Kultur der Nachhaltigkeit in wissenschaftlichen Organisationen stärken – 7. BMFTR-Symposium "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft"

Am 18. und 19. März 2026 fand das 7. BMFTR-Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ statt. Unter dem Titel „Transformationen erfolgreich gestalten – Innovationen für nachhaltige Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ kamen rund 270 Teilnehmende zusammen, um aktuelle Fragen der Transformation im Wissenschaftssystem zu diskutieren. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hatte gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ins Berliner Stadtbad Oderberger Straße eingeladen.

Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im BMFTR, und Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der HRK, hoben beide die zentrale Bedeutung von Nachhaltigkeit im Wissenschaftssystem hervor. Eine nachhaltige Wissenschaft ist Impulsgeber für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Wahl der Location im historischen Stadtbad Oderberger Straße in Berlin war kein Zufall: Im Plenum saßen die Gäste sozusagen auf dem Wasser. Das Schwimmbecken kann ganz flexibel je nach Bedarf in einen Konferenzsaal umgebaut werden, indem der Beckenboden mit geöffneten Luken nach oben steigt – ein Beispiel für Transformierbarkeit und Innovation. Somit passten Thema und Ort bestens zusammen.

Im Fokus des diesjährigen Symposiums stand unter anderem die Frage, wie in Projekten entwickelte Innovationen für nachhaltige Hochschulen strukturell verankert werden und eine Kultur der Nachhaltigkeit befördern können.

Die zentrale Botschaft: Dafür braucht es alle Statusgruppen an den Hochschulen. Sie alle waren auf dem Symposium vertreten (siehe Grafik unten). So steigen die Verstetigungschancen von nachhaltigen Lösungen besonders dann, wenn Nachhaltigkeit Chefsache ist und durch die Präsidien eingefordert wird. Andererseits kommen Präsidien nicht weit, wenn nicht genügend Unterstützung in den Reihen der anderen Statusgruppen – etwa der Verwaltung - vorhanden ist. Hohe Erfolgschancen bieten deshalb partizipative Ansätze, in denen gemeinsam Visionen und konkrete Maßnahmen entwickelt und priorisiert werden.

Dann kommen die verschiedenen Perspektiven zum Tragen und ebnen den innovativen Lösungen den Weg. Wird beispielsweise bei der Einführung von Desksharing-Konzepten zur Einsparung von Flächen und entsprechend von Energie- und Heizkosten Rücksicht darauf genommen, dass Angestellte in der Verwaltung höhere Präsenzanforderungen haben als etwa das wissenschaftliche Personal, das Büroräume oft eher punktuell nutzt, gelingen auch potentiell konfliktreiche Ansätze.

Entscheidend hierfür sind offene und etablierte Kommunikationskanäle und der transparente Umgang mit Zielkonflikten. Dies wurde auf dem Symposium immer wieder betont. Nur so lässt sich der Anspruch des Whole Institution Approach erfüllen.

Nicht nur innerhalb der Organisationen ist Kommunikation für die Verstetigung von Bedeutung. Auch zwischen den wissenschaftlichen Institutionen ist gegenseitiges Lernen notwendig. Einige Hochschulen haben Nachhaltigkeitsbeauftragte in ihren Präsidien, Green Offices, eine Nachhaltigkeitsberichterstattung und ein starkes nachhaltigkeitsorientiertes Curriculum. Andere wiederum stehen relativ am Anfang. Damit nicht alle Hochschulen „das Rad neu erfinden“ müssen, ist der Transfer von Erfahrungen und Wissen unverzichtbar – eine Position, die besonders oft vertreten wurde.

Das BMFTR fördert deshalb den Transfer von erprobten Lösungen mit verschiedenen Maßnahmen. Aktuell sind ausgewählte Verbundprojekte der Fördermaßnahme „Transformationspfade für nachhaltige Hochschulen“ in eine zweijährige Transferphase gestartet. 24 Hochschulen arbeiten aktiv daran, die in der vorausgegangenen Forschungsphase erarbeiteten Innovationen an weitere Hochschulen weiterzugeben.

Auch das Symposium selbst war eine Gelegenheit für den Wissenstransfer. Ein besonderes Highlight war die Projekt- und Ideengalerie, in der die teilnehmenden Projekte und Netzwerke sich selbst präsentierten und miteinander in den engen Austausch kamen. Darüber hinaus lud das BMFTR mit dem Symposium auch dazu ein, Impulse für die Weiterentwicklung der BMFTR-Initiative „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ zu geben. Das 8. BMFTR-Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ ist für das Jahr 2028 geplant.

 

Hintergrund: Die BMFTR-Initiative „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“

Das BMFTR fördert im Rahmen der Initiative „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ Projekte mit Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Studierenden, um die Nachhaltigkeitstransformation im Wissenschaftssystem mit innovativen Instrumenten und Konzepten voranzutreiben und eine Kultur der Nachhaltigkeit zu befördern. Alle zwei Jahre richtet das BMFTR ein Symposium aus, um eine Plattform für Vernetzung und Wissenstransfer zu bieten. Das Symposium gehört heute zu einem der wichtigsten Treffpunkte in Deutschland für Nachhaltigkeitsakteure an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, fachliche Expertise, engagierte und interessierte Menschen zusammenzubringen, aktuell brennende Themen zu diskutieren sowie Austausch und Vernetzung innerhalb der Community zu ermöglichen. Erfolgsrezept dabei ist der transdisziplinäre Ansatz – die Kooperation von Wissenschaft und Praxis.

 

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen, eine Fotogalerie, eine knappe Dokumentation der Workshops sowie die Poster von der Projekt- und Ideengalerie finden Sie in Kürze auf der Veranstaltungsseite.