Klimawissen beschleunigen: Neue Förderung für KI-gestützte Klimamodellierung
Ab sofort sucht das BMFTR junge Forschende: Als Nachwuchsgruppen sollen sie mit innovativen Methoden der Künstlichen Intelligenz die nächste Generation Klimamodelle weiterentwickeln – für genauere, schnellere und intelligentere Klimaprognosen.
Wie entwickelt sich das Klima? Auf welche Veränderungen müssen wir uns einstellen? Diese Fragen können nur mit digitalen Klimamodellen beantwortet werden. Die komplexen Computerprogramme erstellen Prognosen, wie sich das Klima in Zukunft verändert – basierend auf Daten über Wetter, Treibhausgaskonzentrationen und vielen anderen Faktoren. Je höher die Auflösung der Modelle ist, desto effektiver und verlässlicher können Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen für langanhaltenden Starkregen oder für extreme Hitze erarbeitet werden. Doch selbst hochauflösende Klimamodelle stoßen an ihre Grenzen: Sie sind rechenintensiv, erfordern riesige Datenmengen und können hochkomplexe Wechselwirkungen im Klimasystem trotz ihrer hohen Auflösung nur teilweise abbilden. Grundsätzlich gilt bislang: Je feiner und präziser die Auflösung, desto größer sind der Rechenaufwand und die Datenmengen.
Nächste Generation von Klimamodellen
Ein enormes Potenzial für schnellere und genauere Klimamodelle besteht in der Entwicklung neuer, intelligenter Methoden durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Genau hier setzt die neue Bekanntmachung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) an: Mit der Maßnahme „Nachwuchsgruppen Globaler Wandel: Innovative Methoden in der Klimamodellierung“ fördert das BMFTR junge Forschende, die neue Methoden und KI-Technologien gezielt in die Klimaforschung integrieren und so die nächste Generation von Klimamodellen gestalten.
Ziel ist es, mit dem neu gewonnenen Wissen zum Klimasystem sowie den weiterentwickelten Modellen noch präzisere Aussagen zum Klimawandel treffen zu können und bessere Klimaprognosen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen – sowohl auf regionaler als auch lokaler Ebene.
Jetzt Projektskizzen einreichen! Frist läuft bis zum 15. März 2026
Die Fördermaßnahme „Nachwuchsgruppen Globaler Wandel: Innovative Methoden in der Klimamodellierung“ richtet sich an interdisziplinäre Nachwuchsgruppen, die zum Beispiel mit KI-Methoden die Genauigkeit und Effizienz von Klimamodellen verbessern wollen. Gefragt sind junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und außeruniversitären Instituten.
Bis zum 15. März 2026 läuft die Einreichungsfrist für die Projektskizzen. Weitere Informationen erhalten Interessierte in der aktuellen Bekanntmachung.
Klimawissen als Schlüssel für wirksamen Klimaschutz und -anpassung
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) setzt bereits seit vielen Jahren auf den Wissensausbau zum Verständnis des Klimasystems und auf die technologische (Weiter-)Entwicklung von digitalen Klimamodellierungen – wie etwa aktuell durch die Initiative „WarmWorld“: Seit 2023 entwickeln Forschende in diesem Projekt ein globales Klimamodell mit Auflösungen im Bereich eines Kilometers. Im Vergleich: Bisherige Modelle rechnen mit Auflösungen zwischen 50 und 100 Kilometern. Mit dem neuen Klimamodell kann künftig beispielsweise das Wetter in einem sich erwärmenden Klima erstmals realistisch simuliert werden. Dazu arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Hochleistungsrechnern, wie etwa mit dem Supercomputer „Jupiter“ am Forschungszentrum Jülich.
Damit Klimamodellierungen in Zukunft schneller und präziser rechnen können, werden die künftig vom BMFTR geförderten Nachwuchsgruppen neue Methoden entwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und knüpft damit an die Hightech Agenda Deutschland an. Darin bekennt sich die Bundesregierung zum Ziel, mit einer KI-Offensive bis 2030 zehn Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung KI-basiert zu erwirtschaften, die Arbeitsproduktivität zu erhöhen und KI zu einem wichtigen Werkzeug in zentralen Forschungs- und Anwendungsfeldern zu machen.
Durch die vielfältigen Förderungen – unter anderem zum Ausbau des Klimawissens – schafft das BMFTR die Grundlagen für wirksame Politik in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung.