Großforschung und Nachhaltigkeit: Prisma-Forum legt Empfehlungen für mehr Effizienz vor

Ob Klimawandel, Ressourcenknappheit oder Energieversorgung: Die Forschung an Großgeräten leistet wichtige Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung. Gleichzeitig muss auch die Großforschung selbst energie- und ressourceneffizienter werden. Ein neues Empfehlungspapier des Prisma-Forums zur Energie- und Ressourceneffizienz bündelt dazu Empfehlungen und Best-Practice-Beispiele.

Die Herausforderungen unserer Zeit wachsen. Umso wichtiger ist Forschung, die neue Lösungen ermöglicht und die eigenen Prozesse kritisch hinterfragt. Genau hier setzt das neue Empfehlungspapier des Prisma-Forums zur Energie- und Ressourceneffizienz in der Forschung an Großgeräten an.

Forschungsinfrastrukturen erfüllen dabei eine doppelte Funktion: Sie schaffen die Voraussetzungen für wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Innovationen, die eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft ermöglichen. Zugleich verbrauchen Bau, Betrieb und Weiterentwicklung der Anlagen Energie und Ressourcen. Umso wichtiger ist es, neue Wege zu mehr Nachhaltigkeit zu beschreiten.  

Sechs zentrale Handlungsfelder

Die Empfehlungen des Papiers reichen von der Konzeption über Bau und Inbetriebnahme bis hin zur Nutzung und Weiterentwicklung von Großgeräten und finden sich sogar in der Ausbildung junger Talente wieder. Ziel ist es, Energie- und Ressourceneffizienz systematisch mitzudenken, ohne dabei wissenschaftliche Exzellenz und internationale Wettbewerbsfähigkeit aus dem Blick zu verlieren.

Dafür benennt das Papier sechs zentrale Handlungsfelder: eine nachhaltige Organisation des Forschungsprozesses, geeignete gesetzliche und administrative Rahmenbedingungen, die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Ausbildung, die Entwicklung effizienterer Technologien, nachhaltiges Computing und einen stärkeren Transfer von Erkenntnissen aus der Nachhaltigkeitsforschung in Anwendung und Gesellschaft.

Best-Practice-Beispiele

Neben Empfehlungen enthält das Papier eine ganze Reihe von Best-Practice-Beispielen etwa energieeffizientes Computing im „Green IT Cube“ der GSI, Reparatur- und Wiederverwendungsansätze in der Ausbildung, Kreislaufwirtschaft am HZDR, nachhaltige Bau- und Planungskonzepte am DESY, Photovoltaiklösungen der ESO in Chile oder neue Technologien, um klimaschädlicher Emissionen an Beschleunigeranlagen zu reduzieren.

Über das Prisma-Forum

Das Prisma-Forum begleitet die Umsetzung und strategische Weiterentwicklung des BMFTR-Rahmenprogramms Erforschung von Universum und Materie (ErUM) und analysiert zukunftsweisende Forschungsthemen und Trends in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung. Dem hohen Potenzial der physikalischen Großgeräte für die Entwicklung neuer Innovationen und Hightech-Anwendungen trägt es insbesondere Rechnung. Mitglieder des Prisma-Forums sind Expertinnen und Experten von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industrie.