Richtlinie zur Förderung internationaler Verbundvorhaben im Rahmen der Nationalen Bioökonomiestrategie „Bioökonomie International (Bioeconomy International) 2027“

Eine moderne Bioökonomie trägt entscheidend zur Realisierung einer ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft bei. Sie nutzt Schlüsseltechnologien wie die Biotechnologie, die Künstliche Intelligenz und andere und liefert biobasierte Lösungen für die Bewältigung globaler gesellschaftlicher Herausforderungen (Klimawandel, Ernährungssicherheit, Umwelt- und Ressourcenschutz und weiterer). Forschung und Wissenschaft bilden dabei die Grundlagen für bioökonomische Inventionen und Innovationen in unterschiedlichen Anwendungsfeldern und Wirtschaftssektoren.

1 Förderziel, Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

Die Förderrichtlinie Bioökonomie International dient der Umsetzung der Nationalen Bioökonomiestrategie (NBÖS) der Bundesregierung. Diese trägt dazu bei, die Potenziale der Bioökonomie zu erschließen, biologisches Wissen zu erweitern und anzuwenden, bioökonomische Lösungen für die UN-Nachhaltigkeitsagenda zu entwickeln und Deutschland zum führenden Innovationsstandort der Bioökonomie und Biotechnologie auszubauen. Bioökonomie International leistet ferner einen wichtigen Beitrag zur Implementierung der Hightech Agenda Deutschland (HtAD) der Bundesregierung sowie zu den Zielen der FONA-Strategie (Forschung für Nachhaltige Entwicklung).

Weiterhin unterstützt Bioökonomie International die Umsetzung aktueller europäischer Leitlinien, wie des Clean Deals, des Circular Economy Action Plans und des europäischen Competitiveness Compass. Und sie trägt mit ihren vielfältigen Aktivitäten zur Implementierung der Europäischen Innovationsstrategie und der Europäischen Bioökonomiestrategie bei.

1.1 Förderziel

In immer mehr Ländern weltweit wird die Bioökonomie als Beitrag für ein zukunftsfähiges Wirtschaften verstanden; sie gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Unternehmen implementieren zunehmend biobasierte Prozesse, Produkte und Dienstleistungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Anstrengungen zur weltweiten Ernährungssicherung sollen hierdurch jedoch nicht belastet werden. Bereits heute zeichnen sich in vielen Ländern Zielkonflikte, wie eine zunehmende Konkurrenz um die Nutzung natürlicher Ressourcen (Land und Wasser) und die Verwendung agrarischer Produkte für die unterschiedlichen Nutzungszwecke (Ernährung, stoffliche Verwertung in der industriellen Produktion und energetische Nutzung), ab. Hinzu kommt eine global steigende Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln, Holz und verschiedensten Arten von Agrarerzeugnissen, auch nach Neben- und Restströmen, die direkte und/oder indirekte Effekte für die globale Landnutzung, das Klima, die Biodiversität und wichtige Ökosystemleistungen hat.

Angesichts globaler Herausforderungen, Märkte und Wertschöpfungsnetzwerke muss die Umsetzung einer modernen, nachhaltigen Bioökonomie ebenfalls global gedacht werden. Neben nationalen und europäischen Initiativen ist insbesondere die weltweite Zusammenarbeit unverzichtbar, um die globalen Implikationen der Bioökonomie zu erfassen und ihre Potenziale zu heben. Das gilt insbesondere auch für die Forschung: Der Austausch von Knowhow sowie komplementärer Expertise und Erfahrungen birgt großen Mehrwert. Hier setzt die Fördermaßnahme Bioökonomie International an.

Das Ziel dieser Förderrichtlinie ist es, internationale Partnerschaften im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation auf- und auszubauen. Diese ermöglichen es, Forschung zu den globalen Herausforderungen und zu möglichen Lösungsbeiträgen stärker zu vernetzen, Innovationspotenziale zu erschließen und biobasierte Lösungen für die Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Ernährungssicherung, Umwelt- und Ressourcenschutz voranzubringen. Dabei müssen Aspekte wie technologische Souveränität, ökonomische Wertschöpfung und auch Schaffung von Arbeitsplätzen für gesellschaftlichen Wohlstand mitgedacht werden.