Aktion 18: Bioökonomie: Biobasierte Rohstoffe nutzen und Abfälle vermeiden

Wir werden die Rohstoffpalette um biogene Rohstoffe erweitern. Diese können in verschiedenen Verarbeitungsstufen optimal genutzt und dann in den Kreislauf zurückgeführt werden. So vermeiden wir zusätzlich Abfälle.

Wo stehen wir?

Biogene Rohstoffe sind nachwachsend und klimaneutral. Denn sie setzen während ihrer Nutzung nie mehr CO2 frei, als sie während ihres Wachstums der Atmosphäre entzogen haben. Weiterer Vorteil: Aufgrund ihrer Beschaffenheit sind sie für die Nutzung in Kreisläufen oder Kaskaden besonders geeignet. Das schließt die stoffliche und energetische Verwertung ein. So kann beispielsweise Holz zunächst als Bauträger, dann als Möbelholz, dann als Pressholz und schließlich als Brennstoff oder Kompost verwendet werden. Eine Begrenzung ergibt sich durch die Verfügbarkeit von für die Biomasseproduktion nötigen Flächen. Mit der 2020 von der Bundesregierung verabschiedeten Nationalen Bioökonomiestrategie bekennt sich die Bundesregierung zu der Vision einer nachhaltigen, flächensparenden biobasierten Wirtschaft, die sich an natürlichen Stoffkreisläufen orientiert. Ziel ist, die Ressourcenbasis nachhaltig zu erweitern – sowohl in Bezug auf die zur Anwendung kommende Biomasse und die Zahl und Form der eingesetzten biologischen Produktionsorganismen als auch die dafür eingesetzten Technologien und Methoden.

Wo liegt der Forschungsbedarf?

Durch Forschung soll die Palette biobasierter Substanzen ausgeweitet werden. Neuartige biobasierte Produktionssysteme können zum Beispiel maßgeschneiderte Inhaltsstoffe für die Industrie liefern. Aktuell petrochemisch basierte Substanzen, Chemikalien und Produkte sollen, wenn möglich, durch biogene Rohstoffe substituiert werden. Diese können allerdings mehr als fossile Rohstoffe nur zu ersetzen: Mit ihrer Hilfe entstehen völlig neuartige Produkte und Verbundwerkstoffe, beispielsweise für den Haus- oder Karosseriebau. Außerdem rückt die Wiederverwendung von biobasierten Rest- und Abfallstoffen verstärkt in den Fokus. Hier gilt es, die Kaskadennutzung und Rückführung in die Kreislaufwirtschaft zu optimieren. Die dafür notwendigen biotechnologischen Verfahren wollen wir entwickeln, zur Marktreife bringen und ihren Einsatz in der Produktion fördern.

Umsetzungsschritte und Meilensteine

  • Wir werden 2020 einen Bioökonomierat etablieren, der die Bundesregierung zu Fragen der Umsetzung der Nationalen Bioökonomiestrategie beraten wird. Der in seiner Expertise breit aufgestellte Rat soll sich aktiv in die Entwicklung von Implementierungsszenarien zur Bioökonomie in Deutschland einbringen.
  • Im Rahmen der Nationalen Bioökonomiestrategie wollen wir die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge für nachhaltiges biobasiertes Wirtschaften untersuchen. Und wir analysieren den Beitrag dieses Wirtschaftens zur Nachhaltigkeit. Dies beinhaltet, dass wir gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschafts-, Bundesumwelt- und dem Bundeswirtschaftsministerium den Aufbau eines Monitorings zur Bioökonomie weiter vorantreiben.

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