoltaik-Biogas-Pyrolyse-Anlage". Diese Anlage wandelt den Abfall mit Energie aus der Sonne und verschiedenen Zersetzungsverfahren in grüne Energie um. Mit dem Ansatz können die CO2-Emissionen durch die unkontrollierte Verrottung und Verbrennung des Mülls verringert und darüber hinaus Düngemittel produziert werden. Die im Projekt geplante 400 kW Demonstrationsanlage schafft dazu bis zu 50 Arbeitsplätze.

Bundesministerin Anja Karliczek wünschte den Projektpartnern in Accra gemeinsam mit dem Minister für Umwelt, Wissenschaft und Technologie, Prof. Dr. Kwabena Frimpong-Boateng aus Ghana und Deutschland für ihr Vorhaben viel Erfolg.

Waste2Energy bringt das Know-How und die Erfahrung deutscher und ghanaischer Forschungseinrichtungen zusammen und eröffnet deutschen Unternehmen neue Chancen in der Region. Mit Waste2Energy kann gezeigt werden, wie in Deutschland entwickelte Technologien in Westafrika etabliert und wirtschaftlich umgesetzt werden können. Perspektivisch sind allein in Ghana bis zu zehn Großanlagen vorstellbar, die rd. 1.000 Menschen Arbeit geben können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert „Waste2Energy", das Ende dieses Jahres starten wird, mit 4,6 Millionen Euro.

Statement von Dr. Narra (Universität Rostock):

"It is a great honor for us, from the University of Rostock, to coordinate the Waste2Energy project in Ghana. With this project, we aim to solve two main challenges which Ghana is presently facing with respect to waste management and energy production.With the 1st research Hybrid Waste to Energy pilot plant, we will create a model in Ghana that will support sustainable waste management, promote electrification in off-Grid regions and serve as an incubator for new start-ups along the value chain. This project would create a huge impact in scientific, technological, environmental and economic benefits to both the countries creating various successive activities even beyond the project.

The project not only creates new jobs, but also exciting research questions, which we will take on. The expansion of the model into other parts of the country is a great concern for us in order to contribute nationally to environmentally sound waste management and energy supply.
I am pleased to finally be able to carry out the project together with my project partners."

Hintergrund:
In Ghana werden täglich mehr als 12.000 Tonnen Siedlungsabfälle unkontrolliert entsorgt. Der verrottende Müll ist nicht nur eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit sondern verursacht auch signifikante Treibhausgasemissionen: Auf den Hausmüll-Abfallsektor entfallen rund ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen Ghanas.

Partner

Deutschland:
• Universität Rostock
• Hochschule SRH Berlin
• DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
• GICON Großmann Ingenieur Consult GmbH
• Global Enertec GmbH

Ghana:
• Kwame Nkrumah University of Science and Technology, Kumasi
• University of Energy and Natural Resources, Sunyani
• Council for Scientific and Industrial Research (CSIR), Accra
• Kumasi Technical University, Kumasi
• Centre for Energy, Environment and Sustainable Development (CEESD), Kumasi
• FV Construction Ltd., Accra Ghana
• Twerebo Process Industries Ghana Ltd
• Ghana Innovation and Research Commercialization
• West African Science Service Center on Climate Change and Adapted Land Use (WASCAL), Accra
• HPW Fresh and Dry Ltd., Adeiso