Bio-O-Ton: Citizen Science für neues Biodiversitätsmonitoring
Wie klingt ein Lebensraum – und was verrät sein Klang über den Zustand der biologischen Vielfalt? Im Projekt Bio-O-Ton können Bürgerinnen und Bürger per Smartphone Naturgeräusche erfassen und damit zur Entwicklung neuer Methoden des Biodiversitätsmonitorings beitragen.
Das Forschungsprojekt Bio-O-Ton des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt neue Ansätze, um biologische Vielfalt auf Landschaftsebene zu erfassen. Dazu kombiniert das Projektteam Naturklänge mit hochaufgelösten Satellitendaten und wertet diese mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens aus. Ziel ist es, Veränderungen in Lebensräumen schneller sichtbar zu machen und so neue Grundlagen für ein effizientes Biodiversitätsmonitoring zu schaffen.
Für die Datenerhebung setzen das Projektteam am KIT auf Citizen Science. Bürgerinnen und Bürger können sich jetzt beteiligen und mit der App Dawn Chorus Tonaufnahmen aus der Natur erstellen und hochladen. Gesucht wird dabei der charakteristische Gesamtklang eines Ortes – etwa mit Vogelstimmen, Insektenlauten oder weiteren natürlichen Geräuschen eines Lebensraums. Die so entstehenden Daten sollen dazu beitragen, die KI-gestützte Analyse biologischer Vielfalt weiterzuentwickeln.
Die Beteiligung ist einfach. Benötigt werden ein Smartphone oder Tablet sowie die kostenfreie App. Fachliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bereits kurze Aufnahmen aus geeigneten Projektflächen können einen Beitrag leisten. Damit verbindet Bio-O-Ton Forschung, digitale Methoden und gesellschaftliche Beteiligung in einem anwendungsnahen Ansatz für den Erhalt der Biodiversität.
Für Interessierte findet am 13. April 2026 um 17 Uhr eine Online-Infoveranstaltung statt, in der das Projekt vorgestellt und Fragen beantwortet werden. Hier geht es direkt zur Veranstaltung.
Bio-O-Ton wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie „Methoden der Künstlichen Intelligenz als Instrument der Biodiversitätsforschung“ (BiodivKI) gefördert. Das Projekt ist Teil der Forschungsinitiative FEdA – Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt.