Europäische Biodiversitätspartnerschaft wählt 35 Projekte aus: Forschung zu Zielkonflikten und Transformationsprozessen zum Schutz der Biodiversität im Fokus
Im September 2024 veröffentlichte die Europäische Biodiversitätspartnerschaft Biodiversa+ den Förderaufruf „Biodiversity and Transformative Change“ (BiodivTransform). Ende 2025 wurden in diesem Rahmen 35 Projekte zur Förderung ausgewählt. Diese erhalten insgesamt über 40 Millio-nen Euro, um zentrale Herausforderungen des Biodiversitätsschutzes im Zusammenspiel mit Kli-mawandel und Umweltverschmutzung zu adressieren. Dabei sind an 22 Projekten deutsche For-schungseinrichtungen beteiligt.
Der Förderaufruf „Biodiversity and Transformative Change“ (BiodivTransform) unterstützt dreijährige Forschungs- und Innovationsprojekte, die inter- und transdisziplinär sowie sektorenübergreifend arbeiten. Übergreifendes Ziel ist es, die Wechselwirkungen und Zielkonflikte zwischen Biodiversitätsverlust, Klimawandel und Umweltverschmutzung besser zu verstehen und Transformationsprozesse zu untersuchen, die Biodiversität schützen, Bedrohungen verringern und ihren Rückgang stoppen oder umkehren können.
Der Call stieß europaweit auf große Resonanz: 269 Voranträge und 105 Vollanträge wurden eingereicht. Nach einer unabhängigen wissenschaftlichen Begutachtung wählte das Biodiversa+ Call Steering Committee 35 exzellente Forschungsprojekte aus. Die Förderung summiert sich auf mehr als 40 Millionen Euro, einschließlich des Beitrags der Europäischen Kommission. Der deutsche Förderanteil beläuft sich auf insgesamt 3,5 Millionen Euro, bereitgestellt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). In sieben der ausgewählten Projekte erfolgt die Förderung der deutschen Projektpartner durch die DFG. Die deutschen Einrichtungen der weiteren 15 Projekte werden durch das BMFTR gefördert.
Starke deutsche Beteiligung in 22 Projekten
An 22 der 35 ausgewählten Projekte sind deutsche Einrichtungen beteiligt. Sechs transnationale Projekte werden dabei von einer deutschen Institution koordiniert.
Die geförderten Projekte verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und verfolgen konsequent inter- und transdisziplinäre Ansätze. Forschende arbeiten dabei eng mit Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um wirksame Beiträge zu einem transformativen Wandel im Umgang mit Biodiversität zu leisten. Beteiligt sind Projektpartner aus zahlreichen europäischen Ländern sowie aus außereuropäischen Staaten wie Brasilien oder Südafrika, was die globale Ausrichtung der Forschung unterstreicht. Thematisch reicht die Bandbreite von Governance- und sozioökologischen Fragestellungen über nachhaltige Energie-, Land- und Meeresnutzung bis hin zu Mensch-Natur-Interaktionen. Untersucht werden unterschiedliche Ökosysteme wie Wälder, Agrarlandschaften, Binnengewässer, Küsten- und Meeresräume. Gemeinsames Ziel aller Projekte ist es, wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Lösungsansätze für den Erhalt der Biodiversität und eine nachhaltige gesellschaftliche Transformation zu entwickeln.